STUDIEN & UMFRAGEN21. März 2017

TCS-Studie: Unternehmen erwarten erheblichen Einfluss durch Künstliche Intelligenz

Pixabay/CC0

Laut einer TCS-Studie sieht eine Mehrheit der Unternehmen KI als wichtigen oder sehr wichtigen Faktor für die eigene Wett­be­werbs­fähig­keit im Jahr 2020 an. 68 Prozent der für die Studie befragten Unternehmen nutzen KI derzeit für ihre IT, aber 70 Prozent erwarten die größten Auswirkungen bis 2020 im Marketing, Kun­den­ser­vice, Finanz- und Personalwesen. Die Un­ter­neh­men in der Studie mit dem größten finanziellen Nutzen durch Investitionen in KI erwarten bis 2020 drei Mal so viele neue Ar­beits­plätze wie Unternehmen mit geringen Verbesserungen.

Bei 84 Prozent der befragten Unternehmen weltweit würden Künstliche Intelligenz (KI) als essenziell für ihre Wettbewerbsfähigkeit beurteilen, 50 Prozent der Technologie eine erhebliche Transformationskraft beimessen. Das ist das Ergebnis einer globalen Trendstudie mit dem Titel „Getting Smarter by the Day: How AI is Elevating the Performance of Global Companies” von Tata Consultancy Services, einem Anbieter von weltweiten IT-Services, Beratungsleistungen und Geschäftslösungen. Befragt wurden 835 Führungskräfte in Unternehmen mit einem durchschnittlichen Jahresumsatz von 20 Milliarden US-Dollar aus verschiedenen Branchen in 13 Ländern zum derzeitigen und künftigen Einfluss von KI.

Anwendung in zahlreichen Unternehmensbereichen erwartet

Laut den befragten Führungskräften wirke sich KI auf nahezu alle Unternehmensbereiche aus. Heute würden hauptsächlich IT-Abteilungen Künstliche Intelligenz in ihren Anwendungen nutzen: Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der befragten Unternehmen nutzten die Technologie, um Sicherheitslücken aufzuspüren, Anwenderprobleme zu lösen oder zur Automatisierung von Routineabläufen. Jedoch gehen 70 Prozent der Befragten davon aus, dass KI erst im Jahr 2020 die größten Auswirkungen außerhalb der IT-Abteilung haben werde. Ein knappes Drittel (32 Prozent) sieht die größten Auswirkungen durch KI im Jahr 2020 in Vertrieb, Marketing und Kundenservice. In Unternehmensbereichen, die keinen Kundenkontakt haben, sieht jeder fünfte Befragte (20 Prozent) die größten Auswirkungen. Dazu zählen strategische Planung, Unternehmensentwicklung sowie die Finanz- und Personalabteilung.

Die befragten Führungskräfte arbeiten in unterschiedlichen Branchen, darunter Automobil, Banken und Finanzdienstleistungen, Energie, Gesundheitswesen, Life Sciences, Fertigung und Handel. Die Umfrageergebnisse der Studie zeigen laut TCS die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf verschiedene Tätigkeiten in den kommenden Jahren: Kundenbetreuer würden dank der KI-Unterstützung Probleme schneller lösen und künftige Käufe antizipieren, Finanzdienstleistungsunternehmen könnten Massentransaktionen schnell und sicher über Nacht abgleichen, Mitarbeiter der Personalabteilung müssten sich nicht um die zeitintensiven Onboarding-Prozesse für neue Mitarbeiter kümmern.

Nach Schätzung der Umfrageteilnehmer würden unter dem Strich je nach Unternehmensbereich bis 2020 zwischen vier und sieben Prozent der Arbeitsplätze wegfallen. Allerdings würden die Unternehmen mit dem größten finanziellen Nutzen durch Künstliche Intelligenz dreimal so viele neue Arbeitsplätze bis 2020 erwarten verglichen mit Unternehmen, die die geringsten Verbesserungen bei Umsatz oder Kosten durch KI erzielen. Bereits heute würde Künstliche Intelligenz zur Automatisierung bestimmter Prozesse sowie zur Effizienzsteigerung genutzt und helfe Mitarbeitern produktiver zu sein, wodurch sie mehr Zeit für strategische Aufgaben hätten. Durch KI entstünden neue Tätigkeiten und Services, die zuvor nicht möglich gewesen wären.

