STRATEGIE31. August 2020

Aus paydirekt, Kwitt und giropay wird … giropay … fast

payidrekt übernimmt giropay und geht zusammen in #DK auf
MontageITFM

Viele Mythen und Sagen kursieren um die Initiative #DK aus dem Feenreich der Deutschen Kredit­wirtschaft. Dem Vernehmen nach kommt es jetzt aber erstmals zu konkreten Ergebnissen: die paydirekt GmbH übernimmt die giropay GmbH. Und auch das P2P-Bezahlverfahren Kwitt soll zukünftig unter der Marke giropay vermarktet werden. Entsprechende Beschlüsse sollen Ende August gefasst worden sein, berichten Insider.

Damit erreicht die Deutsche Kreditwirtschaft den ersten Meilenstein im Projekt #DK. Mit diesem Schritt löst die Deutsche Kreditwirtschaft ihr Versprechen gegenüber der Politik ein, ihre Bezahlverfahren zu konsolidieren. Dabei wird sich an den Verfahren selbst – außer einem gemeinschaftlichen Markennamen – zunächst kaum etwas ändern. Paydirekt, giropay und Kwitt bleiben auf Sicht so, wie sie heute sind im Markt bestehen. Die Weiterentwicklung zu einem funktional einheitlichen Verfahren liegt jetzt allerdings in einer Hand: In der der paydirekt GmbH.

paydirektDie drei Musketiere?

Paydirekt (Website) war als Hoffnungskind der Deutschen Kreditwirtschaft im Sommer 2015 gestartet. Mit dem Verfahren wollten die deutschen Banken und Sparkassen Anbietern wie PayPal endlich Paroli bieten. Doch der Erfolg blieb bis heute aus. Hochgejubelt, mit enormen finanziellen Mitteln entwickelt und ausgestattet, hat paydirekt keine der hohen Erwartungen erfüllen können (mehr zum Thema).

Sparkassen-Finanzportal

Kwitt (Website) hingegen, das von den Sparkassen und Volksbanken Raiffeisenbanken Ende November 2016 eingeführt wurde, konnte beachtliche Marktanteile im Bereich von P2P-Zahlungen für die beiden Bankengruppen sichern.

Während private Anbieter wie Cringle oder Lendstar in diesem Segment scheiterten, steigen die Nutzerzahlen bei Kwitt nach wie vor an – im August 2018 sollen es bereits über eine Million gewesen sein (mehr zu Kwitt).“

giropay geht in paydirekt auf, behält aber die Marke
giropay

Und giropay (Website)? 2006 gestartet, immer wieder totgesagt, hat es sich bis heute im E-Commerce gehalten. Von allen drei Verfahren hatte giropay wohl die geringste politische Unterstützung. Und dennoch – oder gerade deshalb – erzielte giropay immer wieder nennenswerte Vertriebserfolge und hatte zuletzt von über einer Millionen Transaktionen pro Monat berichtet (mehr zu giropay) – und wird nun in paydirekt integriert.

Fehlt noch girocard

Nun also sollen alle drei Verfahren zusammen kämpfen, getreu dem Motto der drei Musketiere „Einer für alle, alle für einen“. Ob es reicht, diese drei Nischenanbieter nun zusammenzuführen, um gegen Wettbewerber wie PayPal, Alipay oder VISA und MasterCard anzustinken, mag bezweifelt werden. Insider berichten, dass auch Girocard dieser Allianz beitreten soll, sodass aus dem Trio die fantastischen Vier werden sollen.

Man mag der DK dabei ein glückliches Händchen wünschen, sind doch Alternativen zu den großen Akteuren aus den USA und China gefragter denn je. Die Befürchtung liegt jedoch nahe, dass man sich wieder in politischen Diskussionen aufreiben wird.

Denn eines ist klar: Bei allem Zusammenhalt innerhalb der DK, so sitzen sich dort Wettbewerber gegenüber, die verständlicherweise eigene Ziele verfolgen. Einen Konsens in einer solchen Ausgangslage zu finden, ist dann wohl die ganz große Politik.“aj

 
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