STUDIEN & UMFRAGEN2. März 2019

Datenflut? Seagate und IDC untersuchen die Data Readiness der Finanzbranche

IDC/Seagate

IDC und Seagate haben die Studie „Financial Services: DATCON 4“ durchgeführt, die sich auf die Fä­hig­keit und den Vor­be­rei­tungs­grad von Un­ter­neh­men auf die Nut­zung, Ver­ar­bei­tung und La­ge­rung der kommenden Datenflut fo­kus­siert: die so­ge­nann­te Da­ta Rea­di­ness Con­di­ti­on (DAT­CON). Die Stu­die wur­de grenz­über­schrei­tend durch­ge­führt, wirft aber auch ei­nen ex­pli­zi­ten Blick auf die Ver­hält­nis­se in Eu­ro­pa.

Für die EMEA-Region prognostiziert die Studie einen Anstieg der Datenflut von jährlich durchschnittlich 26,1 Prozent, von aktuell 9,5 ZetaByte (ZB) auf 48,3 ZB in 2025. Da­bei sei das Da­ten­wachs­tum mit zehn Pro­zent­punk­ten ver­gleichs­wei­se hoch. Die Zahl mo­bi­ler Da­ten wer­de um 28 Pro­zent zu­neh­men, wich­ti­ge und si­cher­heits­re­le­van­te In­for­ma­tio­nen (Te­le­me­trie von au­to­no­men Fahr­zeu­gen, me­di­zi­ni­sche Bild­ge­bung, Ge­sichts­er­ken­nung zur Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung usw.) um 32 Pro­zent und Da­ten im Rah­men von KI-An­wen­dun­gen le­gen 2015 – 2025 jähr­lich um 68 Prozent zu.

Bedarfsgerechte Speicherlösungen statt „All-in-One“ für die Datenflut

Dabei wachsen die Speicherkapazitäten nicht im gleichen Tempo mit – unter anderem auch deshalb, weil viele „Einweg-Daten“ keiner nachhaltigen Lagerung bedürfen.

Zurzeit hält der EMEA-Raum 24,4 Prozent des weltweiten physischen Speicherplatzes (5,0 ZetaByte im Jahr 2018), bis 2025 wird der Anteil jedoch leicht auf 23,5 Prozent (von weltweit 16,5 ZB) sinken.“

In jedem Fall, so die Studie, lässt die Nachfrage nach „All-in“- und ausschließlichen Public-Cloud-Lösungen nach. Bevorzugt werden mehr und mehr kombinierte, flexible und bedarfsgerechte Ansätze, wie Multi Cloud und Hybrid-Cloud. Ganze 90 Prozent der Unternehmen haben oder entwickeln eine Multi-Cloud-Strategie – und sind sich bewusst, dass der aktuelle Ist-Zustand in dieser Hinsicht optimierbar ist.

Neben den generellen Entwicklungen der Datensphäre in den unterschiedlichen Regionen zeigt die Studie anhand des Data Readiness Condition (DATCON) auf, wie gut einzelne Branchen weltweit auf die Datenflut vorbereitet sind bzw. wie sie damit umgehen.

IDC/Seagate

Seagate und IDC haben hierzu fünf Stufen definiert – von Stufe eins „Critical“ bis Stufe fünf „Optimized“. Die zentralen Kriterien für diese Ein­tei­lung be­ste­hen un­ter an­de­rem in den In­vest­ments in das Da­ten­ma­nage­ment, das ge­ne­rel­le Da­ten­auf­kom­men und sein Wachs­tum und die all­ge­mei­ne Kom­pe­tenz im Hin­blick auf den di­gi­ta­len Wan­del. Dar­über hin­aus sind die Struk­tur der vor­han­de­nen IT, die Ein­be­zie­hung der je­wei­li­gen Un­ter­neh­mens­füh­rung, die Kom­pe­tenz in punc­to Nut­zung des Da­ten­werts so­wie die Selbst­ein­schät­zung der ein­zel­nen Un­ter­neh­men wei­te­re Fak­to­ren für die je­wei­li­ge Einstufung.

IDC/Seagate

Finanzbranche: smart in die Zukunft

Die Finanzdienstleister kommen mit einer Wertung von 3,3 auf Stufe vier und sind damit als „Advanced“ eingestuft. Die Investitionen sind hoch – genau wie die Ansprüche und Erwartungen der Kunden. Dass Geschwindigkeit gerade hier eine entscheidende Rolle spielt, liegt angesichts der zahlreichen Transaktionen und ihrer Bedeutung auf der Hand. Ob Banken oder Versicherungen: Hier stehen Komfort, Leistungsfähigkeit und Sicherheit ebenso im Fokus wie der kompetente Umgang mit Echtzeit-Daten.

Auf der an­de­ren Sei­te wächst die Da­tensphä­re und damit die Datenflut je­doch deut­lich lang­sa­mer als in den an­de­ren Bran­chen – um „nur“ bis zu zehn Pro­zent. Be­mer­kens­wer­tes Wachs­tum gibt es aber im IoT-Be­reich bei den Ver­si­che­run­gen. Was die Bran­che ins­ge­samt kenn­zeich­net, ist die hoch ent­wi­ckel­te und weit­ge­hend har­mo­ni­sier­te Busi­ness-Land­schaft, die zahl­rei­che Syn­er­gie­ef­fek­te beim Da­ten­ma­nage­ment eben­so zu­lässt wie im­ma­nen­te Lerneffekte.

Grafik: Welche Budgets stellen Finanzunternehmen für die kommende Datenflut bereit?
IDC/Seagate
Die In­ves­ti­ti­ons­schwer­punk­te lie­gen bei IoT, Edge Com­pu­ting, Big Da­ta, Ana­ly­tics und KI-Lö­sun­gen, in­halt­li­cher Schwer­punkt ist ne­ben ma­xi­ma­ler Ser­vice­qua­li­tät vor al­lem die Be­trugs­prä­ven­ti­on. Zu­dem nut­zen die Un­ter­neh­men die Cloud so weit, wie es ihr Ge­schäft zu­lässt – im­mer­hin ver­wal­ten sie streng ver­trau­lich Da­ten. Rund 35 Pro­zent ver­trau­en der Cloud we­ni­ger als ein Vier­tel ih­rer In­for­ma­tio­nen an und 14 Pro­zent se­hen ganz von de­ren Nut­zung ab. Lei­der lan­den die Da­ten dann oft in un­ter­neh­mens­ei­ge­nen Si­los, was ih­ren Ein­satz ma­ß­geb­lich li­mi­tiert. Hier­in liegt auch die grö­ß­te Schwä­che der Branche.

Die Studie „Financial Services: DATCON 4“ kann hier kostenlos als PDF heruntergeladen werden.aj

 
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