STUDIEN & UMFRAGEN9. September 2022

Studie: 49 Prozent der Unternehmen erreichen ihre Transformationsziele nicht

Eine Untersuchung von Natuvion zeigt, dass fast die Hälfte der befragten mittelständischen und großen Unternehmen ihre Transformationsziele nicht vollständig erreichen. Ziele sind die Steigerung der Qualität, die Prozesssicherheit sowie die Zukunftsfähigkeit.

Studie Transformationsziele
Natuvion
Das auf die digitale Transformation spezialisierte Unternehmen Natuvion hat in einer Studie die Ziele und Erfolgsfaktoren einer digitalen Transformation von Kernsystemen bei mittelständischen und großen Unternehmen untersucht. Die Ergebnisse zeigen eine große Kluft zwischen den angestrebten Zielen und den tatsächlichen Erfolgen. Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen bestätigen, dass sie ihre Transformationsziele nicht vollständig erreicht haben, obwohl die Projekte aufgrund wichtiger Zielsetzungen durchgeführt wurden: Knapp 65 Prozent der Befragten wollten die Qualität und Prozesssicherheit steigern, über 57 Prozent hatten eine verbesserte Zukunftssicherheit zum Ziel.

Die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit bei digitalen Umzügen ist auffällig. Längst nicht jede Transformation führte schlussendlich zu dem Ergebnis, das sich die Unternehmen vorgenommen hatten. Oft verzögern sich die Projekte enorm oder die Kosten explodieren. Manche Transformationsprojekte müssen sogar gestoppt oder im schlimmsten Fall rückabgewickelt werden. Damit verlieren Unternehmen nicht nur wertvolle Zeit, sondern auch einen Teil ihrer Investitionen. Sie pokern auch mit ihrer Zukunftsfähigkeit, was in disruptiven Märkten fatale Folgen haben kann.”

Patric Dahse, Gründer und Geschäftsführer von Natuvion

Defizite bei der Planung

Über 30 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass im Transformationsprozess keine Analysen durchgeführt wurden und dass fast ebenso viele auf die Prüfung der Datenqualität verzichtet haben. Dies könnte ein Grund für die teilweise nicht vollständig erreichten Transformationsziele sein. Auch das fehlende Knowhow im eigenen Unternehmen könnte zu den unbefriedigenden Ergebnissen beitragen. Über 35 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie die Wissenslücken erst im Laufe der Transformation entdeckt haben. Dennoch haben mehr als 52 Prozent der Befragten als organisatorische Maßnahme den Aufbau von mehr Kompetenz im Fokus. Eine Reaktion darauf ist, dass über 32 Prozent der Unternehmen zukünftig früher externe Berater hinzuziehen würden.

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Vorbereitung ist entscheidend

Unternehmen würden die Schwerpunkte bei künftigen Transformationsprojekten teilweise anders setzen. Fast 44 Prozent würden sich bei einer erneuten Transformation erst mit den wichtigsten Prozessen befassen, die nach der Migration laufen müssen. Das deutet darauf hin, dass sich Unternehmen in der Vergangenheit bei ihren Transformationen auf zu viele Aspekte gleichzeitig konzentriert haben, oder die Prioritäten teilweise falsch gesetzt haben. Ein weiterer Aspekt lässt vermuten, dass Unternehmen die Transformation in Art und Aufwand unterschätzen. Knapp 40 Prozent der Befragten würden sich grundsätzlich früher mit der Thematik befassen und knapp 33 Prozent die Unterstützung durch wesentliche Entscheider und Beeinflusser sicherstellen.

Mit Vorprojekten kann eine detaillierte Ist-Analyse erstellt werden, um die konkreten Ziele und das Transformationsszenario daraus abzuleiten. Zudem lassen sich frühzeitig die potenziellen Wege und Möglichkeiten ergründen, das Transformationsziel genau definieren, die Optimierung von Datenbeständen und Prozessen festlegen und die Reihenfolge für die nötigen Schritte vor, während und nach der eigentlichen Transformation definieren.

Vorprojekte dienen auch dazu, Risiken abzuwägen, etwa die Dauer von Betriebsunterbrechungen. 16 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, derart kritische Systeme zu betreiben, dass keinerlei Betriebsunterbrechung stattfinden darf. 62 Prozent gestehen einer potenziellen Betriebsunterbrechung nicht mehr als wenige Stunden, einen Arbeitstag oder ein Wochenende zu.

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Die stetige Anforderung, dass Kernsysteme rund um die Uhr laufen müssen, erhöht den Druck auf die Entscheidung, welches Transformationsszenario (Brownfield, Greenfield oder Selective Data Transition) das optimale ist. Bei der Frage, was passiert wäre, wenn die Unternehmen bei ihrer Transformation einen anderen Weg beschritten hätten, nennen über 45 Prozent höhere Kosten sowie schwere Prozessanpassungen und über 41 Prozent die Inkompatibilität zu neuen Systemen.

100% Greenfield- und Brownfield-Migration haben weitgehend ausgedient

Die klassischen Transformationsmethoden wie Greenfield oder Brownfield verlieren zunehmend an Bedeutung.

Eindimensionale Migrationsmethoden werden nur noch selten streng nach Definition umgesetzt. In der Planung der Transformation wird meist klar, dass eine Mischform aus unterschiedlichen Methoden die sinnvolle und erfolgversprechende Vorgehensweise darstellt.“

Immerhin, bereits rund 50 Prozent der befragten mittelständischen und großen Unternehmen geben an, eine Selective Data Transition anzustreben und nur vereinzelt den eindimensionalen Pfad von Greenfield (alle Daten und Prozesse werden komplett neu strukturiert) und Brownfield (alle Daten und Prozesse werden komplett beibehalten) zu folgen. Für eine reine Greenfield-Transformation entscheiden sich lediglich 21 Prozent und für rein Brownfield 29 Prozent.

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Über die Studie

Für die Untersuchung wurden insgesamt 201 Entscheider mittelständischer und großer Unternehmen befragt, die entweder bereits ein Transformationsprojekt abgeschlossen hatten oder sich in der Durchführung befanden. Aus den Antworten wurden Erkenntnisse gewonnen, um digitale Transformationen gezielt zu unterstützen. Die Studie ist nach Angabe von Kontaktdaten hier kostenlos zum Download erhältlich.pp

 
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