ANWENDUNG24. April 2018

Axel Springer hy und KPMG starten „Rethink Insurance Hub“ – Ziel: Digitalisierung von Versicherern

mkabakov/bigstock

Axel Springer hy und KPMG starten im April den „Rethink Insurance Hub“, ein Kompetenzzentrum für die Digitalisierung der Ver­si­che­rungs­bran­che. Dort würden beide Firmen ihre Digital- und Branchenkompetenz zu diesem Thema bündeln. Insgesamt 60 Experten der beiden Partner stehen Kunden aus der Assekuranz zur Verfügung, um individuelle Digital-Strategien und Ge­schäfts­mo­del­le zu entwickeln und umzusetzen.

Versicherer sind vom di­gi­ta­len Wan­del stär­ker be­trof­fen als vie­le an­de­re Bran­chen. Im heu­ti­gen Kern­ge­schäft sind nach Ein­schät­zung der KPMG-Ex­per­ten mehr als 70 Pro­zent der Pro­duk­te und Pro­zes­se be­trof­fen, wenn An­bie­ter von Di­gi­tal­pro­duk­ten ih­re Diens­te kon­se­quent aus Sicht der Kun­den ent­wer­fen.

Christoph Keese
hy.com

Gerade jüngere Menschen mit starker digitaler Prägung brauchen den klingenden Namen einer großen Versicherung oder den Makler um die Ecke nicht mehr, um sich gut versichert zu fühlen. Sie achten weniger auf Marken und schauen eher darauf, dass das Versicherungspaket zu ihnen passt und flexibel an ihre Bedürfnisse angepasst werden kann – am besten vollautomatisch oder mit wenigen Bewegungen auf dem Smartphone.“

Christoph Keese, Geschäftsführender Gesellschafter der Axel Springer hy

Einige Versicherer wie die Zurich haben die Zeichen der Zeit bereits erkannt.Zurich

Obwohl der rapide Wandel zu Digitalprodukten auch für etablierte Versicherer ungeahnte Wachstumschancen bietet, herrsche in der Branche immer noch große Unsicherheit, wie die richtige unternehmerische Antwort auf die Digitalisierung lautet. Mit ihrem Hub wollen Axel Springer hy und KPMG diese Unsicherheit abzubauen. Der Rethink Insurance Hub sei eine Mischung aus Navigator und Think Tank für Versicherungsunternehmen.

Die Leistungen des Hubs umfassen die Analyse der heranwachsenden Marktstrukturen, die globale Kartierung aller maßgeblichen Innovationstreiber und Geschäftsmodelle, die Bewertung aller einschlägigen Technologien, die Entwicklung detaillierter Strategien und Geschäftsmodelle, das Aufsetzen von Umsetzungsstrukturen und die Begleitung während der Umsetzung. Daneben wird der Hub zahlreiche Tagungen und Exkursionen zu internationalen Epizentren der Digitalisierung veranstalten.

Der Einsatz moderner Technologien in der Versicherungsbranche – als Insurance Technology (“InsurTech”) bekannt – gehört weltweit zu den am stärksten wachsenden Zweigen der Digitalökonomie. Das investierte Wagniskapital übersteigt in vielen Regionen die Forschungs- und Entwicklungsbudgets der traditionellen Assekuranz. Die Zahl der Neugründungen von Startups im versicherungsnahen Umfeld hat sich in 2017 gegenüber dem Vorjahr auf über 100 verdoppelt. Dabei wird ein immer breiteres Themenspektrum von immer mehr Akteuren adressiert.

Fast 530.000 Menschen arbeiten in Deutschland in der Versicherungswirtschaft. Nach unseren Schätzungen wird in den nächsten zehn Jahren eine Reihe von Arbeitsplätzen in der Versicherungsbranche von der Digitalisierung in irgendeiner Form betroffen sein. Der Trend geht hier klar in Richtung Service-Transformation. Wir wollen Versicherungen helfen, die Veränderungen aktiv mitzugestalten. Das funktioniert aber nur, wenn Digitalisierungs- und Versicherungsexperten Hand in Hand an den Konzepten von morgen arbeiten.”

Heiner Hoefer, Partner bei KPMG

Nicht nur im Geschäft mit Privatkunden, sondern auch im Geschäft mit Firmenkunden wird die Digitalisierung den Versicherungsmarkt radikal verändern. „Mit dem Hub helfen wir den Versicherern, innovative Technologien zu erschließen und sie in die Lebenswirklichkeit der Privat- und Geschäftskunden zu übersetzen“, sagt Hoefer. „Wir erwarten eine starke Vertikalisierung der Wertschöpfung. Damit meinen wir die De-Komposition der traditionellen Wertschöpfungskette in eine Vielzahl neuer, kundenorientierter Geschäftsmodelle auch branchenfremder Dienstleister. Wir halten es im Übrigen ebenfalls für wahrscheinlich, dass dadurch zunehmend Produkthersteller und internationale Anbieter für deutsche Kunden wesentlich attraktiver werden”, sagt Hoefer.

 
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