ANWENDUNG27. August 2026

Postbank Di­gi­tal­stu­die: In Geldsachen lehnen 70 % den Ein­satz von KI ab

Auf einem Laptop-Bildschirm sind verschiedene Diagramme und Symbole zu sehen, die Datenvisualisierungen darstellen. Das Logo der Postbank ist prominent platziert. Eine Hand bedient die Tastatur, während die Grafiken Informationen zu digitalen Finanzdienstleistungen präsentieren.
KI, DALL-E

So­bald es um das ei­ge­ne Geld geht, endet die Of­fen­heit der Deutschen gegenüber künstlicher Intelligenz. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle re­prä­sen­ta­ti­ve „Postbank Di­gi­tal­stu­die 2026“. Danach lehnen 70 Prozent der Befragten den Einsatz von KI für Über­wei­sun­gen, Geld­an­la­gen oder Fi­nanz­be­ra­tung ab.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: 54 Pro­zent der Deut­schen haben KI-​Anwendungen schon ge­nutzt. Das sind sechs Pro­zent­punk­te mehr als im Vor­jahr. Wei­te­re 16 Pro­zent pla­nen dies. Di­gi­ta­le Hil­fen seien im All­tag zwar will­kom­men, bei fi­nan­zi­el­len Ent­schei­dun­gen bleibe Ver­trau­en jedoch an per­sön­li­che Be­ra­tung und kon­trol­lier­ba­re Ver­fah­ren ge­bun­den, teilt die Postbank mit.

Sorgen bezüglich Datenschutz, Manipulation und fehlender Transparenz

Dreivier­tel der Be­frag­ten halten die Tech­no­lo­gie für Fi­nanz­fra­gen noch nicht aus­ge­reift oder haben Bedenken bezüglich des Da­ten­schutzes. Hinzu kä­men Sor­gen vor Ma­ni­pu­la­ti­on und man­geln­der Trans­pa­renz, teilt die Postbank mit.

Postbank Digitalstudie 2026
Postbank

Dass die Skep­sis ge­gen­über KI nicht mit einer ge­ne­rel­len Di­stanz zu di­gi­ta­len Fi­nanz­an­ge­bo­ten gleich­zu­set­zen sei, zeige der Blick auf das Ban­king. Mehr als Dreivier­tel der Deut­schen er­le­di­gten ihre Bank­ge­schäf­te on­line.

Die Banking-​App werde dabei zum wich­tigs­ten Zu­gang zur Bank: 43 Pro­zent nut­zten sie in­zwi­schen für Über­wei­sun­gen, Kon­to­aus­zü­ge oder In­for­ma­ti­o­nen zu Geld­an­la­gen. Ge­gen­über 2022 sei das ein Zu­wachs von 13 Pro­zent­punk­ten.

Die Men­schen un­ter­schei­den sehr genau, wann sie einer neuen Tech­no­lo­gie ver­trau­en und wann nicht. Di­gi­ta­le Of­fen­heit be­deu­tet also nicht au­to­ma­tisch fi­nan­zi­el­les Ver­trau­en. KI wird selbst­ver­ständ­lich für all­täg­li­che Auf­ga­ben ge­nutzt. Bei fi­nan­zi­el­len Ent­schei­dun­gen wün­schen sich viele da­ge­gen wei­ter­hin einen An­sprech­part­ner, der Ver­ant­wor­tung über­nimmt und in­di­vi­du­el­le Fra­gen be­ant­wor­ten kann.”

David Dom­mel, Lei­ter Di­gi­ta­les Performance-​Marketing der Postbank

An Bedeutung verliere da­ge­gen das klas­si­sche Online-​Portal. Es werde nur noch von 34 Pro­zent ge­nutzt, nach 45 Pro­zent vor vier Jah­ren. Die Ge­ne­ra­ti­on 40plus be­vor­zuge das Online-​Portal mit 40 Pro­zent wei­ter­hin leicht ge­gen­über der App mit 38 Pro­zent.

Wer sich ein­mal für die App ent­schie­den habe, bleibe ihr al­ler­dings meist treu: 53 Pro­zent der über 40-​jährigen App-​Nutzer ver­wen­deten sie be­reits seit mehr als sie­ben Jah­ren.

Unter 40-​Jährige sind of­fe­ner für KI und Sprach­as­sis­ten­ten

Vor allem Jün­ge­re seien of­fe­ner für neue di­gi­ta­le An­ge­bo­te. Der Kon­takt zum Bank­be­ra­ter per Chat oder Vi­deo­kon­fe­renz werde von 65 Pro­zent der 18- bis 39-​Jährigen ak­zep­tiert, bei den Äl­te­ren seien es 45 Pro­zent.

Auch Sprach­as­sis­ten­ten hätten in die­ser Al­ters­grup­pe einen fes­ten Platz: 74 Pro­zent nut­zten sie be­reits, etwa für In­ter­net­re­cher­chen. Die Ein­ga­be von Über­wei­sungs­da­ten per Sprach­as­sis­tent kön­nten sich 46 Pro­zent der unter 40-​Jährigen vor­stel­len; bei den Äl­te­ren komme dies für 72 Pro­zent nicht in Frage.

Beim Ein­satz von KI für Fi­nanz­the­men zeige sich eben­falls ein Al­ters­ge­fäl­le. Fast jeder zwei­te unter 40-​Jährige sei dafür offen, jeder vier­te Nut­zer unter 40 sei beim Thema Geld­an­la­ge be­reits einer Emp­feh­lung der KI ge­folgt.

Postbank Digitalstudie 2026
Postbank

Si­cher­heit ent­schei­det über Ak­zep­tanz

Laut Studie hat die Zu­rück­hal­tung auch mit Si­cher­heits­fra­gen zu tun. 60 Pro­zent der KI-​Nutzer über­prü­fen demnach In­for­ma­ti­o­nen nur sel­ten und ver­trau­en der Tech­nik. Zu­gleich trau­en sich nur 36 Pro­zent zu, eine Ma­ni­pu­la­ti­on durch KI zu er­ken­nen.

„Als Fi­nanz­dienst­leis­ter müs­sen wir Kun­den gut in­for­mie­ren, Ri­si­ken trans­pa­rent ma­chen und höchs­te Si­cher­heits­stan­dards ge­währ­leis­ten. Im klas­si­schen Online-​ und App-​Banking zeigt sich, dass viele Men­schen emp­foh­le­ne Schutz­me­cha­nis­men be­reits kon­se­quent nut­zen“, er­gänzt David Dommel.

So würden 55 Pro­zent die Zwei-​Faktor-​Authentifizierung und 41 Pro­zent bio­me­tri­sche Ver­fah­ren wie Fin­ger­ab­druck oder Ge­sichts­er­ken­nung nutzen. Nur fünf Pro­zent ver­zich­teten voll­stän­dig auf zu­sätz­li­che Si­cher­heits­funk­ti­o­nen.

Für die „Postbank Di­gi­tal­stu­die 2026 – die di­gi­ta­len Deut­schen“ wur­den nach Angaben der Postbank (Website) im Mai 2026 3.050 Ein­woh­ner be­fragt. Das Kreditinstitut un­ter­suche mit der Stu­die im zwölf­ten Jahr in Folge, wel­che Ent­wick­lun­gen sich in ver­schie­de­nen Le­bens­be­rei­chen in Bezug auf Di­gi­ta­li­sie­rung all­ge­mein und ins­be­son­de­re zu Fi­nanz­the­men ab­zeich­neten.dw

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