STRATEGIE17. August 2026

Der Preis einer „AI-First”-Strategie bei Finanzdienstleistern

Ein Mann in einem Anzug interagiert mit einer holografischen Darstellung eines neuronalen Netzwerks. Die Szene vermittelt den Fokus auf innovative Technologien im Rahmen einer „AI First“-Strategie für Finanzdienstleister.
KI, DALL-E

Der „Global Security Research Report” von Fastly, einem Unternehmen für Content Delivery, Compute- und Sicherheitslösungen, zeigt: KI‑orientierte Finanzdienstleister mit der Strategie „AI First” benötigen im Schnitt 96 Tage länger zur Erholung nach Cyberangriffen. Der Grund: Ihre Sicherheitsarchitekturen halten mit der rasanten Ausbreitung von KI‑Anwendungen nicht mit.

Wie die Studie belegt, benötigen diese Unternehmen im Schnitt mehr als sieben Monate, um sich vollständig von Sicherheitsvorfällen zu erholen. Das unterscheide sie von den Unternehmen, die sich nicht über definierten.

2.000 IT-Entscheider mit Einfluss auf Cybersecurity wurden für die Studie befragt. Die Teilnehmer stammen laut Fastly aus großen Unternehmen unterschiedlicher Branchen. Darunter auch europäische Finanzdienstleister.

Die Strategie „AI First” schafft neue Verwundbarkeiten

Die Folgen dieser Verzögerung seien erheblich: So lägen die finanziellen Schäden durch Cyberangriffe bei „AI‑First”‑Unternehmen im Finanzsektor um mehr als 189 Prozent höher als bei anderen. Diese Differenz erkläre sich durch längere Wiederherstellungszeiten und eine deutlich höhere Quote KI‑spezifischer Kompromittierungen.

49 Prozent der „AI‑First”‑Organisationen haben berichtet, dass KI bei ihrem letzten Sicherheitsvorfall direkt ausgenutzt wurde. Bei Unternehmen ohne die Strategie „AI First” seien es lediglich 7 Prozent gewesen.

Wie die Studienautoren betonen, erweiterten KI‑basierte Systeme die potenzielle Angriffsfläche erheblich. So etwa durch agentenbasierte Workflows oder dezentralisierte Datenflüsse, die die Verteidigung komplexer machten.

32 Prozent der „AI‑First”‑Unternehmen geben an, dass der Einsatz von KI bei ihrem letzten Sicherheitsvorfall zu einer Sicherheitslücke oder einem Blindspot beigetragen habe. Das zeige die Schwierigkeit, Kontrolle, Transparenz und klare Nutzungsrichtlinien für KI aufrechtzuerhalten.

Je stärker KI in Prozesse eingebettet sei, desto weniger Überblick hätten Security‑Teams darüber, wo und wie sie eingesetzt werde oder welche Rolle sie bei der Wiederherstellung nach Vorfällen spiele.

Die Geschwindigkeit, mit der KI eingeführt wird, verändert Sicherheitsinfrastrukturen quasi über Nacht. Für ‚AI‑First’‑Unternehmen geht es nicht darum, Innovation zu bremsen, sondern Sicherheit im gleichen Tempo zu modernisieren.”

Marshall Erwin, CISO bei Fastly

Das bedeute: Unternehmen müssten KI‑ und Inferenz‑Infrastrukturen absichern, unerwünschte KI‑Crawler‑Aktivität überwachen und steuern, Schatten‑KI erkennen und die digitale Abwehrlinie stärken, betont Erwin.

Finanzdienstleister investieren in Schutzlösungen der nächsten Generation

Zusätzlich erhöhten Praktiken wie AI‑Scraping die Betriebskosten und die Komplexität der Infrastruktur. Für 64 Prozent der Unternehmen sei AI‑Scraping bereits ein messbarer Kostenfaktor mit durchschnittlichen jährlichen Infrastrukturbelastungen von über 380.000 Euro.

Die finanziellen Auswirkungen des KI‑Einsatzes zeigten sich über viele Ebenen: 47 Prozent der Finanzdienstleister verzeichneten steigende Infrastrukturkosten. 43 Prozent meldeten operative Störungen und 35 Prozent berichteten über negative Effekte auf Online‑Besucher. Das Ergebnis seien wachsende Kosten und eine schnell zunehmende technische Komplexität.

Um darauf zu reagieren, investierten Unternehmen massiv in Sicherheitstechnologien, die speziell für diese neue Ära konzipiert seien. Besonders stark gefragt seien diese Lösungen:

  • Agentic Discoverability (62 Prozent)
  • API‑Security (61 Prozent)
  • Web Application Firewalls (53 Prozent).

Dennoch zeige sich ein deutlicher Nachholbedarf: 77 Prozent der Befragten befürchteten DDoS‑Angriffe auf KI‑Agenten. 57 Prozent sehen einen steigenden Bedarf an KI‑spezifischer Sicherheitsexpertise.

Der vollständige „Global Security Research Report” kann hier gegen Angabe der Kontaktdaten heruntergeladen werden.dw

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