Wenn Unternehmen ein besseres Verständnis von KI-Anwendungen für ihre Geschäftsanforderungen bekommen, erkennen sie die signifikante Auswirkung dieser transformativen Kraft. Das zeigt unsere globale Trendstudie. Auch wird deutlich, dass zukunftsorientierte Unternehmen anfangen, umfangreich in Künstliche Intelligenz zu investieren. Aufgrund der zunehmenden digitalen Disruption in allen Branchen, einschließlich der öffentlichen Verwaltung, sollte KI ein wesentlicher und integrierter Bestandteil der Unternehmensstrategie werden.“

K Ananth Krishnan, Chief Technology Officer bei TCS

KI-Investitionen und -Erträge steigen – vor allem in Nordamerika und Europa

Wenig überraschend ist ein weiteres Ergebnis der Studie: Je gängiger KI-Technik wird, desto mehr nehmen auch die Investitionen zu. Rund sieben Prozent der befragten Unternehmen hätten 2016 mindestens 250 Millionen US-Dollar für KI bereitgestellt, zwei Prozent würden bis 2020 sogar eine Milliarde US-Dollar ausgeben wollen, um als Early Adopter von einem möglichen Wettbewerbsvorteil zu profitieren. Die TCS-Trendstudie zeigt eine Korrelation von Investitionen und Geschäftsnutzen. Unternehmen mit den größten Umsatzsteigerungen und Kostenreduktionen durch KI hätten fünf Mal mehr in die Technologie investiert als Unternehmen mit den geringsten Verbesserungen durch Künstliche Intelligenz. Führende Unternehmen hätten ihre Umsätze 2015 durch KI-Initiativen gegenüber dem Vorjahr durchschnittlich um 16 Prozent gesteigert. Nachzügler würden hingegen nur um fünf Prozent höhere Einnahmen verzeichnen. Dabei wären die Investitionen nordamerikanischer Unternehmen in Künstliche Intelligenz mit durchschnittlich 80 Millionen US-Dollar am höchsten gewesen. Unternehmen in Europa hätten durchschnittlich 73 Millionen, in der Region Asien-Pazifik 55 Millionen und in Lateinamerika 51 Millionen US-Dollar investiert.

Cyber Security hat oberste Priorität

Die befragten Führungskräfte bewerteten unabhängig von Land und Branche vier Faktoren als besonders wichtig für die Akzeptanz von KI-Lösungen und das Erzielen eines Nutzens. Oberste Priorität hat dabei das Absichern der KI-Systeme gegen Cyber-Angriffe. Ein weiterer Faktor ist die Entwicklung von kognitiven Lösungen, die durch selbstständiges Lernen bessere Entscheidungen treffen. An dritter Stelle folgt die Entwicklung von Systemen, die zuverlässige und sichere Entscheidungen treffen. Ein weiterer Faktor ist das Vertrauen von Mitarbeitern in die Entscheidungen der Technologie.

Über die Studie

Für die globale Studie wurden laut TCS 835 Führungskräfte in Unternehmen mit einem durchschnittlichen Jahresumsatz von 20 Milliarden US-Dollar befragt. Diese jährliche Umfrage wurde zum siebten Mal durchgeführt und im Juni 2016 abgeschlossen. Die Befragten arbeiten für Unternehmen in Nordamerika (USA und Kanada), Europa (Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Dänemark, Schweiz), Lateinamerika (Brasilien und Mexiko) sowie der Region Asien-Pazifik (Indien, China, Australien und Japan). Weitere Informationen und die vollständigen Ergebnisse der Studie sind online verfügbar.

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https://www.it-finanzmagazin.de/?p=47048
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