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STUDIEN & UMFRAGEN9. Januar 2018

Adesso ermittelt relevante Zukunftsfaktoren der Kompositversicherung

a-image / Bigstock

Wollen Kompositversicherer ihre Zukunftsfähigkeit sicherstellen, müssen sie die exponentiell steigenden Datenmengen und die Methoden zu ihrer Analyse beherrschen. Dieser Datenschatz lässt sich nämlich für wichtige Voraussagen zu Bedürfnissen und Verhalten von Kunden heranziehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Adesso Insurance Solutions und den Versicherungsforen Leipzig.

Um herauszufinden, welche Faktoren für die Zukunftsfähigkeit der Kompositversicherung entscheidend sind, haben Adesso Insurance Solutions und die Versicherungsforen Leipzig eine umfassende Untersuchung durchgeführt. Die Studienautoren analysierten zunächst soziologisch-technologische Megatrends wie Künstliche Intelligenz, Big Data oder Cybercrime und eruierten ihre Auswirkungen auf die einzelnen Bereiche der Wertschöpfungskette von Kompositversicherern. Die Handlungsempfehlungen, die sich aus diesen Auswirkungen ergaben, wurden in Thesen zusammengefasst, in Interviews mit führenden Branchenexperten diskutiert und angepasst.

Zwischen Predictive Analytics und automatisiertem Schadensmanagement

Auf der Basis einer Online-Befragung von 128 Branchenvertretern haben die Autoren anschließend den Status quo der Branche ermittelt. Im Zuge einer sogenannten Gap-Analyse glichen sie dann die Thesen mit dem Status quo ab und ermittelten so ihre Diskrepanz. Anhand dieser Diskrepanz konnten sie schließlich praxisrelevante Handlungsfelder für die einzelnen Bereiche der Wertschöpfungskette identifizieren. Die zentralen Ergebnisse:

1. Produktmanagement: Trotz eines flexibler werdenden Produktangebots gilt es, die wachsende Komplexität der Produktmöglichkeiten zu reduzieren oder das Angebot zugunsten der individuellen Austarifierung mittels Künstlicher Intelligenz zu entwickeln. Die Anbindung von IT-Schnittstellen zum Datenerhalt und zur Datenanalyse ist dabei unerlässlich.

2. Underwriting: Im Underwriting sollte ein bereichsübergreifendes kundenzentriertes Denken entwickelt werden, welches die Produktentwicklung unterstützt und den Vertrieb fördert. Die Echtzeit-Auswertung unstrukturierter Daten sowie Predictive Analytics werden die Stellhebel eines automatisierten Underwritingprozesses.

3. Bestandsmanagement: Die Aktualisierung und Analyse bestehender Kundendaten sowie ihre Erweiterung werden die wichtigste Aufgabe des Bestandsmanagements. Damit lassen sich Cross- und Up-Selling-Möglichkeiten aufdecken und die Kundenbindung forcieren.

4. Schadenmanagement: Die Technologisierung konfrontiert das Schadensmanagement nicht nur mit neuen Risikobereichen und Haftungsfragen. Sie verschiebt auch bestehende Risikolagen und erlaubt, diesen präventiv vorzubeugen. Innerhalb des Schadensprozesses erfolgen Schadensbearbeitung und Betrugserkennung weitestgehend automatisiert.

5. IT: Die IT sollte als dezentralisiertes Unternehmensorgan mittels agiler Projektteams die anderen Wertschöpfungsbereiche des Versicherungsunternehmens unterstützen. Das zieht auch einen Wandel der Unternehmenskultur sowie des Managements nach sich.

6. Vertrieb und Marketing: Die Rolle des Vertriebspartners definiert sich durch die steigende Technologisierung und die Verbreitung persönlicher digitaler Assistenten neu. Sie konzentriert sich auf die empathische Betreuung im Schadensfall sowie die digital unterstützte Beratung in komplexen Versicherungsfragen.

Kooperation mit anderen Unternehmen als Schlüssel zum Erfolg

Dass sich der Versicherungsmarkt ändert, ist, so Justus Lücke, Geschäftsführer der Versicherungsforen Leipzig, mittlerweile allen Marktteilnehmern klar. Diese Veränderungen spüren auch die Kompositversicherer. Die Studie zeige, dass es zahlreiche Handlungsfelder gibt, an denen man ansetzen kann und muss, um in der neuen Markttektonik zu überleben.

Besonders wichtig scheinen dabei die Beherrschung der steigenden Datenmengen und Methoden zu deren Analyse zu werden. Ein weiterer Schlüssel für den Erfolg liegt in der Kooperation mit anderen Unternehmen, da Know-how aus Kosten- und Geschwindigkeitsgründen nicht in allen Bereichen aufgebaut und vorgehalten werden kann.“

Justus Lücke, Geschäftsführer der Versicherungsforen Leipzig

Nach den Worten von Oliver von Ameln, Geschäftsführer von Adesso, wolle man Versicherern die gesellschaftlich und technologisch relevanten Einflussfaktoren der zukünftigen Entwicklung der Kompositversicherung aufzeigen.

Die Studie soll Kompositversicherern auch als praktisches Arbeitsmittel dienen, um Trends individuell zu bewerten und entsprechend des eigenen Geschäftsmodells zu priorisieren.“

Oliver von Ameln, Geschäftsführer von Adesso Insurance Solutions

Die Studie „Die Zukunft der Kompositversicherung“ steht bei Adesso Insurance Solutions gegen Angabe der Kontaktdaten zum kostenlosen Download bereit. tw

 
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://www.it-finanzmagazin.de/?p=63721
 
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