Postbank Digitalstudie: In Geldsachen lehnen 70 % den Einsatz von KI ab

KI, DALL-E
Ein weiteres Ergebnis der Studie: 54 Prozent der Deutschen haben KI-Anwendungen schon genutzt. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Weitere 16 Prozent planen dies. Digitale Hilfen seien im Alltag zwar willkommen, bei finanziellen Entscheidungen bleibe Vertrauen jedoch an persönliche Beratung und kontrollierbare Verfahren gebunden, teilt die Postbank mit.
Sorgen bezüglich Datenschutz, Manipulation und fehlender Transparenz
Dreiviertel der Befragten halten die Technologie für Finanzfragen noch nicht ausgereift oder haben Bedenken bezüglich des Datenschutzes. Hinzu kämen Sorgen vor Manipulation und mangelnder Transparenz, teilt die Postbank mit.

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Dass die Skepsis gegenüber KI nicht mit einer generellen Distanz zu digitalen Finanzangeboten gleichzusetzen sei, zeige der Blick auf das Banking. Mehr als Dreiviertel der Deutschen erledigten ihre Bankgeschäfte online.
Die Banking-App werde dabei zum wichtigsten Zugang zur Bank: 43 Prozent nutzten sie inzwischen für Überweisungen, Kontoauszüge oder Informationen zu Geldanlagen. Gegenüber 2022 sei das ein Zuwachs von 13 Prozentpunkten.
Die Menschen unterscheiden sehr genau, wann sie einer neuen Technologie vertrauen und wann nicht. Digitale Offenheit bedeutet also nicht automatisch finanzielles Vertrauen. KI wird selbstverständlich für alltägliche Aufgaben genutzt. Bei finanziellen Entscheidungen wünschen sich viele dagegen weiterhin einen Ansprechpartner, der Verantwortung übernimmt und individuelle Fragen beantworten kann.”
David Dommel, Leiter Digitales Performance-Marketing der Postbank
An Bedeutung verliere dagegen das klassische Online-Portal. Es werde nur noch von 34 Prozent genutzt, nach 45 Prozent vor vier Jahren. Die Generation 40plus bevorzuge das Online-Portal mit 40 Prozent weiterhin leicht gegenüber der App mit 38 Prozent.
Wer sich einmal für die App entschieden habe, bleibe ihr allerdings meist treu: 53 Prozent der über 40-jährigen App-Nutzer verwendeten sie bereits seit mehr als sieben Jahren.
Unter 40-Jährige sind offener für KI und Sprachassistenten
Vor allem Jüngere seien offener für neue digitale Angebote. Der Kontakt zum Bankberater per Chat oder Videokonferenz werde von 65 Prozent der 18- bis 39-Jährigen akzeptiert, bei den Älteren seien es 45 Prozent.
Auch Sprachassistenten hätten in dieser Altersgruppe einen festen Platz: 74 Prozent nutzten sie bereits, etwa für Internetrecherchen. Die Eingabe von Überweisungsdaten per Sprachassistent könnten sich 46 Prozent der unter 40-Jährigen vorstellen; bei den Älteren komme dies für 72 Prozent nicht in Frage.
Beim Einsatz von KI für Finanzthemen zeige sich ebenfalls ein Altersgefälle. Fast jeder zweite unter 40-Jährige sei dafür offen, jeder vierte Nutzer unter 40 sei beim Thema Geldanlage bereits einer Empfehlung der KI gefolgt.

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Sicherheit entscheidet über Akzeptanz
Laut Studie hat die Zurückhaltung auch mit Sicherheitsfragen zu tun. 60 Prozent der KI-Nutzer überprüfen demnach Informationen nur selten und vertrauen der Technik. Zugleich trauen sich nur 36 Prozent zu, eine Manipulation durch KI zu erkennen.
„Als Finanzdienstleister müssen wir Kunden gut informieren, Risiken transparent machen und höchste Sicherheitsstandards gewährleisten. Im klassischen Online- und App-Banking zeigt sich, dass viele Menschen empfohlene Schutzmechanismen bereits konsequent nutzen“, ergänzt David Dommel.
So würden 55 Prozent die Zwei-Faktor-Authentifizierung und 41 Prozent biometrische Verfahren wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung nutzen. Nur fünf Prozent verzichteten vollständig auf zusätzliche Sicherheitsfunktionen.
Für die „Postbank Digitalstudie 2026 – die digitalen Deutschen“ wurden nach Angaben der Postbank (Website) im Mai 2026 3.050 Einwohner befragt. Das Kreditinstitut untersuche mit der Studie im zwölften Jahr in Folge, welche Entwicklungen sich in verschiedenen Lebensbereichen in Bezug auf Digitalisierung allgemein und insbesondere zu Finanzthemen abzeichneten.dw
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