Europas Banken erkennen Betrug bei Echtzeitüberweisungen oft nicht rechtzeitig

ChatGPT
Die fehlende Datenintegration wird vor allem bei schnellen Zahlungsprozessen zum Problem. Euro-Echtzeitüberweisungen werden innerhalb von zehn Sekunden ausgeführt. Gleichzeitig erkennen 37 Prozent der befragten Institute im DACH-Raum Betrug am häufigsten erst bei einer Auszahlung oder Abhebung, weitere 31 Prozent beim Kontozugriff. Lediglich 15 Prozent geben an, verdächtige Aktivitäten meist bereits beim Onboarding zu erkennen.
Hinzu kommt eine stark fragmentierte Systemlandschaft. Europaweit nutzen laut Sumsub lediglich neun Prozent der Finanzinstitute eine integrierte Plattform für Betrugsprävention und Compliance, im DACH-Raum sind es acht Prozent. Fast jede zweite Betrugsmeldung bei europäischen Finanzinstituten müsse noch manuell geprüft werden.
Europäischen Finanzinstituten mangelt es nicht an Tools für Betrugsprävention und Compliance, doch diese Tools kommunizieren nicht miteinander: Betrüger nutzen diese Lücken zwischen isolierten Systemen gezielt aus. Gleichzeitig verlangt die Regulierung heute Entscheidungen innerhalb von Sekunden, für die viele Unternehmen noch immer Tage benötigen.“
Ilya Brovin, Chief Growth Officer bei Sumsub
Die Notwendigkeit einer einheitlichen Sicht auf die komplette Customer Journey sei deshalb inzwischen auch auf der Agenda der Unternehmensführungen angekommen.
Kontoübernahmen gelten als größte Gefahr
Als größte Herausforderung bei der Betrugsbekämpfung nennen 34 Prozent der Befragten im DACH-Raum Kontoübernahmen. Nicht autorisierte Zahlungen und Business Email Compromise folgen mit jeweils 32 Prozent. Gleichzeitig verursacht KYC nach Angaben der Befragten mit 44 Prozent den größten operativen Compliance-Druck. Zusätzlichen Handlungsdruck erzeugen regulatorische Vorgaben rund um den Zahlungsverkehr. Jeweils 33 Prozent der Befragten im DACH-Raum sehen in der EU-Verordnung über Echtzeitüberweisungen beziehungsweise in der Empfängerüberprüfung („Verification of Payee“) die regulatorischen Entwicklungen, die in den kommenden 24 Monaten die größten operativen Veränderungen erfordern. Die Schweiz wurde zwar in der DACH-Auswertung berücksichtigt, fällt jedoch nicht unter die entsprechenden EU-Vorgaben.
Ein weiteres Problem sind begrenzte Ressourcen. 36 Prozent sehen fehlende personelle Kapazitäten als größte Herausforderung bei der Umsetzung regulatorischer Veränderungen, 34 Prozent die Integration neuer Kontrollmechanismen und 33 Prozent das verfügbare Budget. Gleichzeitig erwarten fast sechs von zehn Unternehmen steigende Budgets für Fraud-Prevention- und Compliance-Technologien innerhalb der kommenden zwölf Monate.
Für die Studie „The State of European Financial Services: 2026“ hat Sumsub nach eigenen Angaben 804 Fachkräfte aus Betrugsprävention, Compliance, Risikomanagement und Operations bei Banken, Investmentgesellschaften, Fintechs und weiteren europäischen Finanzinstituten befragt. Die Ergebnisse beruhen damit auf einer Befragung von Fachleuten und nicht auf einer technischen Analyse tatsächlicher Betrugsfälle oder IT-Systeme. Der Sumsub-Bericht „The State of European Financial Services: 2026“ steht zum Download bereit.tw
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