ANWENDUNG24. Januar 2022

“Die IT ist entscheidend für den Erfolg” – aktuelle IT‑Trends für Versicherer

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Neues Jahr, neues Glück – auch in der Versicherungsbranche. Dabei sind Automatisierung, Datenhandling, Kundenzentrierung und die Umsetzung regulatorischer Anforderungen zentrale Punkte auf die es sich zu konzentrieren gelte. Der IT-Dienstleister adesso hat die Top-Trendfelder für Versicherer aufgelistet.

Für die Zukunft sei laut adesso, die digitale Evolution Kernaufgabe für Versicherer. Treiber dafür seien Anforderungen der Endkunden, regulatorische Vorgaben von Seiten des Staates und allgemein der technologische Fortschritt. Was Daten anbelangt, sei deren Potential bereits erkannt, müsse jetzt aber noch nutzbar gemacht werden.

adesso

Die aktive Gestaltung der digitalen Evolution ist mit Blick auf den Umsatz von morgen Kernaufgabe für Versicherer. Die IT ist hier entscheidend für den Erfolg.”

Dr. Dirk Platz, Leiter Insurance bei adesso

Folgende Punkte sollen einen Überblick über die Herausforderungen geben, mit denen sich die Versicherungsbranche 2022 laut adesso (Website) fachlich, technologisch und methodisch auseinandersetzen muss.

1.Die Evolution der Ökosysteme:

Technologischer Fortschritt fördere die Vernetzung der Versicherer mit Kunden sowie externen Akteuren in digitalen Ökosystemen. In diesen Ökosystemen würden neue Produkte und Dienstleistungen entwickelt, die sich ihre Nachfrage selbst erzeugen. Erste Ideen seien im Versicherungsmarkt entstanden, weitere würden folgen. Die Evolution solcher Ökosysteme, über deren Erfolg am Ende die Kunden entscheiden, soll 2022 weiter an Fahrt aufnehmen.

2.Data Driven Insurance:

Versicherer verfügen über ein riesiges Datenvolumen, das zusammengeführt und im Unternehmen verfügbar gemacht werden muss, um mit der Konkurrenz mitzuhalten. Versicherungsprodukte und -services sollten auf Basis der vorhandenen Datensätze entwickelt werden. Die Sanierung der oftmals alten, schwerfälligen Systemlandschaften sei zwar aufwändig, muss aber angegangen werden. Um in der Zwischenzeit den Anschluss nicht zu verlieren, müssten technologische Trends kontinuierlich bewertet, in Betracht gezogen und umgesetzt werden.

3.Agile Skalierung:

Durch Skalierung könnten auch Großprojekte von den Vorteilen agiler Vorgehensweisen profitieren. Dies spiele für Versicherungsunternehmen eine große Rolle, da die IT-Abteilungen häufig Legacy-Systeme ablösen oder fachliche Prozesse über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg abbilden müssten. Bei der Auswahl, Einführung und Umsetzung von Skalierungsmodellen sei immer die individuelle Unternehmenssituation entscheidend und es benötige passgenau zugeschnittene Lösungsansätze.

4.Cloud Readiness:

Das Betriebsmodell Cloud umfasse weitaus mehr als nur die halbherzige Nutzung von Cloud Services. Bei der Entwicklung einer Cloud-Strategie gelte es, Kriterien für sinnvolle Einsatzszenarien zu erstellen, die neben der Wahl der Infrastruktur auch die passgenaue Entwicklung der Anwendungen berücksichtigt. Denn nur wenn eine Anwendung bereits in der Entwicklungsphase auf Cloud zugeschnitten werde, würden Risiken wie ein Vendor-Lock-In vermieden und das Potenzial plattformübergreifender Lösungen genutzt.

5.Software-as-a-Service:

Alte Kernsysteme umzubauen oder auf neuere Versicherungsplattformen zu migrieren, sei zeit- und kostenintensiv. Auch der Einbau neuer Funktionalitäten in vorhandene Module sei oft problembehaftet. Entsprechende Projekte könnten Monate, wenn nicht Jahre in Anspruch nehmen. Software-as-a-Service sei laut adesso eine pragmatische und schneller realisierbare Alternative, um klassische IT-Landschaften zu erweitern. Weitere Vorteile seien unter anderem die Vereinfachung von Setup und Betrieb, die höhere Skalierbarkeit, bedarfsgerechte Abrechnungen und Kosteneffizienz.

6.Kundenzentrierte Schaden- und Leistungsprozesse:

Die Schadens- und Leistungsprozesse seien aus Anbietersicht ein großer Kostenfaktor, aus Kundensicht dagegen ein wesentliches Differenzierungs- und Attraktivitätsmerkmal. Technologien, wie beispielsweise cloudbasierte Kundenportale und Künstliche Intelligenz, könnten helfen, die Kundenerfahrungen in diesen Prozessen zu verbessern, unberechtigte Forderungen schnell und sicher zu identifizieren und die Kosten dabei im Griff zu behalten.

7.Instrumente zur Nachhaltigkeit:

Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen werde in einer sensibilisierten Kundenlandschaft bei gleichzeitig verschärften regulatorischen Rahmenbedingungen zum Wettbewerbsvorteil. Nachhaltigkeit dürfe für Versicherer nicht mehr nur ein Marketinginstrument sein, sondern müsse Teil der Unternehmensstrategie und der daraus abgeleiteten Prozesse und IT-Infrastrukturen werden. Ziel müsse sein, Wirtschaftlichkeit und hohe Akzeptanz bei Mitarbeitern und Kunden miteinander zu verbinden.

8.Digitale Gesundheitslösungen:

Durch die Corona-Pandemie ist das Bedürfnis nach digitalen Angebote im Gesundheitsmarkt stark gestiegen. Seit 2021 stellen die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) ihren Mitgliedern die elektronische Patientenakte (ePA) zur Verfügung. Ab 2022 würden die Privaten Krankenversicherer (PKV) folgen. Reichen, tut das aber noch nicht. Versicherer müssten die Chance ergreifen, mit Apps und Plattformen rund um das Thema Gesundheit, zum Gesundheitsmanager der Endkunden zu werden. Sie würden die für Versicherungsnehmer die Sicht auf medizinischen Daten vereinfachen und bieten den Unternehmen die Chance, zusätzliche Angebote gezielt und personalisiert anzubieten.

9.Low Code und RPA:

Die Automatisierung von Prozessen mit Low Code und Robotic Process Automation würden 2022 zunehmend ein Erfolgsfaktor der Versicherer für effiziente und leistungsfähige Lösungen sein. Zu den Vorteilen der Technologie zählen: Entwickler könnten Funktionalitäten damit schneller bereitstellen, sie müssten weniger Zeit in technische Grundlagen investieren, agile Arbeitsweisen würden unterstützt und die Unternehmen könnten von einer engen Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen und IT profitieren. Erfolgsentscheidend für Versicherer sei, dass sie sich hinsichtlich der Vorgehensmodelle bei der Qualitätssicherung und bei der Integration intern gut vorbereiten und abstimmen.ft

 
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