DIGITALER VERTIEB26. September 2017

„Vergleichsportale sind zu teuer“ – HUK24 und HUK-Coburg steigen bei Internet-Vergleichsportalen aus

Huk24
HUK24 ist der Online-Versicherer der HUK-CoburgHUK-Coburg

Die HUK-Coburg ist ab Oktober auf keinem Vergleichsportal mehr zu finden. Das gilt auch für den Internet-Versicherer der Gruppe, die HUK24. Der Hauptkritikpunkt ist laut Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstandssprecher der HUK-Coburg, das Kostenargument. So soll das Geschäft künftig mit deutlich günstigeren Preisen befeuert werden – und – Kunden sollen selber mehr vergleichen, denn Portale würden mit Tagespreisen und nicht wirklich vergleichbaren Produkten ködern.

HUK-Coburg

Unsere Autoversicherungen zählen preislich zu den günstigsten im Markt. Um diese Preisposition nicht zu gefährden, haben wir uns dazu entschieden, auf die relativ teuren Vergleichsportale zu verzichten und uns dort nicht mehr listen zu lassen.“

Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstandssprecher der HUK-Coburg

Wer künftig einen HUK-Coburg-Preis rechnen oder elektronisch ein Angebot der HUK-Coburg einholen will, muss dies auf den Internetseiten huk.de, huk24.de (Website) oder bei der HUK-Coburg vor Ort direkt machen.

Dr. Jörg Rheinländer
HUK-Coburg

Und wer bei der Autoversicherung sparen und darüber hinaus ein gutes Produkt kaufen möchte, sollte uns auf jeden Fall vergleichen.“

Dr. Jörg Rheinländer, im Vorstand der HUK-Coburg[

Dasselbe gelte für Vergleiche von Schutzbriefen. Statt bei Portalen eine hohe Vermittlungsgebühr zu bezahlen, hält Rheinländer, es für sinnvoller, die Einsparung über günstigere Angebote direkt an Kunden weiterzugeben. Ob die Rückzugsstrategie über Preisnachlässe aufgehen wird, wird sich zeigen.

Da aber nun die Kunden die Angebote von HUK-Coburg und HUK24 wieder selber vergleichen sollen, rät Rheinländer folglich dazu, auf die Leistungen der Produkte zu achten, die in den Vergleichsergebnissen ganz vorne stehen – denn diese Angebote, die preislich an der Spitze stehen, seien häufig abgespeckte Produkte, bei denen wichtige Leistungen fehlen würden. Spätestens beim Schadensfall könne sich das dann rächen, wenn der Versicherungsschutz Lücken habe.

Die Hintertür der Anbieter: Versicherungen mit Tagespreisen

Zudem gebe es Tagespreise auf den Portalen und Tagesteilnehmer, d.h. für ein und dasselbe Beispiel bekommt man an einem Tag gewisse Tarife angezeigt, die am nächsten Tag einfach verschwunden seien.

Allerdings spielten bei der Ausstiegs-Entscheidung neben dem Kostenargument auch andere Gründe eine Rolle, so die HUK-Coburg. So stünden Vergleichsportale insbesondere in diesem Jahr vermehrt in der Kritik: Neben einem Urteil des OLG München vom April 2017, das Online-Anbieter zu weitreichenden Korrekturen ihrer Geschäftspraktiken zwingt, wurden Vergleichsportale gleich von mehreren Studien kritisiert. Im Mai bemängelte eine Studie des Verbraucherzentralen Bundesverbands Transparenz, Objektivität, Aktualität und Unabhängigkeit der Portale. Darüber hinaus fand eine Untersuchung der Beratungsfirma Morgen & Morgen heraus, dass Portale nicht immer den wirklichen Bedarf von Konsumenten abdeckten. „Vergleichsportale“, so Rheinländer weiter, „gaukeln Vollständigkeit vor und erwecken so den Eindruck, das günstigste Angebot im gesamten Versicherungsmarkt zu finden. Aber weder überblicken sie alle Angebote im Markt, noch finden sich auf jeder Plattform dieselben Versicherer, noch bringt das Ergebnis der Suche immer das günstigste Resultat.“ Als Folge müsse man mehrere Internetseiten vergleichen, was sehr aufwendig und unübersichtlich sei.aj

 
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