ANWENDUNG28. Juli 2026

Gehälter in der Banking-IT: Wenn zwei gut bezahlte Welten zusammenkommen

Gehälter 2025: Finanzbranche liegt vorn – und IT-Fachkräfte verdienen ebenfalls überdurchschnittlich
ChatGPT

IT-Fachkräfte gehören in Deutschland zu den Gutverdienern – und Banken und Versicherer zu den Arbeitgebern aus der am besten zahlenden Branche. Wer beides zusammenbringt, arbeitet damit an einer interessanten Schnittstelle. Die neue Entgeltstatistik der Bundesagentur für Arbeit zeigt für 2025: Finanz- und Versicherungsdienstleistungen kommen auf ein Medianentgelt von 6.140 Euro brutto im Monat. Gleichzeitig schaffen es gleich zwei IT-Berufsgruppen in die Top Ten der bestbezahlten Tätigkeiten. Einen speziellen Gehaltswert für IT-Fachkräfte innerhalb der Finanzbranche liefert die Statistik zwar nicht. Sie zeigt aber, warum Bank-IT auch beim Gehalt ein attraktives Umfeld bleibt.

Der Abstand zum Gesamtmarkt ist beträchtlich. Über alle Branchen und Berufe hinweg lag das Medianentgelt sozialversicherungspflichtiger Vollzeitbeschäftigter 2025 bei 4.217 Euro im Monat. Beschäftigte der Finanz- und Versicherungsbranche kamen damit auf rund 1.900 Euro mehr. Selbst der Median aller Akademikerinnen und Akademiker liegt mit 6.146 Euro nur sechs Euro über dem Wert der gesamten Finanzbranche. Gegenüber 2024 stieg das Entgelt aller Vollzeitbeschäftigten um 5,1 Prozent, die BA führt das unter anderem auf höhere Tarifabschlüsse zurück.

IT-Berufe spielen in der oberen Gehaltsliga

Für IT-Fachkräfte wird die Statistik interessant, wenn man die Perspektive wechselt und nicht nach Wirtschaftszweigen, sondern nach ausgeübten Berufen sortiert. Softwareentwicklung und Programmierung erreichen 2025 ein Medianentgelt von 6.232 Euro im Monat und landen damit auf Rang acht der bestbezahlten Berufsgruppen. IT-Systemanalyse, Anwenderberatung und IT-Vertrieb folgen mit 6.225 Euro direkt dahinter. Versicherungs- und Finanzdienstleistungen kommen mit 6.088 Euro auf Rang zehn.

Gerade für Banken und Versicherer ist diese Trennung nach Beruf und Branche wichtig. Der Entwickler eines Kernbanksystems, die Security-Spezialistin einer Versicherung oder ein IT-Architekt bei einem Zahlungsdienstleister werden in der Berufsstatistik den jeweiligen IT-Berufen zugerechnet – nicht den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen. Dass die Finanzbranche beim Branchenvergleich mit 6.140 Euro dennoch ganz vorn liegt, umfasst dagegen alle dort Beschäftigten, vom Bankberater bis zur Softwareentwicklerin. Aus beiden Statistiken lässt sich deshalb nicht einfach ein konkretes Durchschnittsgehalt für Bank-IT ableiten. Wohl aber zeigt sich: IT-Fachkräfte bei Finanzunternehmen treffen auf zwei Arbeitsmärkte, die jeweils für sich bereits überdurchschnittlich bezahlen.

„Mit zunehmendem Lebensalter – was in der Regel auch mit größerer Berufserfahrung einhergeht – steigt bei den Beschäftigten das Entgelt im Median. Arbeitnehmer unter 25 Jahren erzielten im Mittel 3.202 Euro, 25- bis unter 55-Jährige 4.286 Euro. Die Arbeitnehmer 55-Jahre-plus erwirtschafteten ein Medianentgelt von 4.362 Euro.“

Unsere Kunden erwarten heute eine Beratung, die nicht bei der Strategie endet, aber auch eine Umsetzung, die auf einer klaren Strategie basiert. Entscheidend ist die Fähigkeit, komplexe Vorhaben erfolgreich in Prozesse, Organisation und Technologie umzusetzen und in Mehrwerte zu überführen.“

