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STRATEGIE14. Mrz. 2017

Weitsicht: Finanzdienstleister müssen Speicher­technologie und Datenstrategie besser abstimmen

Markus Grau, Pure StoragePure Storage

Rechtliche Vorgaben, internationaler Wettbewerb und ein explodierendes Datenvolumen setzen viele Unternehmen unter Druck. Ganz besonders groß ist dieser für Banken und Versicherungen. Markus Grau von Pure Storage rät diesen, ihre Speicher­technologie und Datenstrategie besser aufeinander abzustimmen. Ein Plädoyer für den Flash-Speicher.

von Markus Grau, Pure Storage

Finanzdienstleister sind heutzutage im we­sent­lichen IT-Unternehmen, die am Finanzmarkt aktiv sind. Leistungsfähige IT und effizientes Daten­ma­na­ge­ment sind das A und O. Finanzdienstleister sind mehr denn je angewiesen auf leistungsstarke, hochverfügbare und hochinnovative Technologien, die noch dazu einfach zu bedienen sein sollten. Dies gilt insbesondere für Speichertechnologie.

Ganzheitliche Digitalisierungswelle:
Viel Speicher, sofort verfügbar

Banking-Apps sind zum Alltag geworden. Der Hochfrequenzhandel bestimmt die Investmentmärkte. Blockchain verändert, wie Geldtransaktionen abgewickelt werden. Gleichzeitig stehen IT-Abteilungen in Finanzunternehmen unter Druck, mehr Wert zu reduzierten Kosten zu liefern. Vertrauliche Kundendaten müssen effektiv geschützt werden, damit die Compliance stimmt, angesichts einer strengen Branchenregulierung.

Zudem rückt der Aspekt „Analytics“ immer mehr in den Mittelpunkt – in vielen Branchen. Im Finanzgewerbe geht es hierbei vor allem um Risk-Modelling, Simulationen, Trading, FX-Predictions und MonteCarlo-Simulationen. Außerdem strapazieren Anwendungen wie Datawarehouse, Apache Spark Cluster und SAS-Systeme die Speichersysteme.

Sie alle verlangen vor allem in der Finanzbranche eine massive und zugleich kosteneffiziente Beschleunigung. Dies stellt insbesondere hohe Anforderungen an Speichersysteme, die in der Lage sein müssen, viele Gigabytes oder sogar Terabytes an Daten in wenigen Sekunden zu verarbeiten und Ergebnisse zu liefern.“

Diese müssen in der Lage sein, mehrere tausend parallele Zugriffe (IOs) zu verarbeiten. Früher war es hierfür notwendig, mehrere Racks mit tausenden von Festplatten zu betreiben. Heute erreicht z. B. FlashBlade 15 GByte/s Durchsatz bei Data Warehouse Anwendungen in gerade mal einem Zehntel Rack bei einem Stromverbrauch von unter 2.000 Watt. Auch Datenmengen jenseits von 1,5 PB können auf solch einem System gespeichert und verarbeitet werden.

Flash-Speicher erweist sich unter diesen Gegebenheiten als zunehmend attraktiver, gerade unter finanziellen Gesichtspunkten.“

So hat sich das Kostenmodell für Flash-Speicher im Vergleich zu anderen Speichermedien zuletzt deutlich verändert. Die Kosten sinken, während die Performance steigt. Insbesondere der Preis pro IO-Operation ist bei Flash-Speichern deutlich geringer als bei hybrid- oder Festplattensystemen. In seinem Solid-State Array TCO Reality Check rechnet Gartner vor, dass es jetzt im Durchschnitt nur noch nur 5,4 Monate dauert, um Investitionen in Solid-State-Arrays zurückzugewinnen.

Pure Storage nennt fünf Maßnahmen und Voraussetzungen, wie sich die Gesamtbetriebskosten der Speicherinfrastruktur durch die strategische Investition in eine moderne Speicherumgebung senken lassen.

