PRODUKTE8. September 2026

Parashift lanciert spezialisiertes Dokumenten-KI-Sprachmodell Dokumentli®

Die Parashift AG hat Dokumentli lanciert, ein Vision-Language-Modell für eine einzige Aufgabe: Geschäftsdokumente klassifizieren und Felder daraus extrahieren. Ausgeliefert wird das Modell mit Dokumentli Node. Dies ist ein vorkonfigurierter Betriebscontainer, den ein Unternehmen im eigenen Rechenzentrum in 30 bis 60 Minuten in Betrieb nehmen könne. Voraussetzung sind Linux, Docker und eine NVIDIA-Grafikkarte mit mindestens 24 GB VRAM. Der Betrieb ist auch vollständig vom Netz getrennt möglich.

Parashift AG

 

Organisationen mit hohem Dokumentenvolumen standen bisher vor der Wahl zwischen zwei unbefriedigenden Wegen: template- und layoutbasierte Erfassung, die bei jeder neuen Belegart ein Projekt auslöst, oder eine Cloud-KI, bei der Dokumentendaten das Haus verlassen.

Dokumentli benötige keine Vorabkonfiguration je Dokumenttyp und kein Layout-Pretraining. Eine neue Belegart läuft ohne Vorbereitung. Jedes in der Anfrage deklarierte Feld erscheine in der Antwortstruktur, auch bei wiederkehrenden Gruppen wie Rechnungspositionen. Die Schnittstelle ist eine OpenAI-kompatible Chat-Completions-API, womit sich das Modell mit einem API-Call in Workflow-Lösungen, RPA-, iPaaS-, ERP-, DMS- und CRM-Umgebungen anbinden lasse.

On-Prem-Betrieb und Private Cloud sind Varianten derselben API. Wer einmal integriert hat, kann die Betriebsart später wechseln, ohne neu zu integrieren. Abgerechnet wird als Abonnement mit Seitenkontingent statt pro Aufruf. Mindestens vierteljährliche Modell-Updates seien ohne neuen Vertrag enthalten.

Gesundheitswesen, Banken und Versicherungen im Fokus

Dokumentli richtet sich an Branchen, in denen geschäftliches Dokumentenvolumen und strenge Anforderungen an den Verbleib der Daten zusammenfallen. Im Gesundheitswesen betrifft das Arztberichte, Zuweisungen, Kostengutsprachen, Aufnahmeunterlagen und Rechnungen, bei denen Patientendaten das Haus nicht verlassen dürfen. Bei Banken und Versicherungen sind es Kreditakten, Onboarding-Unterlagen, Schadensbelege und Gutachten mit den entsprechenden aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Für alle drei Branchen ist der Betrieb im eigenen Rechenzentrum, auf Wunsch vollständig vom Netz getrennt, der ausschlaggebende Punkt.

Lokal bereits auf handelsüblicher Hardware lauffähig

Parashift AG, eigene Messung, August 2026.

 

Dokumentli läuft bereits auf handelsüblicher Hardware, also auf einer einzelnen Grafikkarte in einem gewöhnlichen Server, ohne GPU-Cluster und ohne Ausbau des Rechenzentrums. In einem von Parashift selbst durchgeführten Benchmark über fünf Datensätze und 3.368 reale Geschäftsdokumente erreichte das Modell 88,4 Prozent cANLS@0.8 und liegt damit vor allen sechs Referenzmodellen im Testfeld, darunter Gemini 3.6 Flash mit 83,5 Prozent, Qwen3.6-Plus mit 82,1 Prozent, GPT-5.6 Sol mit 81,8 Prozent und Claude Opus 4.8 mit 81,0 Prozent. Methodik, Konfidenzintervalle und Einzelergebnisse je Datensatz sind im Benchmark Report dokumentiert.

Parashift AG

Wir sind überzeugt, dass für die Geschäftsautomation hochtrainierte Spezialistenmodelle die Zukunft sind und nicht immer größere Allzweckmodelle. Ein Modell, das nur eine Aufgabe kann, diese aber wirklich beherrscht, ist im Betrieb genauer, schneller und in den Kosten planbarer. Genau darum haben wir mit Dokumentli ein solches Modellprodukt gebaut, zugeschnitten auf Geschäftsdokumente und ausgeliefert als Container, den ein Unternehmen in einer Stunde im eigenen Rechenzentrum in Betrieb nimmt.“

Alain Veuve, CEO Parashift AG

Abgrenzung und Verfügbarkeit von Dokumentli

Dokumentli ist kein Allzweckmodell. Offenes Reasoning, Coding, Allgemeinwissen jenseits des Dokumenteninhalts und mehrstufige Aufgaben ohne Dokumentenbezug sind ausdrücklich nicht Teil des Leistungsumfangs. Das Modell ist für den Dokumenteneingang gedacht, General-purpose-Modelle für die nachgelagerten Schritte.

Verfügbar sind ab sofort der On-Prem-Betrieb und die Private Cloud. Eine vollständig von Parashift betriebene Cloud-API, die Integration in die Parashift-Plattform und das Fine-Tuning auf eigene Dokumenttypen sind angekündigt. Ein Playground zum Testen steht auf der Website bereit, ebenso die technische Dokumentation auf der Website. pp

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