ANWENDUNG20. Juli 2026

Sparkassen ziehen nach: Wertpapierhandel per App mit „S-Neo”

Eine Person nutzt ein Smartphone zur Analyse von Wertpapierkursen, während auf einem Tablet zusätzliche Finanzdaten angezeigt werden. Die App „S-Neo“ ermöglicht den Zugriff auf aktuelle Marktinformationen und unterstützt den Wertpapierhandel.
DSGV

Die Sparkassen erweitern ihre App „Sparkasse“ um den Handel mit Fonds und Aktien. Damit treten sie in Konkurrenz zu etablierten Neo-Banken und Neo-Brokern. Wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) mitteilt, sei das Angebot „S-Neo” konsequent für die Nutzung auf dem Smartphone konzipiert. Es biete Kunden einen schnellen und übersichtlichen Zugang zu Sparplänen und Wertpapiergeschäften.

Wie der DSGV betont, sei der erste Schritt ins Wertpapiersparen für viele Menschen noch immer mit Unsicherheit verbunden. „S-Neo” solle diese Hürde senken und die Beschäftigung mit Sparplänen, Wertpapiergeschäften und langfristigem Vermögensaufbau erleichtern. Für Depotführung, Wertpapierkäufe, Sparpläne und weitere Leistungen sollen die Konditionen der jeweiligen Sparkasse gelten.

Laut einer dpa-Meldung ermöglichen die Sparkassen mit „S-Neo” den Handel von mehr als 21.000 Wertpapieren wie ETFs (börsennotierten Indexfonds) direkt in der Sparkassen-App. Das Angebot stehe zunächst den 20 Millionen App-Nutzern zur Verfügung. Von diesen hätten rund die Hälfte kein Wertpapierdepot. Um den Jahreswechsel 2026/2027 sei eine Öffnung für Neukunden geplant.

Joachim Schmalzl, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes
DSGV

Wir wollen nicht, dass Menschen aus Gewohnheit dauerhaft unter ihren Möglichkeiten bleiben. Wer Vermögen aufbauen will, braucht neben Sicherheit auch einen einfachen Zugang zu Chancen.“

Joachim Schmalzl, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes

Die Sparkassen hätten beim Wertpapiersparen eine besondere Aufgabe: Sie müssten Hürden abbauen, ohne Risiken kleinzureden, sowie digitale Einfachheit bieten, ohne Vermögensbildung auf kurzfristiges Handeln zu verkürzen, so Schmalzl weiter. „S-Neo” sei deshalb kein Angebot für den schnellen Effekt, sondern ein Zugang für Menschen, die ihre finanziellen Möglichkeiten bewusster nutzen wollten.

Können die Sparkassen etablierten Neobanken und Neobrokern Paroli bieten?

Neobanken und Neobroker konnten ihr Wachstum der letzten Jahre vor allem durch vergleichsweise niedrige Ausführungsgebühren, eine reduzierte Benutzeroberfläche und Zusatzanreize wie attraktive Zinsen auf nicht investiertes Guthaben erzielen.

Ob „S-Neo” Erfolg habe, hänge auch von attraktiven Preismodellen ab, die mit den etablierten Neobanken und Neobrokern, wie etwa Trade Republic, N26 oder Revolut mithalten könnten. Für die Sparkassen (Website) spreche die hohe Zahl an Bestandskunden. Diese könnten das neue Angebot sofort nutzen, ohne eine zusätzliche App installieren oder ein neues Konto einrichten zu müssen.dw, dpa, DSGV

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