STUDIEN & UMFRAGEN26. September 2018

Frost & Sullivan-Studie: Deutsche Unternehmen genießen weniger Vertrauen als sie glauben

Alfa Photo/bigstock

Unternehmen schützen die Daten ihrer Kunden sehr gut oder sogar exzellent – zumindest glauben das die Unternehmen von sich selbst, wie die weltweite Studie „Global State of Digital Trust Survey and Index 2018“ (Frost&Sullivan  im Auftrag von CA Technologies) belegt. Die Verbraucher sehen das jedoch etwas anders und haben entsprechend viel weniger Vertrauen in die Unternehmen, als diese selbst meinen.

Deutsche Konsumenten haben weltweit gesehen das geringste Ver­trau­en in Un­ter­neh­men, was den Schutz ih­rer di­gi­ta­len Da­ten an­geht – Un­ter­neh­men se­hen das an­ders. Wo­bei 52 Pro­zent wis­sen, dass ih­re Or­ga­ni­sa­ti­on be­reits Op­fer ei­nes Ha­cker­an­griffs war und 92 Pro­zent an­ge­ben, dass der Da­ten­klau in­ner­halb des letz­ten Jah­res statt­ge­fun­den habe.

CA Technologies/Frost & Sullivan

 

Frost&Sullivan

Die Stu­die zeigt ei­ne deut­li­che Lü­cke in der Wahr­neh­mung von Ver­trau­en hin­sicht­lich der Er­war­tun­gen deut­scher Ver­brau­cher, wie Or­ga­ni­sa­tio­nen di­gi­ta­le In­for­ma­tio­nen sam­meln, spei­chern und nut­zen.­ ­Ver­brau­cher agie­ren zu­neh­mend on­line und bie­ten Un­ter­neh­men so Zu­gang zu rie­si­gen Da­ten­men­gen, die je­ne ver­ar­bei­ten und spei­chern. Wenn Un­ter­neh­men mit die­sen Ver­brau­cher­da­ten nicht sorg­fäl­tig um­ge­hen und die­se in die fal­schen Hän­de ge­ra­ten, wirkt sich das na­tür­lich ne­ga­tiv auf das di­gi­ta­le Vertrauen aus.“

Timm Lotter, Senior Security Consultant bei CA Technologies

Der Digital Trust Index

Der Digital Trust Index wurde von Frost & Sullivan basierend auf Schlüsselfaktoren rund um das digitale Vertrauen entwickelt. Dazu gehört beispielsweise die Bereitschaft der Verbraucher, persönliche Daten an Organisationen weiterzugeben, inwieweit sie glauben, dass Organisationen diese Daten schützen oder ihre persönlichen Daten an andere Unternehmen verkaufen. Das Ergebnis ist eine Skala, wobei eine 1 für “kein Vertrauen” und 100 für “totales Vertrauen” steht.

CA Technologies/Frost & Sullivan
CA Technologies/Frost&Sullivan

Bezogen auf Deutsch­land er­gab sich ein Di­gi­tal Trust-Wert für 2018 von 54 – der nied­rigs­te Wert der ­Stu­die. Im Ver­gleich da­zu liegt der In­dex­wert in Frank­reich bei 58, in Ita­li­en bei 57 und in Groß­bri­tan­ni­en bei 56. Deut­sche Ver­brau­cher ha­ben das ge­rings­te Ver­trau­en in die Fä­hig­keit oder den Wunsch der Un­ter­neh­men, die Nut­zer­da­ten voll­stän­dig zu schüt­zen. Im Ge­gen­satz zu den Ver­brau­chern er­rei­chen deut­sche Cy­ber­si­cher­heits­fach­leu­te un­d ­Füh­rungs­kräf­te im Durch­schnitt 72 Punk­te im Di­gi­tal Trust In­dex – ei­ne Wahr­neh­mungs­lü­cke von 18 Punk­ten. Das be­deu­tet, dass die Wahr­neh­mung die­ser Per­so­nen­grup­pen deut­lich von dem tat­säch­li­chen Ver­brau­cher­ver­trau­en ab­weicht.

Die Kernergebnisse der Studie

CA Technologies/Frost&Sullivan
1. Die Hälfte der Verbraucher ist bereit, Unternehmen persönliche Daten zur Verfügung zu stellen, wenn sie im Gegenzug etwas kostenlos oder billiger bekommen.
2. 87 Prozent der deutschen Verbraucher stellen Sicherheit über Komfort bei der Transaktionsauthentifizierung – allerdings sind nur 42 Prozent der Cybersecurity-Profis der gleichen Meinung.
3. Rund 46 Prozent der deutschen Verbraucher nutzen aktuell Dienste von Unternehmen, die öffentlich bekannt Opfer eines Hackerangriffs wurden.
4. 67 Prozent der deutschen Verbraucher und 86 Prozent der deutschen Organisationen sind sich einig, dass eine leicht verständliche Information der Verbraucher über die Datenschutzpolitik das Vertrauen der Verbraucher stärkt. Allerdings geben nur 54 Prozent der deutschen Verbraucher an, diese Informationen zu erhalten, obwohl 80 Prozent der Unternehmen meinen, diese zur Verfügung zu stellen.
5. Die Mehrheit der deutschen Organisationen (68 Prozent) gibt an, dass sie Verbraucherdaten, einschließlich personenbezogener Daten (PII), intern verwenden.
6. 52 Prozent der deutschen Manager sagen, dass ihre Organisation Verbraucherdaten (einschließlich PII) an andere Organisationen/Geschäftspartner verkauft.
7. Allerdings wissen nur 10 Prozent der deutschen Cyber-Sicherheitsexperten, dass ihr Unternehmen diese Daten verkauft.
8. Die überwiegende Mehrheit (84 Prozent) der deutschen Manager gibt an, dass sie “exzellent bis sehr gut” im Schutz von Verbraucherdaten sind und ein hohes Maß an Selbstvertrauen zeigen.
9. Allerdings sagt die Mehrheit (52 Prozent) der deutschen Manager gleichzeitig, dass ihre Organisation in einen öffentlich bekanntgewordenen Hackerangriff verwickelt war. Darüber hinaus geben 92 Prozent an, dass der Datenklau innerhalb des letzten Jahres stattgefunden hat.

Über die Studie

Die Umfrage wurde von CA Technologies gesponsert und von Frost & Sullivan von März – April 2018 durchgeführt. Es wurden 990 Verbraucher, 336 Sicherheitsexperten und 324 Geschäftsführer in 10 Ländern befragt. Insgesamt nahmen an der Umfrage 598 Personen aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien teil. Die befragten Teilnehmer der Studie sind in leitenden Positionen im Bereich Business und IT in öffentlichen und privaten Unternehmen aus 9 verschiedenen Branchen.

Die Studie können Sie hier – nach Adressangabe – herunterladen.aj

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