STUDIEN & UMFRAGEN8. September 2026

EUDI-Wallet: Banken haben einen Vertrauensvorsprung bei digitalen Identitäten

Die Abbildung zeigt eine Publikation von IDnow mit dem Titel „Die Identitätslücke“. Auf den Seiten sind Grafiken und Statistiken zu Vertrauen in nationale Regierungen sowie zur Nutzung digitaler Identitäten abgebildet.
IDnow

Die EUDI-Wallet soll grundlegend verändern, wie Verbraucher ihre digitale Identität im Alltag nutzen. Einmal verifizierte Identitätsdaten könnten künftig für verschiedene Dienste wiederverwendet werden, ohne dass Nutzer ihre Identität jedes Mal erneut nachweisen müssen. Dabei haben Banken einen Vertrauensvorsprung: Bei der Verwaltung ihrer digitalen Identität vertrauen 26 % den Deutschen Banken und nur 12 % großen Technologieunternehmen. Das zeigt eine Umfrage von IDnow, die die Erwartungen deutscher Verbraucher an die European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) durchleuchten soll.

Identitätsprüfungen finden heute zwar digital statt, am zugrundeliegenden Prinzip habe sich jedoch wenig geändert. Bei jedem neuen Dienst müssten Nutzer den gesamten Prozess erneut durchlaufen. Für knapp die Hälfte der Deutschen (48 %) sei es mitunter ein Grund, einen Vorgang abzubrechen, wenn die Verifizierung zu lange dauert oder zu kompliziert ist.

Die Bereitschaft zum Abbruch bedeute jedoch nicht, dass sich Verbraucher grundsätzlich weniger Verifizierungen wünschen. Sicherheit habe für sie weiterhin oberste Priorität (42 %). Ebenso viele würden zusätzliche Schritte in Kauf nehmen, wenn diese den Schutz erhöhen, selbst wenn der Prozess dadurch länger dauert. Nur 15 % würden dagegen weniger Kontrollen bevorzugen, auch wenn damit ein höheres Betrugsrisiko verbunden wäre.

Mit bereits verifizierten Nachweisen könnten Banken wiederholte Prüfprozesse vermeiden, ohne Abstriche bei der Sicherheit zu machen. So könnte die EUDI-Wallet eingesetzt werden, um neben der Kontoeröffnung auch Authentifizierungen, Betrugsprävention, die Prüfung von Berechtigungen sowie den wiederholten Zugang zu bestimmten Diensten vereinfachen.

Vor rund 13 Jahren haben wir dazu beigetragen, Identitätsprüfungen vor Ort in die digitale Welt zu übertragen. Die EUDI-Wallet ist der nächste Schritt: Statt bei jedem neuen Vorgang dieselben Nachweise erneut zu erfassen, können Banken künftig auf bereits zertifizierte und wiederverwendbare Nachweise zurückgreifen. So können sie regulatorische Anforderungen effizienter erfüllen, Betrug leichter verhindern und gleichzeitig die Kundenbeziehung stärken.“

Philippe Morel, CEO von IDnow

Der Wandel zur digitalen Wallet erfolgt schrittweise

Bis sich die EUDI-Wallet flächendeckend durchsetzt, dürfte es jedoch noch dauern. Auf die Frage, wie sie ihre Identität bei einer Kontoeröffnung am liebsten nachweisen würden, haben die deutschen Verbraucher keine einheitliche Antwort. 26 % bevorzugen eine persönliche Identitätsprüfung vor Ort, 16 % das Auslesen eines NFC-Chips und jeweils 13 % eine digitale Identitäts-Wallet oder einen Videoanruf mit einem Mitarbeiter. 10 % würden bevorzugt ihren Ausweis zusammen mit einem Selfie einreichen.

Wiederverwendbare digitale Identitäten könnten zusätzlich dazu beitragen, dass Unternehmen weniger Daten erfassen und speichern müssten. Das entspreche auch den Erwartungen deutscher Verbraucher. 31 % wünschen sich mehr Kontrolle darüber, welche persönlichen Daten sie weitergeben, und 30 % hätten gerne mehr Transparenz darüber, wie ihre Daten verwendet werden.

Ist der Zweck eindeutig, sind Verbraucher jedoch durchaus bereit, ihre Daten preiszugeben. 60 % stimmen einer Weitergabe zu, wenn sie besserem Schutz vor Betrug dient und die Sicherheit erhöht. Deutlich geringer ist die Bereitschaft, wenn die Daten für Werbung oder Marketing genutzt werden sollen. Das halten nur 19 % für akzeptabel.

Zur Methodik der Untersuchung

Die Studie wurde im Juni 2026 von Sapio Research im Auftrag von IDnow online unter 1.000 deutschen Erwachsenen im Alter von 18 bis 80 Jahren durchgeführt. Die Stichprobe wurde nach Alter und Geschlecht gewichtet, um repräsentativ für die deutsche Bevölkerung zu sein.

Den Report können Sie nach Angabe der Kontaktdaten hier herunterladen.ft

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