STUDIEN & UMFRAGEN23. Mai 2018

Deutsche lieben Apps – solange sie nichts kosten

Die Apps von Banken und Versicherungen erreichen nur einen Teil der Smartphone-Nutzer
Die Apps von Banken und Versicherungen erreichen nur einen Teil der Smartphone-Nutzer. ARAG

Vor zehn Jahren kamen Smartphones auf den Markt – und damit auch Apps. Zu deren aktivsten Nutzern in Europa gehören die Deutschen. Gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Kantar TNS wollte ARAG genauer wissen, wer welche Anwendung am liebsten nutzt. Dazu wurden 1.000 Deutsche befragt. Das repräsentative Ergebnis: Apps gehören für die ganz große Mehrheit der Deutschen zum Alltag, aber Geld ausgeben wollen sie dafür eher selten. Auch Kunden-Apps, beispielsweise aus dem Finanz-Sektor, haben noch „Luft nach oben“.

Die Zahl der Smartphone-Nutzer in Deutschland wächst rasant. Laut Statista waren es Ende 2017 55,5 Millionen, in diesem Jahr soll die Zahl auf 59,1 Millionen steigen. Bis 2022 prognostizieren die Marktforscher etwa 65 Millionen deutsche Smartphone-Nutzer.

Und damit steigt voraussichtlich auch die Nutzung von Apps auf dem Handy enorm an, denn von 80,7 Prozent der Befragten, die überhaupt Gebrauch von Software-Anwendungen machen, nutzen 76,2 Prozent diese mit dem Smartphone. Auf mobilen Devices mit größerem Bildschirm – Tablet oder Laptop – sind es lediglich 42,5 Prozent. Und nur 24 Prozent der Deutschen nutzen Apps auf ihrem Desktop-Rechner.

Nach wie vor gibt es ein starkes Gefälle von jung zu alt: unter den 14- bis 29-Jährigen zählen 97 Prozent zu den App-Nutzern. Bei den über 60-Jährigen sind es aber inzwischen bereits 61,6 Prozent.

Licht und Schatten

Zu den beliebtesten Anwendungen zählen Messenger-Apps wie WhatsApp, Facebook, Instagram & Co. 92,6 Prozent aller Befragten haben sie in Gebrauch, unter den Teens und Twens sind es sogar 98,2 Prozent, bei den über 60-Jährigen sind es immerhin beinahe 77 Prozent.

Auf den Plätzen folgen Service-Apps (86,0 Prozent), Multimedia-Anwendungen (69,3 Prozent) und Nachrichten-Services (62,4 Prozent). Spiele-Apps nutzen nur gut die Hälfte der Befragten (51,4 Prozent), die eigenen Apps der Shopping-Portale sind noch für 44,1 Prozent interessant.

Nur knapp jeder Dritte (30,1 Prozent) ist bereit, für eine App zu bezahlen. Am ehesten bereit, für Anwendungen zu bezahlen, sind die 30- bis 39-Jährigen (37,6 Prozent). Zudem zeigt sich, dass bei Männern das Geld für diese Technik lockerer sitzt: 34,0 Prozent haben bereits einmal eine App gekauft, bei Frauen waren es nur 25,4 Prozent.

Kunden-Apps haben noch Potenzial

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Kunden-Apps, beispielsweise von Banken und Versicherungen. Hier zählen 47,1 Prozent der männlichen Befragten zu den Nutzern, aber nur 30,0 Prozent der Frauen. Insgesamt gaben 39,4 Prozent an, solche Anwendungen einzusetzen.

Hier liegt also noch einiges Potenzial brach, das gehoben werden will. Woran es augenblicklich noch mangelt, hat eine Untersuchung der Berater von Oliver Wyman Ende vergangen Jahres aufgezeigt: bei den Möglichkeiten zur direkten digitalen Interaktion mit der Bank und den medienbruchfreien Abschlussmöglichkeiten für Produkte über Online- oder Mobilzugang waren die deutschen Banken das Schlusslicht. hj

 
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