MEINUNG15. Okt. 2014

20. Oktober: Warten wir auf den Apple-Pay-Weckruf?

Nils Winkler, CEO Yapital Quelle: Yapital
Nils Winkler, CEO Yapital Quelle: Yapital
Apple will voraussichtlich kommenden Samstag (Update: Montag, 20. Oktober) mit Apple-Pay starten. Damit wird sich die Mobile-Payment-Welt ändern. Die Meinungen gehen allerdings weit auseinander: Von „Apple kocht auch nur mit Wasser“ bis „Durch Apple wird Zah­lungs­ver­kehr für Banken nur noch Commodity“. Yapital Nils Winkler rät jetzt nicht auf Apple zu warten, sondern selber aktiv zu werden.

Nils Winkler, CEO Yapital: „Die Ankündigung von Apple Pay hat auf jeden Fall dazu beigetragen, die Wahrnehmung und Akzeptanz von Mobile-Payment bei den Verbrauchern zu erhöhen. Dies ist aus meiner Sicht natürlich mehr als willkommen. Dennoch ist es wichtig, Apples Ankündigung im richtigen Kontext zu betrachten:

Mobile Payment ist im vergangenen Jahr in Europa deutlich gewachsen – sowohl auf Anbieter- als auch auf der Anwenderseite. Apple steigt hier also genau genommen in einen aktuellen Trend ein, stößt aber keine neue Bewegung an.

Mit seinem Pay-Dienst setzt Apple auf die NFC-Technologie und kombiniert diese mit dem Fingerprint-Scan als Sicherheitselement. Es mag sein, dass es damit sicherer ist, als die in den USA verbreitete Magnetstreifen-Schnittstelle. Ein revolutionäres Angebot, wie man es von anderen Markteinführungen aus der Silicon Valley-Schmiede gewohnt war, ist es aber nicht. Es drängt Verbraucher und Einzelhändler in ein bestimmtes Ökosystem und schränkt damit die Usability im Vergleich zu einer neutralen Zahlungslösung, die auf allen Geräten und allen Kanälen gleichermaßen funktioniert, deutlich ein.

Dabei wird das entscheidende Kriterium für die breite Akzeptanz von Mobile Payment gerade die Benutzerfreundlichkeit sein und nicht die Diskussion um Technologien wie NFC oder den Fingerprint-Scan. Bisher integriert Apple lediglich ein bestehendes System in ein neues Gerät. In Europa existieren bereits jetzt mobile Bezahllösungen, die mehr bieten, als allein die Möglichkeit mit dem Smartphone zu bezahlen. Lösungen, die sofortige Transaktionen ermöglichen, sowohl den Verbrauchern als auch Händlern ihre Kontostände in Echtzeit anzeigen können oder die Zeit in der Warteschlange im stationären Handel reduzieren. Mobile Payment sollte zudem Entwicklungen wie point-and-purchase Retail unterstützen, wodurch Verbraucher zum Beispiel via QR-Code direkt von einem Plakat weg an einer Bushaltestelle einkaufen können und der Händler damit nah an den Kaufimpuls seiner Kunden rückt. Und auch P2P-Transaktionen, wie die Möglichkeit sich untereinander Geld zu senden, sind meines Erachtens ein wichtiges Thema einer zukunftsorientierten Mobile-Payment-Lösung.

Der Payment-Markt geht in großen Schritten Richtung Zukunft und um es kurz zu sagen: Warten lohnt sich nicht, denn es gibt schon jetzt Anbieter auf dem Markt, die revolutionäre Lösungen für das Bezahlerlebnis von morgen anbieten.“

!Der Kommentar ist die Meinung des Autors und muss nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.

Update: Wie eben bekannt wurde, soll der Start von Apple Pay am 20. Oktober erfolgen.

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