ANWENDUNG8. Januar 2021

Willis Towers Watson beschleunige mit der neuen Version komplexe Risiko-Berechnung um Faktor 10

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Willis Towers Watson

Willis Towers Watson (WTW) hat seinen RiskAgility Financial Modeller überarbeitet. Der neue Rechenkern ermöglicht im Durchschnitt zehnfach schnellere Laufzeiten. Dies ermöglicht auf der einen Seite einen häufigeren Einsatz, auf der anderen Seite die deutliche Reduzierung von Kosten für die Infrastruktur.

Die Berechnung und Steuerung von Risiken bei Lebens- und Krankenversicherungen wird immer komplexer. Der scharfe Wettbewerb zwingt dazu, mögliche Kosten möglichst genau zu kalkulieren und dazu eine breitere Datenbasis zu berücksichtigen. Oder neue oder ungewöhnliche Risiken zu versichern, für die aus großen Datenmengen die spezifischen Risikofaktoren extrahiert werden müssen.

Die Modellierung solcher aktuariellen Berechnungen ermöglicht die Projektionssoftware RiskAgility Financial Modeller von Willis Towers Watson (WTW) als Teil der Automatisierungsplattform Unify. Wie das Unternehmen mitteilt, ermöglicht der neue Rechenkern von RiskAgility FM 3.0 eine deutlich schnellere Berechnung auch komplexer Modelle. Nach eigenen Tests werde die Laufzeit im Schnitt um den Faktor 10 beschleunigt.

Drei mögliche Konsequenzen

Eine solche Beschleunigung der Versicherungsmathematik kann den Einsatz von komplexen Berechnungsmodellen auf drei verschiedene Weisen beeinflussen.

  1. Wo der Einsatz zwingend ist und die Berechnung in einer beschränkten Zeit zu Ergebnissen führen muss, wird die Laufzeit mit massivem Ressourcen-Einsatz beschleunigt. Das bedeutet, dass die Server-Hardware im eigenen Rechenzentrum mit der wachsenden Komplexität aufgestockt werden muss oder entsprechende Rechenkapazitäten per Cloud-Computing zugebucht werden. Die neue Version ermöglicht nun deutliche Kosteneinsparungen, da mit geringerem Hardware-Einsatz in der gleichen Zeit Ergebnisse erzielt werden oder auch bei Cloud-Modellen wie „Pay-as-you-go“ weniger Ressourcen zum Einsatz kommen.
  2. Wenn Berechnungen mit begrenztem Ressourceneinsatz erfolgen, verkürzt sich mit der Laufzeit die Wartezeit, bis fundierte Entscheidungen getroffen werden können. Kundenanfragen lassen sich schneller beantworten und mehr Angebote oder eine größere Zahl von Varianten in der zur Verfügung stehenden Zeit kalkulieren.
  3. Wo der Einsatz bislang zu aufwändig war, weil ein massiver Ressourceneinsatz zu teuer, ohne diesen die Laufzeit aber zu lange war, kann nun ebenfalls die Modellierung komplexer Risiko-Berechnungen Einzug halten. Damit können komplexe aktuarielle Berechnungen in weitere Geschäftsbereiche vordringen.
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„Mit der neuen Version gehen wir nun den ersten von mehreren Schritten zu einer neuen Plattform, die es unseren Kunden ermöglicht, regulatorische und interne Berichte rechtzeitig liefern und Risiken besser modellieren zu können. Bei gleichzeitig niedrigeren Betriebskosten ist dies ein erheblicher Wettbewerbsvorteil für Unternehmen.“

Niki Winter, Willis Towers Watson in Deutschland

Größere Versicherungsgruppen hätten durchaus das Potenzial, jährliche Einsparungen in Millionenhöhe zu realisieren, so Winter, der bei WTW die Lebensversicherungsberatung leitet. Zugleich sei es für viele Versicherer eine zentrale Herausforderung, schneller, besser und günstiger bei der Bereitstellung von aktuariellen Berechnungen zu sein.

Weitergehende Effekte

Neben der generell verbesserten Laufzeit wurden in der neuen Version des Rechenkerns zudem die Skalierungsmöglichkeiten erweitert. Diese seien nun nahezu unbegrenzt, so dass die Berechnungszeiten nochmals reduziert werden können. Ebenfalls soll sich die Zahl der Wiederholungen, die aufgrund von manuellen Bedienfehlern nötig waren, mit RiskAgility FM 3.0 weiter verringern.

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„Solvency II und IFRS 17 verlangen, dass Versicherer immer häufigere und umfangreichere Bewertungen ihrer Bilanz und Profitabilität durchführen. Das hat unweigerlich zu einem wachsenden Bedarf an Rechenleistung und damit höheren Infrastrukturkosten geführt.“

Michael Klüttgens, Leiter der Versicherungsberatung in Nord- und Zentraleuropa

Klüttgens verweist darauf, dass der Druck auf die aktuariellen Ressourcen reduziert, die Analysezeit maximiert und der Berichtszyklus eines Versicherers optimiert werden und die Effizienz der Unternehmen dadurch steigt. Mit der Einführung von RiskAgility FM 3.0 seien Kosteneinsparungen möglich. Und nicht zuletzt werde die tägliche Arbeit vieler Teams erleichtert. hj

 
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