STRATEGIE19. Juni 2020

Raisin stärkt europäische Banking-Strategie

Reisig ist in vielen europäischen Ländern aktiv – die Konten sind nun in Deutschland zentralisiert. <Q>Volina / Bigstockphoto
Raisin ist in vielen europäischen Ländern aktiv – die Kundenkonten sind nun in Deutschland zentralisiert. Volina / Bigstockphoto

Eines der erklärten Ziele der Raisin-Plattformen ist der europaweite, grenzüberschreitende Zugang zu Finanzprodukten. Dieser Ansatz erhält nun mehr Durchschlagskraft: Das Finanzunternehmen hat Kundenkonten aus 31 Ländern auf die eigene Raisin-Bank übertragen. Weitere Schritte sind bereits angekündigt.

Rund 15 Monate nach der Akquise der MHB-Bank hat Raisin, in Deutschland mit der Marke Weltsparen aktiv, das Institut enger in seine Wertschöpfung und die weitere Wachstumsstrategie eingebunden. Wie das Unternehmen nun bekanntgab, seien die Kundenkonten in mehr als 31 Ländern zur inzwischen umbenannten Raisin-Bank migriert worden.

Das Frankfurter Institut betreute zuvor lediglich die Kunden in Deutschland, Österreich und Irland. Die Kundenkonten in England sind bei der Starling Bank angesiedelt, hier sind keine Änderungen vorgesehen. Für alle anderen Länder diente bislang die Keytrade Bank, eine Tochter der französischen Arkéa Direct Bank, als Partner.

Europäische Plattform

Bereits bei der Übernahme im März 2019 hatte Raisin angekündigt, mehr Finanzdienstleistungen in der Gruppe bündeln zu wollen. Als zentrale Services der eigenen Bank nannten die Verantwortlichen Kontoführung, Kundenidentifikation und den Zahlungsverkehr. Das Angebot werde zügig um zusätzliche Services und Produkte erweitert.

Mit dem jetzt erreichten Stand würden die Kunden in ganz Europa in einheitlicher Weise bedient, so das Unternehmen. Auf den Raisin-Plattformen näherten sich die Kundenerfahrungen schon einem Stand an, der mit einem einheitlichen Europäischen Binnenmarkt für Finanzdienstleistungen einhergehe – den es noch nicht gibt.

Für Katharina Lüth, verantwortlich für das Europa-Geschäft von Raisin, war die Kontenübertragung der nächste logische Schritt. Sie dankte dem bisherigen Partner, der Keytrade Bank, für die hervorragende Zusammenarbeit. Sowohl Kunden als auch Partnerbanken erhielten künftig alle Dienstleistungen auf einem durchgängigen Qualitätsniveau aus einer Hand, so Lüth.

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„Wir profitieren durch die Raisin-Bank innerhalb unserer Unternehmensgruppe von vielfältigen Synergieeffekten und leben als europäisches Unternehmen konsequent die Idee des einheitlichen europäischen Binnenmarkts.“

Katharina Lüth, Vice President Europe Raisin

BaaS-Ansatz weiterverfolgt

Einlagebanken und Distributionspartner wie Telefónica mit dem O2-Banking oder N26 können nun leichter eingebunden und noch stärker aus einer Hand betreut werden. Denn auch unter dem Dach von Raisin wird die ehemalige MHB-Bank weiterhin als Banking-as-a-Service-Anbieter (BaaS) für FinTechs, Investoren und Fonds agieren, so Andreas Wolf, Chief Commercial Officer der Raisin-Bank.

Wolf betont ebenfalls die europäische Ausrichtung seines Hauses. Diese sei in der DNA des Unternehmens angelegt, erläutert er mit Verweis auf den Gründungsnamen Mitteleuropäische Handelsbank (MHB). Damals war das Institut noch eine Tochter der Nord/LB. Zudem habe man viele europäische Partner gewonnen und bereits viele deutsche Unternehmen bei der europäischen Expansion unterstützt. Ebenso seien jüngst neue Kunden mit europäisch orientierten Geschäftsmodellen hinzugekommen, wie Billie, Vanta und Maturus Finance. hj

 
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