STRATEGIE19. September 2017

CEO Jörg Jessen im Interview: Authada gewinnt Symbioticon mit cleverem YOMO +eID +KYC-Onbording

Joerg Jessen, CEO AuthadaAuthada

Die Darmstädter Authada (ein Port­folio­un­ter­nehmen der FinLab) hat auf dem Symbioticon des Sparkassen Innovation Hub in Hamburg mit seiner Onboarding-Lösung für die Yomo-App der Sparkassen-Finanzgruppe den ersten Platz belegt. Wir fragten bei Jörg Jessen (Geschäftsführer von Authada) über Erfolg und Perspektiven nach.

Symbioticon ist Stress (mehr…) – in nur 48 Stunden müssen Startups neue, digitale und mobile Lösungen über eine zur Verfügung gestellte API(s) erfinden und umsetzen. Eine neue Bank­an­wen­dung für die Endkunden, in 48 Stunden, proto­typisch, um diese dann der Jury in einem Pitch vor­zu­stel­len. Purer Stress – und erst das macht es wirklich cool.

Die nun vom Authada-Trupp gezeigte Lösung des Customer-Onboarding hat etwas Elegantes: Onboarding per eID des neuen Personalausweises. Damit schlugen die Programmierer 17 weitere Teams und wurden erste. Der Clou: Die Lösung zeigt eine Kombination aus Onboarding-Technologie plus eID für Geldwäsche Gesetz (GWG) konformes KYC (Know Your Customer) – und das alles direkt am Smartphone. Somit passt das Produkt auch perfekt zu YOMO.

Herr Jessen, wie kam es zu diesem Erfolg? Der elektronische Personalausweis (ePA) ist ja sonst nicht so sehr in der Erfolgsspur …

Wir freuen uns, dass wir zum Symbioticon eingeladen worden sind. Wir haben genau wie die anderen 17 Teams unsere Lösung mit den vorgegebenen Tools innerhalb von 48 Stunden erstellt und anschließend in der Präsentation ein überzeugendes Produkt vorgestellt. Die Veranstaltung fand In Räumen der Starfinanz statt. Anschließend wird hier der Sparkassen eigene S-Hub einziehen.

Wie wurde der Sieger denn ermittelt?

Zur Präsentation waren die 16 größten Sparkassen Deutschlands live zugeschaltet und jeder Zuschauer hatte hier eine Stimme genau wie die 5 Teilnehmer der Jury. Die Jury konnte allerdings noch Fragen stellen.

Wer waren die Wettbewerber?

Neben einigen Teams aus der Sparkassen-Organisation wie der Sparkassen Finanz Informatik (SFI), dann einige FinTechs, waren dort Google mit Analytics, Amazon präsentierte Web Services und IBM mit Watson.

Gab es irgendwelche Vorgaben?

Ja, alle Lösungen mussten die AHOI-API aufsetzen und das Ergebnis sollte am Ende einen Mehrwert für die YOMO-App liefern.

Authada verifiziert die Kundenidentität über die elektronische Identität (eID) des Personalausweises. Mittels der NFC-Schnittstelle des Smartphones erfolgt die Übertragung der hoheitlich geprüften Stammdaten innerhalb von 5 Sekunden.“

Interview von Rudolf Linsenbarth
Rudolf LinsenbarthRudolf Linsenbarth ist Seni­or Consultant für den Be­reich Mobile Payment und NFC bei COCUS Con­sul­ting. Zuvor war er elf Jah­re im Bank­bereich als Seni­or Technical Specia­list bei der TARGO IT Consulting (Crédit Mutuel Banken­gruppe). Linsenbarth ist ei­ner der pro­fi­lier­tes­ten Blog­ger der Fi­nanz­szene und kommentiert bei Twit­ter un­ter @holimuk die aktuellen Entwicklungen. Alle Beiträge schreibt er im eigenen Namen.

War die präsentierte Lösung denn auch schon produktiv nutzbar?

Ja, wir konnten hier Kunden für YOMO mit echten Personalausweisen anbinden. Wir von Authada betreiben einen eigenen eID-Server und gegen diesen konnten wir die YOMO-Kunden verifizieren.

Wie skalierbar ist diese Lösung, um sie auch bei anderen Banken oder Mobilfunkanbietern einzusetzen?

Seit Anfang des Jahres gibt es ein neues Personalausweisgesetz. Hier wurde der sogenannte Iden­ti­fi­zierungs­dienste­an­bieter (IDA) eingeführt, das als Zertifikat in Kürze unser bestehendes und durch das Bundesverwaltungsamt verliehene Berechtigungszertifikat nach GwG und für die Selbstauskunft nicht nur ersetzt, sondern für alle Märkte erweitert.“

Weiterhin betreiben wir einen integrierten eID Server in einem hochsicheren Rechenzentrum und liefern ein von uns selbst entwickeltes SDK und eine Standalone-App. Die Bank erhält von uns also eine Komplettlösung, die wir genau wie im Fall YOMO innerhalb kürzester Zeit produktiv nehmen können.

Herr Jessen, vielen Dank für das Gespräch!Rudolf Linsenbarth

 
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