Autor Markus Grau, Pure Storage
Markus Grau ist seit zehn Jahren in der Speicherbranche tätig und wechselte Anfang 2014 zu Pure Storage, um Rechenzentren von Festplatten zu befreien und durch Flash-Speicher zu ersetzen. Zuvor war er über acht Jahre bei NetApp tätig, unter anderem als Spezialist für Virtualisierung und Flash. Aktuell ist Markus Grau Principal Systems Engineer bei Pure Storage in der DACH-Region

1. Suchen Sie nach einem Cloud-ähnlichen Angebot.
Herkömmliche Modelle sind teuer in der Ausführung und stellen ein Risiko für die Geschäftskontinuität dar. Ein auf „Kontinuität“ ausgerichteter Ansatz hingegen sorgt dafür, dass die Technologie, in die investiert wird, stets auf dem aktuellen Stand bleibt. Die Kosten sind auf diese Weise vorhersehbar und lassen sich an die sich ändernden Geschäftsanforderungen flexibler anpassen. Auch Storage-Systeme im eigenen Haus müssen wie Systeme in der Cloud über offene Schnittstellen (APIs) zur Automatisierung verfügen und sich in Cloud Frameworks wie z.B. OpenStack nahtlos integrieren.

2. Mehr Flexibilität und Investitionsschutz durch modernste Software.
Lassen Sie sich nicht vom Anbieter vorschreiben, welche Kapazitäten Sie kaufen sollen, sondern kaufen Sie so, wie Sie die Kapazitäten benötigen. Indem Sie eine ältere Speicherlösung durch eine neue Lösung, basierend auf modernster Software, ersetzen, machen Sie Ihre Speicherinfrastruktur flexibel und sorgen für Investitionsschutz.

Die Speichersysteme müssen so designed sein, dass sich neue Softwareinnovationen im laufenden Betrieb ohne Beeinträchtigung des Betriebs und dessen Performance (Non-Disruptive Upgrades) genutzt werden können.

3. Lassen Sie sich ein maßgeschneidertes Angebot erstellen.
Sorgen Sie dafür, dass die Kapazität, die Sie kaufen, auch die effektive Kapazität ist, die Sie nutzen können, denn das ist nicht immer der Fall. Die richtige Größe der Speicherkapazität minimiert auf der einen Seite das Risiko, zu viel zu investieren, während auf der anderen Seite bedarfsgerechte Erweiterungsmöglichkeiten gegeben sein sollten. Nutzen Sie Technologie, die es Ihnen ermöglicht, mehr effektive Daten zu speichern. 512 Byte granulare Deduplizierung und Kompression erlauben durchschnittlich eine 5:1 Rate. Thin Provisioning oder Snapshots sollten nicht zur Berechnung von Datenreduktion herangezogen werden. Diese tragen zwar zur Effizienz bei, reduzieren jedoch keine Daten.

4. Bei den Gesamtbetriebskosten alle relevanten Kosten mit einbeziehen.
Die Preise für All-Flash-Lösungen sind in den letzten Jahren erheblich gesunken. Die Bilanz für All-Flash fällt in der Regel noch besser aus, wenn auch die versteckten Kosten für Bereitstellung, Management und Upgrades herkömmlicher IT-Speicherhardware mit einbezogen werden. Unbedingt mitenthalten sollte auch ein Technologieupgrade sein. Dies ist bei Speichersystemen typischerweise nach drei Jahren der Fall. Ohne ein Technologieupgrade lassen sich auch Softwareinnovationen in der Regel nicht oder nur spärlich nutzen. Berechnen Sie daher Ihre TCO-Analyse immer auf mindestens sechs Jahre. Ein großer Kostenblock ist die Migration von Daten bei Technologieupgrades. Dieser sollte insbesondere mit dem Aspekt des Risikos und des Arbeitsaufwands berechnet werden.

5. Ist Kompatibilität mit der Hybrid-Cloud gegeben?
Viele Finanzunternehmen nutzen die Hybrid-Cloud für Echtzeit-Aktivitäten wie Betrugserkennung, schnelle Entscheidungen zur Kreditvergabe, umfangreiche Risikoberechnungen und Hyper-Personalisierung. Vergewissern Sie sich, dass Sie mit einem Lieferanten zusammenarbeiten, der bereits eine eindeutige Integrationsstrategie verfolgt. Dadurch kann die Speicherlösung, die Sie heute kaufen, die Einsparungen und die Flexibilität durch die Hybrid-Cloud nahtlos (und kostengünstig) unterstützen. Ein entscheidender Aspekt ist dabei Sicherheit: Fragen Sie, ob die Daten verschlüsselt bleiben, wie der Zugriff auf Cloud-Ressourcen erfolgt und welche Compliance-Fähigkeiten gegeben sind. Die Speichersysteme sollten in der Lage sein, Ressourcen von Cloud-Anbietern zu nutzen. Hierbei ist darauf zu achten, dass auch der Weg der Daten zurück aus der Cloud gegeben sein muss.

Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://www.it-finanzmagazin.de/?p=46666
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