REGULIERUNG/ REGULATORY HUB21. Juli 2017

Mifid II und PRIIP betreffen Schweizer Banken: SIX will bei Umsetzung der Anleger­schutz­vorschriften helfen

nuoil830/bigstock.com

Ab nächsten Jahr treten die neuen EU-Richtlinien Mifid II und PRIIP in Kraft. Sie sollen den Anlegerschutz massiv ausbauen. Banken müssen diese Richtlinien bei EU-Kunden und in EU-Filialen anwenden. Zudem gelten die Vorschriften für Finanzprodukte, die in der EU herausgegeben wurden. Das betreffe beispielsweise auch argentinische Börsenindizes, deren Bestandteil Wertpapiere aus der EU seien. Die neuen Regeln seien eine weltweite Angelegenheit.

Die neuen Richtlinien fordern detaillierte Dokumente zur Information der Anleger über Finanzprodukte. Banken etwa müssen prüfen, ob ein Wertpapierkauf für einen Anleger vor dem Hintergrund seiner Kenntnisse und Erfahrungen angemessen ist. Bei einer Beratung müssen die Banken die Anlageziele der Kunden erfragen und ihnen anschließend die dafür geeigneten Wertpapiere vorschlagen. Deshalb kommen etwa für konservative Kleinanleger gewisse komplexe Finanzprodukte nicht in Frage.

SIX

Es ist ein Trugschluss, dass diese Vorschriften die Schweizer Banken nicht betreffen.“

Robert Jeanbart, Leiter der SIX-Division Finanzinformationen

Zudem gibt es Vorgaben für die Ausführung von Kundenaufträgen. So wird etwa geregelt, wie Risiken und Kosten dargestellt werden müssen oder wie Anleger über ihre Steuerpflichten informiert werden müssen.

Und die ganzen Informationen müssen in einer Sprache zur Verfügung stehen, die der Anleger versteht. Englisch alleine reicht nicht. Dies führt zu einer Flut von Informationen und Daten, die sich je nach Marktlage ständig ändern können, und die bewältigt werden müssen.

SIX will Aufgabe zentral übernehmen

Diese Aufgaben will die SIX für die Banken übernehmen, damit nicht jede einzelne Bank für sich diese lösen muss. Denn die neuen Regulatorien würden erhebliche Kosten verursachen und betriebliche Anpassungen erfordern.

Der Bankberater kann mit der SIX-Lösung direkt im System abfragen, ob die gewünschten Produkte für den Anleger zugelassen sind, welches Risikoprofil sie aufweisen und welche Steuerpflichten sich daraus ergeben. Die Konkurrenz hat laut SIX noch kein derart umfassendes Angebot.

Als Kunden hat die SIX Banken im In- und Ausland im Visier. Insgesamt habe man rund 200 Banken gewonnen, davon 80 aus der Schweiz. Darunter ist auch die UBS. Die SIX gehört rund 130 Banken.aj

 
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