EVENTS & MESSEN30. März 2019

Finanzsektor 4.0: Die Zukunft von Banken und Ver­si­che­rern wird mit Mut gemacht … und mit Daten

Über die aktuelle Situation und die Zukunft der Banken- und Versicherungsbranche haben rund 250 Führungskräfte und Experten aus dem Finanzsektor auf dem zweiten „Financial Services Summit“(21.März) in Frankfurt am Main diskutiert.

Die Zukunft von Banken und Versicherungen wird mit Mut gemacht … und mit Daten
BearingPoint
Zehn Jahre nach Beginn der Finanzkrise stellen die digitale Transformation, neue Marktteilnehmer und Geschäftsmodelle sowie veränderte wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen die Finanzbranche weiterhin vor große Herausforderungen. Um über etablierte Strukturen des Finanzsektors hinaus zu denken und Antworten auf die Herausforderungen auf dem Weg zum Finanzsektor 4.0 zu finden, haben sich rund 250 Experten zum zweiten Financial Services Summit der Management- und Technologieberatung BearingPoint in Frankfurt am Main getroffen.

Dr. Robert Wagner, Leiter Financial Services BearingPoint
BearingPoint

Wir glauben, es wäre sinnvoll, wenn sich der Finanzsektor etwas mehr an den Konzepten und Vorgehensweisen orientieren würde, die in der Industrie sehr erfolgreich im Einsatz sind. Sparen alleine wird die Herausforderungen nicht lösen. Vielmehr müssen Innovation und der Mut, neue Wege zu beschreiten, an Stelle der schlichten Verbesserung bestehender Verfahren treten. Die Start-Ups wirken dabei als Katalysator und zeigen der Branche auf, was alles möglich ist.”

Dr. Robert Wagner, Leiter Financial Services BearingPoint

Dr. Andreas Dombret, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank a.D., zeichnete vor diesem Hintergrund beispielhaft fünf mögliche Szenarien für die Bankenbranche:
1. die „bessere“ Bank,
2. die „neue“ Bank,
3. die „fragmentierte“ Bank,
4. die „unsichtbare“ Bank und
5. die Disintermediation.

Dr. Andreas Dombret, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank a.D.
Frank Rumpenhorst / Bundesbank

Ausgangspunkt für die Entwicklung werden die Kundenbedürfnisse sein. Im zweiten Schritt ist die Reaktion der Finanzdienstleister auf diese Bedürfnisse entscheidend. Kooperationen und Fusionen können dabei eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Effizienz erhöhen und Veränderungsprozesse beschleunigen.“

Dr. Andreas Dombret, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank a.D.

Im sog. „PowerTalk“ wurde über die Rolle von FinTechs und InsurTechs diskutiert. Welche neuen Geschäftsmodelle sind bereits in der Anwendung und wie disruptiv verändern neue Player die Branche?

Banken: Markus Gunter, CEO N26
n26

Für uns ist es nicht relevant, eine komplette Bank eins zu eins nachzubauen. Disruptiv zu sein heißt für uns, die Kundenbeziehung über Design und Technik für das Smartphone neu zu definieren und damit Bankfilialen obsolet zu machen.“

Markus Gunter, CEO der N26 Bank

Dr. Christian Macht, Generalbevollmächtigter Element Insurance, erläuterte die Vorteile der Verringerung der Wertschöpfungstiefe für die Versicherungsbranche. „Mit der Auslagerung von Teilprozessen können Versicherer rascher und effizienter auf Marktbedürfnisse reagieren”, so Dr. Macht.

Gemeinsam mit den beiden Start-Up Vertretern diskutierten danach im Plenum noch Dr. Joachim von Schorlemer, Mitglied des Vorstands ING Deutschland, sowie Volker Steck, Vorstandsvorsitzender und CEO Helvetia Deutschland.

Volker Steck, Vorstandsvorsitzender Helvetia Deutschland
BearingPoint

Wir haben bei uns alles konsequent auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtet und dabei selbstverständlich auch unsere interne Organisation entsprechend aufgestellt. Entscheidend ist, das Richtige für sich und seine Kunden aus der Digitalisierung herauszuholen.“

Volker Steck, Vorstandsvorsitzender Helvetia Deutschland

Europäischer Finanzmarkt: Der Brexit als Zäsur

Die Teilnehmer des Summits setzten sich auch mit politischen Rahmenbedingungen auseinander: Sie sprachen über aktuelle Entwicklungen wie den Brexit und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Banken- und Versicherungsbranche: „Es wäre naiv zu verneinen, dass der Brexit die Finanzmärkte verändern wird. Daher muss die EU Antworten auf die Frage nach dem künftigen Profil des Finanzmarktes der EU 27 finden“, sagte Dr. Andreas Dombret.

Erfolgsgeschichten und Erfahrungswerte aus der Praxis

Zu den Schwerpunktthemen des Events zählte außerdem die Bedeutung zukunftsweisender Technologien wie Data & Analytics, Blockchain oder Robotics. Denn durch den Einsatz dieser innovativen Anwendungen ergeben sich neue Möglichkeiten für Banken und Versicherungen – aber auch bisher unbekannte Herausforderungen. Wie der Einsatz unterschiedlichster Technologien schon heute neue Geschäftsfelder eröffnet, erfuhren die Teilnehmer beim Financial Services Marketplace. BearingPoint-Experten und Kooperationspartner stellten anhand konkreter Use Cases Möglichkeiten und Chancen des Transformationsprozesses vor und diskutierten mit den Anwesenden, welche Schlussfolgerungen sie daraus für ihre eigene Unternehmensstrategien ziehen können.aj

 
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