CONSULTANT10. Februar 2017

Cloud Governance: um­fas­sende Potenziale für die Kosten- & Risikooptimierung

Christian Reichardt, Executive Consultant ExxetaExxeta

Immer mehr Finanzdienstleister haben sich bereits eine Cloud-Strategie verordnet oder prüfen, wie und unter welchen Bedingungen (hybride) Cloud-Lösungen einsetzbar sind. Hierbei sehen vor allem Banken den Sicherheitsaspekt als kritischen Faktor und favorisieren nicht selten die Private Cloud. Neben den etablierten Anbietern treten hier immer mehr alternative Lösungen in den Markt.

von Christian Reichardt, Exxeta

Unabhängig von der Wahl der Cloud-Infrastruktur bzw. der Technologie stellt sich stets die Frage nach der Strategie- und IT-Governance-konformen Integration der Cloud-Lösungen. So mögen Fragestellungen nach einheitlichen IT-Services wie Bestandsführung und Provisionierung anfangs nicht prioritär erscheinen. Durch die potenzielle Nebenläufigkeit neuer Cloud-Lösungen sind jedoch mittelfristig Problemfelder in diesen IT-Service-Bereichen als auch in Betrieb und Abrechnung zu erwarten. Folglich kann etwa der nicht standardisierte Betrieb einer Cloud-Lösung im schlimmsten Fall zu produktiven Ausfällen führen, da kein Monitoring vorhanden ist bzw. Entstörungsprozesse nicht definiert sind. Die Korrektur solcher Problemfelder geht nicht selten mit hohen (finanziellen) Aufwänden einher.

Um dem entgegenzuwirken, kann eine frühzeitig etablierte Cloud Governance – auch als integraler Bestandteil der IT-Governance – die effiziente, Compliant-konforme und regulatorisch adäquate Nutzung von Cloud Services sicherstellen. Dabei ist es notwendig, sich der neuen Stakeholder in den Fachabteilungen bewusst zu werden, die bisher primär Auftraggeber der IT waren, nun jedoch zu direkten Konsumenten cloudbasierter Lösungen, parallel zur IT, avancieren. Dies kann vielfältige Formen annehmen und von einer Arbeitsumgebung für Projekte über einen Reporting Service bis hin zu einer vollständigen CRM-Umgebung reichen. Desweiteren definiert die Cloud-Exit-Strategie einen zentralen Baustein jeder Cloud Governance, da bereits zu Beginn jeder Nutzung klar sein muss, wie ein eventueller späterer Anbieterwechsel bzw. eine Migration in die eigene Infrastruktur erfolgen kann. So sind vor allem die Themenfelder Datenimport, -export und -transformation nicht zu unterschätzen.

Autor Christian Reichardt, Executive Consultant Exxeta
Christian Reichardt ist Executive Consultant und seit 2011 für die EXXETA AG in der DACH-Region tätig. Seine Kompetenzen und Erfahrungen sammelte er als Project & Product Manager vor allem in den Branchen Financial Services sowie Transport und Logistik. Neben der Verbindung von klassischen und agilen Vorgehensmodellen liegt sein Schwerpunkt vor allem im Bereich Cloud Services.
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil einer effektiven Cloud Governance ist die Fokussierung auf die Fachabteilungen, deren Flexibilität und Time-to-Market im Kontext cloudbasierter Produkte und Services – neben den Kostensenkungspotenzialen – momentan die größten Wertschöpfungspotenziale verspricht. Hierbei werden voraussichtlich Unterstützungs-, Vertriebs- und Innovationsprozesse von der Urlaubsverwaltung bis zur Umsetzung neuer Geschäftsmodelle für die (Public) Cloud relevant sein, da Kernprozesse wie die Produktentwicklung sowie die zugehörigen Daten inhouse bzw. bei global agierenden Finanzdienstleistern in der Private Cloud verarbeitet werden. So können stringent umgesetzte und ganzheitliche Automatisierungen von der Bestandsführung bzw. Provisionierung bis zur Abrechnung die notwendige Transparenz und einheitliche Verwendung auf der einen und Kostensenkungspotenziale der Cloud auf der anderen Seite real erschließen.

Betrachtet man die Bereiche Provisionierung und Abrechnung näher, lässt sich feststellen, dass vordefinierte Lösungen, wie eine Entwicklungslösung inklusive Projektmanagement-Tool, Application-, Web- und Build-Server-Projekte massiv beschleunigen können, insofern diese quasi auf Knopfdruck und nicht in wochenlanger manueller Arbeit etabliert werden können. Dies ist ebenfalls für Business Services, wie eine vollständige CRM-Umgebung oder ein Reporting, anwendbar.

Dabei sind Services klar definiert, die Verantwortlichkeiten geklärt und deren Darbietung garantiert höchste Benutzerfreundlichkeit als auch Manageability. Werden diese Business Services genutzt, sind automatische Provisionierung und Betrieb obligatorisch, um eine effiziente Verarbeitung zu ermöglichen. In diesem Kontext spielen nicht zuletzt einheitliche Accounting-Standards eine Rolle, die eine zentrale Abrechnung von Drittanbietern wie AWS oder Azure, aber auch eine ganzheitliche Kostenkontrolle, -steuerung und -optimierung ermöglichen. Denn wer alle Cloud Services rund um die Uhr betreibt, wird vermutlich nur überschaubare Kostenoptimierungen bzw. Skaleneffekte realisieren können. Somit sind ein ganzheitlicher Überblick aller Cloud-Lösungen sowie die zentrale Steuerung essentiell zur Realisierung der Kostenpotenziale.

Die ganzheitliche Automatisierung kann durch Cloud Management Platforms erreicht bzw. unterstützt werden. Diese können bereits heute als Off-the-shelf-Lösungen bezogen oder individuell den Bedürfnissen im Finanzdienstleister-Umfeld angepasst werden.

Fazit

Wer also bereits eine Cloud-Strategie erarbeitet hat bzw. sich dieser Thematik aktuell widmet, sollte im gleichen Atemzug eine reibungslose und business-fokussierte Cloud Governance als erfolgskritischen Faktor betrachten, um Kosten- und Flexibilisierungspotenziale nutzbar zu machen.

 
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://www.it-finanzmagazin.de/?p=44949
 
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (3 Stimmen, Durchschnitt: 4,00 von maximal 5)
Loading...

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.