PRODUKTE9. Februar 2026

Atruvia integriert KI-basierten Skontorechner von Gini in die VR Banking App

Volksbank-Logo ricochet64 / Bigstock

Die Atruvia erweitert die VR Banking App der Volksbanken Raiffeisenbanken um eine weitere KI-gestützte Funktion zur Zahlungsabwicklung. Der Skontorechner des Münchener Anbieters Gini ist ab sofort Bestandteil der bestehenden Fotoüberweisung und ergänzt diese um eine automatisierte Erkennung und Berechnung von Skonto-Regelungen aus Rechnungsdokumenten. Die Integration erfolgt über die bestehenden digitalen Banking-Plattformen der genossenschaftlichen FinanzGruppe und steht zunächst ausschließlich mobil zur Verfügung.

Technisch baut der Skontorechner auf der etablierten Gini-Fotoüberweisung auf, die bereits produktiv in zahlreichen deutschen Banken eingesetzt wird. Kern der Lösung ist eine cloudbasierte KI-Engine, die Rechnungen als unstrukturierte Dokumente verarbeitet und relevante Zahlungsinformationen extrahiert. Neben klassischen Feldern wie Betrag, Empfänger und Fälligkeit analysiert das System nun auch Skonto-relevante Textpassagen, interpretiert Fristen, Rabatthöhen und Bedingungen und verknüpft diese mit einer Rechenlogik für den Überweisungsprozess. Die Skonto-Erkennung erfolgt automatisch im Hintergrund. Wird ein entsprechender Hinweis identifiziert, übergibt die Gini-Komponente strukturierte Daten über definierte Schnittstellen an die App-Logik der VR Banking App. Dort wird der Nutzer in ein separates Skonto-Menü geführt, in dem rabattierter Betrag und Frist angezeigt und – sofern gültig – automatisch berechnet werden. Anpassungen bleiben möglich, bevor die Daten in die Überweisungsmaske übernommen werden.

Schnittstellenintegration ohne Eingriff ins Kernbankverfahren

Aus IT-Sicht ist die Lösung als Erweiterung bestehender Services konzipiert und erfordert keine Änderungen an den Kernbankverfahren der genossenschaftlichen Banken. Atruvia integriert die Gini-Funktionalität über standardisierte APIs in die App-Architektur und übernimmt dabei Orchestrierung, Nutzerführung und Anbindung an die Zahlungsstrecken. Die KI-Verarbeitung selbst verbleibt bei Gini, während Atruvia die Einbettung in regulatorisch relevante Banking-Prozesse sicherstellt.

Ein wesentlicher Aspekt der Implementierung ist die transparente Rückmeldung an den Nutzer. Die App kennzeichnet eindeutig, ob ein Skonto nur noch am aktuellen Tag gültig ist, bereits verfallen ist oder laut Rechnung an Bedingungen geknüpft ist. Diese Hinweise sind Teil des Frontend-Dialogs und dienen sowohl der Nutzeraufklärung als auch der Absicherung automatisierter Assistenzfunktionen im Zahlungsverkehr.

Atruvia

Mit der Integration des Skontorechners von Gini in die VR Banking App erweitern wir ein bereits bekanntes und millionenfach genutztes Feature um einen weiteren, sehr praxisnahen Mehrwert. Die Kunden profitieren von einer noch intelligenteren Rechnungsverarbeitung und werden aktiv dabei unterstützt, Skonto-Fristen optimal zu nutzen.“

Željko Kaurin, Vorstand für das Ressort Digital Banking bei Atruvia. 

Mobile-First-Auslieferung und schrittweiser Rollout

Der Skontorechner wurde zunächst mobile-first ausgerollt und ist aktuell ausschließlich in der VR Banking App verfügbar. Eine Aktivierung im browserbasierten Online-Banking ist vorgesehen. Damit folgt Atruvia dem Ansatz, neue Funktionen zunächst in den mobilen Kanälen zu etablieren, wo Fotoüberweisung und dokumentenbasierte Prozesse bereits stark genutzt werden. Die Integration des Skontorechners unterstreicht den Trend, Banking-Apps zunehmend um kontextbezogene Assistenzfunktionen zu erweitern. Dokumentenbasierte KI wird dabei nicht nur zur Datenerfassung eingesetzt, sondern zunehmend mit fachlicher Logik kombiniert, die direkt in operative Prozesse wie den Zahlungsverkehr eingreift. Gleichzeitig bleibt die finale Entscheidung bewusst beim Nutzer, was insbesondere im regulierten Umfeld des Bankings von Bedeutung ist.

Atruvia

Wir freuen uns sehr, dass Atruvia nun auch unseren Skontorechner von Gini für die VR Banking App bereitstellt. Mit dieser Erweiterung wird die Gini Pay Fotoüberweisung noch praktischer für eine Vielzahl an Kunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken, die nicht nur Zeit sparen, sondern auch von finanziellen Vorteilen profitieren.“

Alexander Jäger, CEO bei Gini

Für Gini ist die Erweiterung Teil der Weiterentwicklung der eigenen Plattform, die auch vor dem Hintergrund des kürzlich gemeldeten Eigentümerwechsels unverändert auf bankenübergreifende Integration und standardisierte Schnittstellen ausgerichtet bleibt. Atruvia nutzt diese Architektur, um neue Funktionen zentral bereitzustellen und gruppenweit skalierbar auszurollen. Insgesamt zeigt das Projekt, wie sich KI-gestützte Dokumentenverarbeitung, App-Architektur und Zahlungslogik zunehmend verzahnen. Der Skontorechner ist dabei weniger ein isoliertes Feature als ein weiterer Schritt hin zu modularen, serviceorientierten Banking-Plattformen, in denen externe KI-Komponenten über klar definierte Schnittstellen in hochregulierte Kernprozesse integriert werden.

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