Zahlungsabwickler Stripe will wohl PayPal übernehmen – ganz oder in Teilen

Paypal
Für Stripe ergibt eine Übernahme aus strategischer Sicht Sinn. Das Unternehmen ist aktuell mit 159 Milliarden US-Dollar bewertet, nachdem es im Februar 2026 ein Mitarbeiter-Aktienangebot durchgeführt hatte. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Wertsteigerung von rund 74 Prozent. Stripe betreibt eine moderne, datengetriebene Zahlungsplattform mit globaler Infrastruktur, intelligenter Betrugserkennung und detaillierten Analysefunktionen, während PayPal traditionell stärker auf das Endkundengeschäft ausgerichtet ist.
Gemeinsames Know-how für Stablecoin-Themen
Eine Fusion würde zudem die Kompetenzen beider Unternehmen im Bereich digitaler Währungen bündeln. Stripe hat mit seiner Tochter Bridge eine B2B-Infrastruktur für Stablecoins aufgebaut, während PayPal mit dem PYUSD-Stablecoin vor allem im Consumer-Segment aktiv ist. Zusammen könnten die beiden Anbieter ein umfassendes Ökosystem von Zahlungsabwicklung über Stablecoin-Ausgabe bis hin zum globalen Checkout schaffen.

Stripe
Die PayPal-Aktie reagierte auf die Übernahmegerüchte deutlich: Nach einem Plus von knapp 6 Prozent am Montag stieg der Kurs am Dienstag weiter. Analysten betonen jedoch, dass es noch keine Garantie für eine Transaktion gibt und intensive kartellrechtliche Prüfungen wahrscheinlich wären. Stripe selbst wickelte 2025 Zahlungen im Volumen von rund 1,9 Billionen US-Dollar ab und baut seine Krypto- und Zahlungsinfrastruktur systematisch aus. Alleine in Deutschland hat PayPal 31 Millionen Endkunden, die den Zahlungsdienst regelmäßig nutzen. Ob eine Übernahme tatsächlich zustande kommt – und ob sie ganz PayPal oder nur Teile des Unternehmens betreffen würde – bleibt derzeit offen.
Die möglichen Übernahmepläne von Stripe für PayPal zeigen, wie angespannt der Kampf um die Zahlungshoheit ist. Während PayPal unter Druck steht und Marktanteile an Apple Pay und Google Pay verliert, baut Stripe seine globale Infrastruktur und Krypto-Kompetenz systematisch aus. Eine Fusion würde auch die Stablecoin-Strategien beider Unternehmen bündeln, was die digitale Euro-Integration und grenzüberschreitende Zahlungen in Europa beeinflussen könnte. Für die EU-Region bedeutet dies potenziell stärkeren Wettbewerb um digitale Zahlungsmittel wie den digitalen Euro und wachsende Abhängigkeit von US-Plattformen.tw
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