ANWENDUNG8. September 2022

LG bringt NFT-Plattform auf Smart-TVs

Nach Samsung hat sich mit LG Electronics nun ein zweiter Hersteller von Consumer Electronics in die Welt der Non-fungible Tokens (NFT) begeben. Ein Marktplatz mit Community-Charakter soll LG-Kunden das Thema näherbringen. Sogar eine eigene Krypto-Wallet haben die Koreaner kreiert.

Per Fernseher zum NFT-Marktplatz, die passende Kryptowallet gibt es als App aufs Smartphone – so steigt LG in den Markt für digitale Kunst ein. <Q>LG Electronics
Per Fernseher zum NFT-Marktplatz, die passende Kryptowallet gibt es als App aufs Smartphone – so steigt LG in den Markt für digitale Kunst ein. LG Electronics

 

Noch ist nicht viel los auf der gerade gelaunchten NFT-Plattform LG Art Lab (Website), doch für den 22. September ist der erste NFT-Drop angekündigt. Werke des digitalen Bildhauers Barry X Ball machen den Auftakt, künftig sollen jeden Monat neue Angebote, auch von weiteren Künstlern, folgen. Die Idee hinter diesem Angebot: Die NFTs sollen auf den Fernsehern dargestellt werden – der TV-Schirm und die digitalen Kunstwerke ersetzen in der Wohnung Leinwand und Rahmen physischer Gemälde.

Bislang können nur US-Kunden auf die Plattform zugreifen. Zu erreichen ist sie über Smart-TVs, die mindestens über Version 5.0 von webOS, dem TV-Betriebssystem von LG, verfügen. Sie können NFTs über die Plattform kaufen und wieder verkaufen. 

Die Technik hinter LG Art Lab

Bezahlt wird auf der LG-NFT-Plattform mit digitalen Dollars, der Kryptowährung USDC. Ausgeführt werden die Transaktionen über eine eigens kreierte Krypto-Wallet von LG, deren Name sich aus „Wallet“ und „Krypto“ ableitet: Wallypto. Für diese gibt es eine eigene App. Soll ein NFT gekauft werden, scannt der Interessent den zugehörigen QR-Code auf dem Fernseher mit seinem Smartphone und schließt den Kauf mit der Wallypto-Zahlung ab.

Die Plattform inklusive der Wallet setzen auf die Hashgraph-Technologie von Hedera. Dabei handelt es sich nicht um eine Blockchain, also linear verknüpfte Transaktionen, sondern um ein System verteilt verknüpfter Transaktionen. Dies soll zum einen mehrere Transaktionen zugleich ermöglichen und dazu noch deutlich energieeffizienter sein, auch gegenüber Blockchains auf Basis des Proof-of-Stake-Verfahrens (PoS). Darüber hinaus wirbt Hedera damit, die erste „Carbon-negative“ Krypto-Plattform zu sein. Das will der Betreiber über den Kauf von Klimazertifikaten erreichen, die vierteljährlich erworben werden und den errechneten CO2-Fußabdruck überkompensieren sollen.

Laut Medienberichten soll auf der LG-Aktionärsversammlung im März ein stärkeres Engagement in Blockchain-Technologien beschlossen worden sein. LG gehört seit 2020 zu den Unterstützern von Hedera, wie unter anderem auch IBM, Google und die Deutsche Telekom. Die Krypto-Plattform betreibt bereits einen eigenen NFT-Marktplatz, Hash Axis, der allerdings bislang noch keine große Bedeutung im NFT-Markt erlangt hat. 

<Q>LG Electronics
LG Electronics

Viele Menschen haben schon von NFTs gehört und würden gerne an dem wachsenden Ökosystem teilnehmen, aber der Einstieg kann komplex und schwierig sein. LG Art Lab soll es Millionen von Nutzern in den USA ermöglichen, einfach auf NFTs zuzugreifen und sie anzuzeigen, ohne selbst mit Code oder direkt mit einer Blockchain interagieren zu müssen.“

Chris Jo, Leiter Plattformgeschäft bei LG Electronics

Samsung hat es vorgemacht

Bereits Anfang des Jahres hatte Samsung ein ähnliches Projekt angekündigt. Der wie LG aus Südkorea stammende Konzern hatte im März eine Kooperation mit Nifty Gateway bekanntgegeben (Website). Bereits vom Start weg sollten Samsung-Kunden Zugriff auf über 6.000 Kunstwerke haben, unter anderem von Kunstschaffenden wie Beeple, Daniel Arsham und Pak. Transaktionsgebühren sollen auf dieser Plattform nicht anfallen. Integriert ist die Funktion in Samsung-Smart-TVs der Linien QLED und Neo QLED TV, sowie in Micro-LED-Geräte. Auch Samsungs „The Frame“, ein Fernseher in Bilderrahmenoptik, erhält Zugang zur NFT-Plattform und kann dann die Digitalkunst wie ein Gemälde präsentieren.

Darüber hinaus verfolgt Samsung in seinem Heimatland eine weitergehende Strategie zur Verknüpfung der realen und der virtuellen Welt. Dazu wurde unter dem Titel „New Galaxy NFT-Projekt“ eine Kooperation mit Theta Networks abgeschlossen. NFTs des Partners wurden im Februar als Bonus an Vorbesteller der Samsung-Flaggship-Mobilgeräte, dem Galaxy S22 und dem Tablet S8, verschenkt. Umgekehrt sollen Käufer der Theta-NFTs Rabatte bekommen, wenn sie diese Samsung-Geräte in bestimmten Einzelhandelsgeschäften kaufen. hj

 
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://itfm.link/145393
 
 

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.