KONTROVERS12. Mrz. 2015

Brauchen wir denn überhaupt noch Banken?

„Mach Schluss mit Deiner alten Bank“, „Banking aber besser“, „Das würde Deine Bank niemals tun“ – Sprüche, die suggerieren sollen, das Banken überflüssig seien. Ist dem so? Oder ist das nur Taktik und hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun?

rk-proKeuper: Die Tage der Banken sind offensichtlich gezählt. Wozu brauchen wir überhaupt noch Banken? 

rk-proKeuper: Natürlich. Banking is neccessary, banks are not. 


rk-proKeuper: Das ist richtig. Andersherum aber gilt auch: Nur weil wir es uns (noch) nicht vorstellen können, muss es nicht falsch sein. Das eigentliche Problem ist, dass in Folge technologischer und sozialer Innovationen die Rolle der Banken in der Wirtschaft infrage gestellt wird. Es sind auf einmal Alternativen da, wo vorher keine waren. Bankless Banking ist keine Utopie mehr. Zwar ist es richtig, dass die Kunden nicht mit zehn verschiedenen Anbietern in Kontakt treten wollen, allerdings ist es mehr als vorstellbar, dass die digitalen Ökosysteme oder Plattformen ein breites Spektrum an Leistungen und Produkten vorhalten können. Die klassische Universalbank wird damit überflüssig. Banken werden wortwörtlich in den Hintergrund gedrängt.  


rk-proKeuper: Oder sie bekommen nur noch die Ladenhüter vor die Flinte 😉 Die richtig Guten warten nicht darauf, von den Banken entdeckt zu werden. Die machen ihr eigenes Ding. 

rk-proKeuper: Für die Mehrzahl der Startups trifft das wohl zu. Nur, es kommt auf die wenigen an, die den Durchbruch, die Skalierung schaffen, also auf die neuen “Googles”. Also weniger die “Optimierer”, sondern die “Disruptoren”, wenngleich letzterer Begriff deutlich überstrapaziert ist.

rk-proKeuper: Zum Beispiel Number26, Holvi und Stripe aus dem “klassischen” Banking, Ehtereum und Codius/Ripple aus dem Umfeld Bitcoin/Blockchain. Allerdings: FinTechs alleine werden es nicht schaffen, die Banken zu ersetzen. Da müssen noch andere mit ran.
rk-proKeuper: Es stimmt zwar, dass die FinTech-Startups, oder andere Herausforderer, wenn sie als Vollbank auftreten wollen, eine Banklizenz benötigen und ihr eigentlicher Vorteil dann verloren geht und sie denselben Restriktionen unterliegen wie die Banken. Nur – das vermeiden viele von ihnen; insbesondere die großen Internetkonzerne, wie PayPal, Apple und Google haben großes Interesse daran, die Infrastruktur der Banken zu nutzen, solange sie selber nicht der Regulierung unterliegen. Banken werden zu reinen Infrastrukturanbietern.
rk-proKeuper: Das sehe ich in der Tat anders: Entscheidend wird sein, wer die Kunden auf seine Plattform lenken kann und binden kann; und da haben die großen Internetkonzerne, die digitalen Ökosysteme einen entscheidenden Vorteil. Sie sind die Gatekeeper, an denen kein Weg mehr vorbei führt. Sie halten die Kunden so lange auf ihrer Plattform und beglücken sie dabei mit Zusatzangeboten, dass für die Banken nur der Rest, d.h. die Abwicklung übrig bleibt.
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