INTERVIEW8. Dezember 2020

PSD2: Fiducia & GAD will XS2A/API deutlich über Regulierungs­anforderungen hinaus weiterentwickeln

Einer der beiden Gewinner im großen PSD2/XS2A-Test des IT-Finanzmagazins ist die Drittanbieter-Schnittstelle der Fiducia & GAD. Was macht den Erfolg aus Sicht des IT-Dienstleisters der Volks- und Raiffeisenbanken aus? Worauf legten die Fachexperten bei der Entwicklung speziellen Wert? In welche Richtung geht es weiter? Carsten Gäher (Entwicklung) und Joachim Knospe (Produktmanagement), die das Projekt in der Fiducia & GAD leiteten, geben Antworten im Interview.

Sie gehen als einer der beiden Sieger aus dem PSD2-Test des IT-Finanzmagazins hervor. Herzlichen Glückwunsch erst einmal zu Ihrem Erfolg! Worauf führen Sie die guten Ergebnisse im Test zurück?

Joachim Knospe, Fiducia & GAD IT
Joachim Knospe, Produktmanagement Fiducia & GAD IT
Joachim Knospe, Produktmanagement Fiducia & GADFiducia & GAD

Joachim Knospe ist seit 1991 als Entwickler und Produktmanager im Unternehmen tätig. Zuvor studierte er Informatik und Linguistik. Seine Themenschwerpunkte in der Fiducia & GAD (Website): On­line-Ban­king, die De­bit-/Kre­dit­kar­ten-Ab­wick­lung der Ban­ken und die Ent­wick­lung und Ge­stal­tung der Schnitt­stel­len FinTS und XS2A aus Pro­dukt­ma­nage­ment­sicht. Seit sei­nem Wech­sel in den Tri­be „Frame­works und Ba­sis­leis­tun­gen“ zum 1. No­vem­ber 2020 un­ter­stützt er die Ban­ken durch das Pro­dukt agree21A­PI bei ei­ge­nen An­wen­dun­gen mit An­bin­dung an das Bankverfahren.

Joachim Knospe: Wir haben bei der Konzeptionierung und Entwicklung von Beginn an auf eine enge Zusammenarbeit sowohl mit den Verbänden und Behörden wie auch mit den Drittanbietern gesetzt. Unser Ziel war es, nah an den Marktstandards und den Anforderungen der Regulatorik aber auch der Finanzdienstleister zu sein. Deshalb haben wir unsere Lösung nicht im stillen Kämmerlein entwickelt, sondern sind früh ins Gespräch mit unseren Partnern gekommen, um eine Lösung zu entwickeln, die allen Anforderungen gerecht wird.

Von besonderer Bedeutung waren hier die aktive Mitarbeit in der Berlin Group und dem NISP Projekt.“

Carsten Gäher: Bei der Entwicklung haben wir zudem bewusst auf Standards gesetzt, die Schnittstelle in bestehende Lösungen integriert und sie so eingebunden wie andere Schnittstellen auch. So konnten wir auf bestehende und bewährte Infrastrukturen zurückgreifen und mussten dadurch geringere Anpassungen in der IT-Architektur vornehmen. Ein weiterer Erfolgsfaktor aus meiner Sicht:

Die technische Entwicklung erfolgte in agilen Teams mit Mitarbeitern, die bereits über Erfahrungen in der Schnittstellen-Entwicklung hatten.“

Was waren besondere Herausforderungen bei der Umsetzung?

Joachim Knospe: Die Herausforderung bestand unter anderem darin, dass der neue Gesetzesentwurf anfangs noch Interpretationsspielräume und Diskussionsmöglichkeiten gegeben hat, viele regulatorische Bedingungen waren noch nicht final geklärt. Trotzdem musste schnell eine produktive Lösung her.

Die regulatorischen Anforderungen wurden erst nach und nach durch konkrete Auslegungsentscheidungen finalisiert. Da hat es sich bewährt, dass wir uns in der agilen Umsetzung mit den anderen Partnern zusammengetan und auf Standards gesetzt haben.“

Wie hat sich die Schnittstelle bislang in der Praxis bewährt?

Carsten Gäher, Fiducia & GAD IT
Carsten Gäher, Entwicklung Fiducia & GAD IT
Carsten Gäher, Entwicklung Fiducia & GADFiducia & GAD

Carsten Gäher ist seit 1999 bei der Fiducia & GAD IT (Website) beschäftigt und hat eine Vielzahl an Projekten im Bereich der Zahlungsverkehrsprozesse begleitet, unter anderem zu den Themen EBICS und FinTS. Seit 2017 ist der gelernte Fachinformatiker und staatlich geprüfte Betriebswirt in der Fiducia & GAD außerdem für die gesetzlich vorgeschriebene Einführung der Drittanbieter-Schnittstelle verantwortlich. Seit dem 1. Oktober 2020 ist Carsten Gäher Tribe Lead für den Tribe „Zahlungsinitiierung“ im Geschäftsfeld Produktionsbank und verantwortet in dieser Rolle unter anderem die Themen XS2A, EBICS und FinTS.

Carsten Gäher:

Aktuell zählen wir pro Tag rund eine Million Transkationen auf der Schnittstelle. Störungen gab es bisher nur sehr wenige.“

Die Drittanbieter, mit denen wir regelmäßig im Kontakt stehen, sind zufrieden mit der Verfügbarkeit und der Funktionalität der Lösung. Dieses war uns bei der Umsetzung auch besonders wichtig. Es bleiben natürlich das Ende der Markterprobungsphase und die Rückmeldung der BaFin abzuwarten. Wir gehen aber davon aus, dass wir noch in diesem Jahr eine Freigabe der Schnittstelle und eine Freistellung von der Verpflichtung zum Fallback erhalten.

Wohin geht die Reise der Fiducia & GAD in Sachen Drittanbieter-Schnittstellen?

Joachim Knospe:

Die Bereitstellung von API-Schnittstellen und im Besonderen der Drittanbieter-Schnittstelle ist für uns strategisch ein sehr wichtiges Thema. Denn die Fiducia & GAD will ihre Plattformen vermehrt auch für weitere Drittanbieter öffnen. So können wir künftig zum Beispiel auch Lösungen anbieten, die über das klassische Banking hinausgehen,“

Stichwort digitale Ökosysteme. Auch hier setzen wir auf Kooperationen und richten uns nach den Bedürfnissen im Markt und den Schnittstellen-Anforderungen anderer Branchen. So können wir in Zukunft den Banken und Bankkunden weitere Mehrwerte anbieten.

Herr Gäher, Herr Knospe – vielen Dank für das Interview.aj

 
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