ANWENDUNG3. Mai. 2016

Yomo: Acht Sparkassen, Finanz Informatik, rheinland­mobil und Star-Finanz basteln am number26-Killer

Montage: ITFM
Montage: ITFM

Yomo steht für „Your Money“ und soll als Smartphone-Bank dem FinTech number26 Konkurrenz machen – hat die Süddeutsche Zeitung herausgefunden. Der Pilot wird derzeit von der Finanz Informatik, rheinlandmobil und Star-Finanz entwickelt und von acht Sparkassen finanziert. Gegen Ende diesen Jahres soll Yomo dann von allen Sparkassen, die sich noch beteiligen wollen, verfügbar sein.

Süddeutsche Zeitung, Handelsblatt, W&V, t3n: Alle Medien mit Rang und Namen, berichteten gestern von Yomo (zur Yomo-Website). Dabei war eine Kommunikation noch gar nicht vorgesehen und neue Informationen werden nun tröpfchenweise bekannt (hier wiederholt sich die paydirekt-Geschichte). Das Wichtige vorweg: Yomo hatte anfänglich den Arbeitstitel „number25“ – und sollte ursprünglich eine reine „Mobile Only Bank“ auf App-Basis als number26-Killer werden. Zielgruppe: Smartphone-Nutzer bis 35 Jahre.

Star Finanz Infografik
Star Finanz Infografik

Acht Sparkassen haben das Projekt mit ihren Investitionen auf den Weg gebracht. Laut SZ seien es, neben einer noch nicht namentlich bekannten Sparkasse, die Haspa (Hamburg), Berlin und München, Bremen, Köln-Bonn, Esslingen-Nürtingen, Paderborn-Detmold.

Umgesetzt wird Yomo (ehem. „number25“, später „VeSpa“) derzeit von einer Taskforce der wesentlichen IT-Dienstleister der Gruppe – bestehend aus der Finanz Informatik, rheinlandmobil und der Star-Finanz. Letztere hat für das Projekt mehrere „richtig gute Designer“ eingekauft, wie Insider berichten. Das macht Hoffnung.

Yomo soll unter dem Dach der Marke Sparkasse vermarktet werden, sagt der DSGV, der ebenfalls seit gestern die Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt übernommen hat. Genauer: Yomo wird eine eigene Marke der Sparkassen und der IT der Sparkassen Finanz Gruppe. Yomo soll also (entgegen einiger ins Kraut schießender Gerüchte) keine eigenständige Bank werden, sondern „digitale Services mit der Regionalität der Sparkassen verbinden“. Das Regionalprinzip solle also nicht verletzt werden.

Acht Sparkassen treiben die Pilot-Entwicklung für 409 Sparkassen?

Farblich wechselndes Yomo-LogoYomo
Farblich wechselndes Yomo-LogoYomo

Einer der Kritikpunkte an dem Projekt ist das für Sparkassen eher ungewöhliche Vorpreschen von acht einzelnen Sparkassen, die frustriert über die langsame Entwicklung gewesen seien. Das erinnert ein wenig an S-Broker und birgt – wie die SZ feststellte – viel politischen Sprengstoff. Auch hier widerspricht der Sparkassen-Verband: „Die Produktentwicklung durch eine kleine Anzahl von Sparkassen bietet die Möglichkeit, neue Produkte schnell zu gestalten und am Markt zu testen. Nach der Testphase haben dann alle 409 Sparkassen die Möglichkeit, das Produkt ihren Kunden anzubieten.“

Yomo – also keine eigene Bank, kein Vorpreschen, kein Alleingang – kein number26-Killer?

Ganz einig scheint man sich im Hintergrund noch nicht zu sein. Dort soll es rumoren, denn die Haspa (noch mit eigenem Rechenzentrum und größte Sparkasse Deutschlands) wolle Yomo angeblich als White-Label-Produkt in die eigenen Kontoprodukte integrieren – die anderen Sparkassen sehen es eher als eigenständige Lösung, heißt es aus informierten Kreisen. Wohin also genau die Reise geht, scheint nicht endgültig festzustehen.

Auch was den aktuellen Stand der Programmierung angeht, widersprechen sich die Quellen. Während die SZ davon spricht, dass der Testlauf schon in den nächsten Wochen beginnen könne, bremst der DSGV die Hoffnungen: Das aktuelle Pilot-Projekt solle zum Jahresende von den Sparkassen auf den Markt gebracht werden. So scheint es also, als ob das FI-Forum im Herbst (Frankfurt) die Bühne für den internen Yomo-Vertrieb werden könnte.aj

Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
http://www.it-finanzmagazin.de/?p=30583
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (24 Stimmen, Durchschnitt: 3,67 von maximal 5)
Loading...

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bild: S.Hofschlaegerr/pixelio.de
Finanzmarktforschung: „Persönliche Beratung und Betreuung bleiben am wichtigsten“

Viele Entscheider bei Versicherern und Banken sehen zwar eine zunehmende Bedeutung digitaler Services für ihre Privatkunden, dennoch glauben sie, dass personengestützte Beratung und Services...

Schließen