Aus der Entgeltstatistik der Bundesagentur für Arbeit

Heise: IT-Median bei 66.750 Euro im Jahr

Auch andere aktuelle Gehaltsdaten bestätigen das hohe Niveau der IT. Nach dem Stepstone-Gehaltsreport 2026, den Heise ausgewertet hat, verdienen Vollzeitbeschäftigte in der IT im Median 66.750 Euro brutto jährlich. Über alle Berufe und Branchen hinweg ermittelte Stepstone dagegen 53.900 Euro. Für IT-Projektleiter werden 74.250 Euro ausgewiesen, für Softwareentwickler 65.250 Euro und für IT-Systemadministratoren 58.000 Euro. Grundlage sind nach Angaben von Stepstone mehr als 1,3 Millionen Vergütungsdaten aus den Jahren 2022 bis November 2025; Boni, Provisionen und Prämien wurden berücksichtigt.

Dabei spielt auch die Größe des Arbeitgebers eine Rolle – ein Punkt, der für die Bank-IT interessant ist, weil viele IT-Fachkräfte dort für große Konzerne oder größere Institute arbeiten. Hinzu kommen Spezialisierungen, die gerade im Finanzsektor gefragt sind: etwa Cloud-Infrastrukturen, Cybersecurity, Datenarchitekturen, KI, regulatorische IT oder die Modernisierung von Kernbank- und Versicherungssystemen. Dass die Bank-IT nicht nur aus Softwareentwicklung besteht, macht den Blick auf die BA-Kategorien ebenfalls deutlich. Neben Entwicklern zählen etwa Systemanalyse, Anwenderberatung und IT-Vertrieb zu den besonders gut bezahlten Tätigkeitsfeldern. In anderen IT-Spezialisierungen können die Werte noch deutlich auseinandergehen. Der aktuelle BA-Entgeltatlas weist beispielsweise für komplexe Spezialistentätigkeiten in der Softwareentwicklung teilweise Medianentgelte deutlich oberhalb von 6.000 Euro aus.

Je höher die Qualifikation, desto interessanter wird die Kombination

Auch innerhalb der Finanzberufe zeigt sich, welchen Unterschied das Anforderungsniveau macht. Während die gesamte Berufsgruppe Versicherungs- und Finanzdienstleistungen auf 6.088 Euro kommt, erreichen Tätigkeiten auf Expertenniveau 7.357 Euro. Die vergleichsweise niedrige Position der Finanzberufe auf Rang zehn der allgemeinen Berufsrangliste sollte deshalb nicht darüber hinwegtäuschen, wie hoch qualifizierte Spezialisten in diesem Umfeld bezahlt werden.

Für IT-Fachkräfte kommt ein weiterer Faktor hinzu: In Banken und Versicherungen reicht technisches Know-how allein häufig nicht aus. Besonders wertvoll sind Beschäftigte, die beispielsweise Softwarearchitektur oder Cybersecurity beherrschen und zugleich Anforderungen aus Bankenaufsicht, Datenschutz, Zahlungsverkehr oder Versicherungsprozessen verstehen. Technologie- und Branchenwissen lassen sich dort schwer voneinander trennen. Entsprechend dürfte für die Gehaltsentwicklung weniger entscheidend sein, ob jemand formal einen „IT-Beruf“ oder einen „Finanzberuf“ ausübt. Gefragt sind zunehmend Profile, die beides miteinander verbinden.

Einen Teil der Spitzengehälter sieht die Statistik gar nicht

Bei sehr hohen Gehältern stößt die BA-Auswertung allerdings an eine Grenze. Grundlage sind die Meldungen der Arbeitgeber zur Sozialversicherung. 2025 wurde das Entgelt dabei nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung von 8.050 Euro monatlich erfasst. Was Beschäftigte oberhalb dieser Schwelle tatsächlich verdienen, ist in den Daten nicht bekannt. Deshalb verwendet die BA für ihre Vergleiche den Median.

Gerade für eine Branche mit gut bezahlten Spezialisten und Führungskräften ist das relevant: Die Gehaltsspitze von Banken und Versicherern lässt sich aus der Statistik nur eingeschränkt ablesen. Schon unterhalb dieser Grenze zeigt sich aber, dass IT-Fachkräfte in einem überdurchschnittlich gut bezahlten Berufsfeld unterwegs sind – und mit Banken und Versicherern auf eine Branche treffen, die beim Entgelt noch einmal ganz oben steht.tw

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