Fintech Monemon startet in Deutschland: Sparen mit KI-Coach und Gamification

Monemon
Anders als viele Neobanken und -broker und verschiedene Investment-Apps, die den Vermögensaufbau über Wertpapiere und Sparpläne in den Mittelpunkt stellen, konzentriert sich der Service Monemon zunächst auf die Entwicklung alltäglicher Spargewohnheiten. Die Anwendung richtet sich hier vor allem an die Generation Z und soll den bewussten Umgang mit Geld durch Gamification und einen KI-basierten Finanzcoach fördern. Die App kombiniert dabei das Zahlungskonto mit eigener IBAN und Mastercard-Debitkarte mit Funktionen zur Budgetplanung und Ausgabenkontrolle. Die Kunden geben ihre monatlichen Einnahmen und Fixkosten ein, aus denen die Anwendung ein verfügbares Tagesbudget errechnet. Wer dann weniger ausgibt als vorgesehen, kann den verbleibenden Betrag mit einem Klick zurücklegen. Wiederholte Sparerfolge werden durch spielerische Elemente wie Erfolgsserien und Level belohnt. Die Idee dahinter geht in Richtung Finanzbildung: Sparen soll dadurch nicht erst am Monatsende stattfinden, sondern durch kleine, regelmäßige Entscheidungen zur Gewohnheit werden.
KI-Coach Mo begleitet die Nutzer im Alltag
Eine tragende Rolle übernimmt hierbei der KI-basierte Finanzbegleiter „Mo“, der Ausgaben analysiert, an Sparmöglichkeiten erinnert und individuelle Rückmeldungen zum Umgang mit Geld gibt. Dabei soll die App-Anwendung bewusst auf komplexe Finanzbegriffe und große Sparziele verzichten. Stattdessen setzt Monemon auf kleine Erfolgserlebnisse und unmittelbare Rückmeldungen, ähnlich den Motivationsmechanismen von Lern- und Fitness-Apps.

Monemon
Wir haben eine Welt geschaffen, in der Ausgeben unmittelbar belohnt wird, während sich Sparen oft wie Verzicht anfühlt. Wir wollen diese Dynamik verändern und auch Sparen zu etwas machen, das sich gut anfühlt.“
Markus Lutsokert, CEO von Monemon
Der 26-jährige Unternehmenschef gehört selbst zur Generation Z. Aus seiner Sicht beginnt finanzielle Unabhängigkeit nicht mit der Auswahl eines ETF-Sparplans, sondern mit der Fähigkeit, überhaupt regelmäßig Geld zurückzulegen.
Sieben Millionen Euro Finanzierung
Monemon hat nach eigenen Angaben bislang sieben Millionen Euro von professionellen Investoren eingesammelt. Im Heimatmarkt Estland nutzen inzwischen rund 9.900 Menschen die Anwendung, was nach Berechnungen des Unternehmens etwa zehn Prozent seiner dortigen Zielgruppe entspricht. Nun soll Deutschland zum wichtigsten Markt des Fintechs werden, das deutlich mehr absolutes Wachstum versprechen könnte, wenn die Rechnung der Gründer aufgeht. Bei der Bereitstellung der Karten- und Zahlungsfunktionen arbeitet Monemon mit Mastercard zusammen.
Ganz neu ist die Idee von Monemon allerdings nicht: Vor einigen Jahren experimentierte das Frankfurter Fintech Savedroid mit automatisierten Sparregeln, stellte seinen Dienst jedoch später ein. Noch näher am Konzept von Monemon lag die österreichische Spar-App Monkee, die seinerzeit auch in Deutschland aktiv war und mit ihrem Ansatz „Save Now, Buy Later“ regelmäßiges Sparen fördern wollte. Nach einer Insolvenz wurde der Betrieb im November 2025 eingestellt. Heute setzt unter anderem das Berliner Fintech Bling auf spielerische Finanzbildung und Sparziele, richtet sich allerdings vornehmlich an Kinder und Jugendliche. Allerdings bieten auch Neobanken wie N26 inzwischen Funktionen zum automatisierten Kleingeldsparen an. Monemon trifft damit auf einen durchaus attraktiven Markt, in dem allerdings bereits verschiedene Ansätze erprobt wurden – wenn auch nicht alle mit wirtschaftlichem Erfolg.
Regulatorisch ist Monemon allerdings wie ähnliche Fintechs keine Bank, sondern ein von der estnischen Finanzaufsicht lizenziertes E-Geld-Institut, das seine Dienste auch in Deutschland anbieten darf. Die Kundengelder müssen getrennt von den eigenen Mitteln des Unternehmens verwahrt werden. Anders als klassische Bankeinlagen unterliegen die Guthaben allerdings nicht der gesetzlichen Einlagensicherung. Die App ist für iOS und Android verfügbar.tw
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