STUDIEN & UMFRAGEN5. Oktober 2021

Mambu-Bankenumfrage: „Digitalisieren oder sterben“

60 Prozent der befragten Bankenmanager in EMEA befürchten, dass ihr Unternehmen die nächsten 5 bis 10 Jahre nicht überlebt, wenn sich die Geschäftsmodelle nicht ändern, 69 Prozent erwarten zumindest den Verlust von Marktanteilen, wenn die Digitalisierung nicht vorankommt. Doch nicht nur die Technik, auch das Mindset muss in vielen Instituten renoviert werden, ergab die Studie.

Die größten Treiber und Hemmnisse der Digitalen Transformation imBankenwesen. <Q>Mambu/FT Focus
Die größten Treiber und Hemmnisse der digitalen Transformation im Bankenwesen. Mambu/FT Focus

 

Gemeinsam mit The Financial Times Focus (FT Focus) hat Mambu, Anbieter einer SaaS-Cloud-Banking-Plattform, im vergangenen April 517 leitende Bankmanager befragt, davon 41 Prozent aus der EMEA-Region (Europe, Middle East, Africa). Diese zeigten teils drastische Sorgen um zu wenig Digitalisierungsbemühungen sowie den starken Wettbewerb mit BigTechs wie Amazon und Google. Die Ergebnisse der Studie haben Mambu und FT Focus in einem Whitepaper zusammengefasst unter dem eindringlichen Titel „Evolve or be extinct“ – also Weiterentwickeln oder (Aus-)Sterben (kostenloser Download).

Schleppende Fortschritte

Die Umfrage beleuchtet, dass viele Entscheidungsträger die digitale Transformation des eigenen Unternehmens kritisch sehen. So geben 25 Prozent an, ihre digitale Strategie sei erst im Entstehen oder in einem „explorativen“ Stadium. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) ist sich bewusst, dass die Ziele der Transformation möglicherweise verfehlt werden.

Auf der anderen Seite finden sich auch positive Aspekte. Denn zumindest die finanziellen Anstrengungen der Bankenbranche wachsen. Für die EMEA-Region ermittelte die Studie deutliche Erhöhungen der Investitionen in Künstliche Intelligenz (36 Prozent), Big Data (25 Prozent) und Blockchain (19 Prozent). In anderen Regionen wird allerdings teils deutlich mehr Geld in solche Digital-Technologien gepumpt. In Asien-Pazifik wollen 40 Prozent der Banken ihre Ausgaben im Bereich Big Data erhöhen. Blockchain-Investitionen sind bei 30 Prozent der nordamerikanischen Banken vorgesehen und 50 Prozent der Banken in Lateinamerika wollen vermehrt in KI investieren.

Drastische Folgen erwartet

In den Augen vieler Befragter reichen weder die Ausgaben für neue Technik aus, noch werden die Digitalstrategien – soweit vorhanden – mit der nötigen Konsequenz umgesetzt. Dementsprechend groß sind ihre Zukunftssorgen. Mehr als zwei Drittel (67 Prozent) der Banken weltweit und 69 Prozent der Banken in der EMEA-Region (Europa, Naher Osten & Afrika) gehen davon aus, dass sie innerhalb der nächsten zwei Jahre Marktanteile verlieren werden, wenn sie keine ausreichenden Fortschritte bei der digitalen Transformation erzielen.

Darüber hinaus gaben 74 Prozent der Befragten weltweit und 71 Prozent in EMEA an, dass branchenfremde digitale Champions wie die Technologiegiganten Amazon und Google bereits in den nächsten 5 Jahren den größten Marktanteil im Bankensektor erobern werden. Deshalb müssten sich auch die Geschäftsmodelle im Rahmen der Digitalisierung verändern. Wird diese Entwicklung verpasst, werde ihr Unternehmen in den nächsten 5 bis 10 Jahren gänzlich vom Markt verschwinden, gaben 58 Prozent der Befragten weltweit an, in EMEA betrug deren Anteil sogar 60 Prozent.

Banken werden kooperativer

Die Technologieführer der Finanzbranche setzen gezielt auf einen Ausbau der Investitionen in ihre Datenkapazitäten und stellen ihre Legacy-Systeme auf moderne, plattformbasierte Strukturen um, so die Erkenntnisse der Mambu-Experten.

Anton Langbroek, Geschäftsführer der DACH-Region bei Mambu, sieht im Vergleich der unterschiedlichen Branchensektoren starke Differenzen. Daraus ergäben sich aber auch Chancen:

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Mambu

Die Forschung zeigt, wie unterschiedlich der Bankensektor bei der digitalen Transformation vorgeht. Während das Privatkundengeschäft nur langsam auf die rasanten Veränderungen im Verbraucherverhalten reagiert hat, die durch die Pandemie ausgelöst wurden, gibt es eine aufstrebende Kohorte digitaler Vorreiter, die sich gegen diesen Trend stemmt. Mehr noch: Diese vorausschauenden Akteure können digitalen Nachzüglern dabei helfen, ihre Transformation voranzutreiben, indem sie der Branche eine Richtschnur vorgeben und gleichzeitig den Business Case für einen kundenzentrierten Ansatz demonstrieren.“

Anton Langbroek, Mambu

Dem folgt ein großer Teil der Branche: Zwei Fünftel (40 Prozent) der Befragten planen, nach der Pandemie auf ein modernes plattformbasiertes System umzusteigen, das Flexibilität und Unabhängigkeit verspricht. Sie zeigen eine hohe Bereitschaft, mit Drittanbietern zusammenzuarbeiten, um beispielsweise Plug-and-Play-Bankdienstleistungen zu entwickeln.

Das Fazit der Studienautoren: Die Ergebnisse verdeutlichten, dass die Branche stärker zusammenarbeiten muss. Sie zeigten aber auch, welche Chancen sich zukunftsorientierten Unternehmen bieten, die mit Hilfe von FinTech-Ökosystemen innovative Wege beschreiten. hj

 
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