ANWENDUNG19. August 2019

Biometrische Verfahren: Stimmerkennung soll sicherer sein als Gesichtserkennung

Malp/Bigstock 

Im Kontext von Zwei-Faktor-Authentifzierung, wie sie die PSD2 ab Mitte September 2019 vorsieht, werden biometrische Verfahren aufgrund ihrer Einfachheit in der Bedienung und aufgrund der Tatsache, dass man die biometrischen Merkmale naturgemäß jederzeit zur Verfügung hat, an Bedeutung gewinnen. Ein beliebtes und durchaus nicht unsicheres Verfahren ist die biometrische Gesichtserkennung per FaceApp, wie sie insbesondere im Apple-Umfeld gerne genutzt wird. Doch jetzt warnt der Schweizer Sprachanbieter Spitch zur Vorsicht bei dieser Form der biometrischen Gesichtserkennung und weist darauf hin, dass die Authentifizierung anhand der eigenen Stimme deutlich sicherer sei – Spitch bietet eine entsprechende Lösung an.

Das Fatale bei Selfies sei, dass sie nicht nur auf einem Server verarbeitet, sondern auch auf Millionen von Smartphones gespeichert sind, und daher viel leichter entwendet und missbraucht werden können. Sprachsysteme, die eine Person anhand ihrer Stimme identifizieren, sind nach Darstellung von Bernd Martin, Account Manager beim Schweizer Sprachverarbeitungsspezialisten Spitch, deutlich sicherer, weil die biometrischen Sprachdaten stets nur auf Servern, aber nicht auf den Smartphones gespeichert werden.

Jede Sprachauthentifizierung erfolgt direkt und ausschließlich auf dem Server, während bei einer Gesichtsidentifizierung zunächst ein Foto auf dem Smartphone gespeichert und erst anschließend hochgeladen wird. Bei Sprache ist die biometrische Identifizierung mit dem Löschen des Stimmprofils auf dem Server beendet, während beim Gesicht beliebig viele Kopien auf Smartphones zurückbleiben können.“

Bernd Martin, Account Manager, Spitch

Die FaceApp ist derzeit eine der beliebtesten Apps der Welt im Bereich der Authentifizierung – doch die Weitergabe des eigenen Bildes ist nicht ungefährlich, glaubt man zumindest bei Spitch. Der Grund: Wer ein Selfie bei FaceApp hochlädt, um es mit Hilfe Künstlicher Intelligenz zu verfremden, macht damit sein biometrisches Porträtfoto für die Anbieterfirma Wireless Lab verfügbar. Millionen von Verbrauchern seien sich offenbar nicht darüber im Klaren, dass ein biometrisches Foto des eigenen Gesichts äußerst sensibel ist, meint Martin. Die Authentifizierung anhand der persönlichen Stimme, wie sie immer häufiger eingesetzt wird, sei deutlich sicherer als die Gesichtserkennung.

Missbrauch durch Gesichtserkennung leichter möglich?

Biometrische Porträts dienen bekanntermaßen dazu, Personen anhand ihres Gesichts zu identifizieren und werden in Ausweisen regelmäßig als ultimativer Beweis für die Identität einer Person verwendet. Der Missbrauch eines Bildes etwa für Fake News, eine fehlerhafte Gesichtserkennung durch Kameras im öffentlichen Raum oder ein biometrisch perfekter aber falscher Ausweis könne für den Betroffenen schwerwiegende Folgen haben.

Sptich

Wir alle müssen uns an die biometrische Vermessung unseres Körpers erst gewöhnen. Dabei werden häufig die Unterschiede zu wenig beachtet. Wer ein biometrisches Foto von sich verbreitet, stellt dieses damit sozusagen ewig zur Verfügung. Anders bei Sprache: Die Stimmerkennung erfolgt exakt zum Zeitpunkt der Aussprache und ist unmittelbar danach beendet.“

Bernd Martin, Account Manager, Spitch

Spitch mit Hauptsitz in Zürich entwickelt Sprachsysteme für Unternehmen und Behörden, die beispielsweise in Call- und Contact-Centern, bei Banken und Versicherungen, Telekommunikationsfirmen, der Automobil- und Transportbranche, dem Gesundheitswesen sowie im öffentlichen Dienst zum Einsatz kommen. Hierdurch ergeben sich Kosteneinsparungen und möglich sei es auch den Kunden zufriedener zu machen. Die Technik kommt beispielsweise bei den Schweizer Bundesbahnen SBB, Swisscom, Swisscard und der St.Galler Kantonalbank zum Einsatz.tw

 
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