STUDIEN & UMFRAGEN18. März 2020

Bezahlen 2030: Umfangreiche Studie über die Zukunft des Bezahlens – mit der deutschen Kreditwirtschaft

Bezahlen 2030 - Studie geht dem veränderten Zahlverhalten auf den Grund
Bezahlen 2030 – Studie geht dem veränderten Zahlverhalten auf den GrundSRC Security Research & Consulting

Mit Unterstützung von Z_Punkt hat die SRC Security die neue 115-Seitige-Studie Bezahlen 2030 (PDF-Download) erstellt. In dieser Studie geht es um die Zukunft des Bezahlens in Deutschland. Sie ist die Fortführung der 2015 initiierten Untersuchung über das Bezahlen 2025. Neben der Aktualisierung der 2015 betrachteten Szenarien werden vor allem Handlungsoptionen für kontoführende Institute untersucht. Die Grundlage dafür ist eine umfassende Analyse der sich bereits heute abzeichnenden Trends und Entwicklungen.

Im Mittelpunkt der Studie „Bezahlen 2030“ stehen die Fragestellungen: In welcher Weise haben sich die relevanten Rahmenbedingungen im Vergleich zur Vorgängerstudie geändert? Wie können kontoführende Institute auf neue Marktteilnehmer reagieren? Wie sehen innovative Lösungen im Zahlungsverkehr aus? Welche neuen Erlösquellen und Mehrwertdienste sind denkbar? Und welche Möglichkeiten und Notwendigkeiten zur Zusammenarbeit mit Partnern innerhalb und außerhalb der Kreditwirtschaft ergeben sich, um für das „Bezahlen 2030“ gewappnet zu sein?

Die sechs zentralen Aussagen der Studie

1. Die Omnikanalfähigkeit und mindestens europäische Reichweite der Zahlverfahren ist eine notwendige Entwicklung, die – soweit die Kreditwirtschaft dies nicht selbst umsetzt – im Zweifel bereits aufgrund der regulatorischen Einflussnahme von selbst entstehen wird. Instant Payments, die Öffnung der Konten für Drittdienstleister (Zahlungsauslösedienste) und das Entstehen von Kryptowährungen können zu einer Kommoditisierung der Zahlung an sich führen, wenn es die Kreditwirtschaft nicht schafft, bereits kurzfristig eigene Verfahren mit ausreichender Reichweite im Markt zu etablieren.

2. Die Zahlungsabwicklung stellt auch auf lange Sicht einen zentralen Anker für die Beziehung des kontoführenden Instituts zu seinen Kunden dar, verliert aber womöglich als Ertragsquelle für kontoführende Institute an Bedeutung.

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3. Kontoführende Institute können aber auch lt. „Bezahlen 2030“ neue Ertragsquellen über die Entwicklung zahlungs- bzw. kontonaher Mehrwertdienste generieren. Es bietet sich an, solche Services so zu konzipieren, dass sie auch in die Angebote von Drittdienstleistern integriert werden können, um deren Vertriebs- und Innovationskraft zur Stärkung der Attraktivität des Kontos zu nutzen.

4. Die mit der PSD2 aufgebaute API-Infrastruktur für den Zugriff zum Konto sowie die Instant-Payments-Infrastruktur bieten hierfür eine gute technische Grundlage. Aufbauend hierauf lässt sich ein sogenanntes API Access Scheme für zahlungs- und kontonahe Mehrwertdienste konzipieren.

5. Aus solchen Mehrwertdiensten, die in die Services von Drittdienstleistern integriert werden können, ist auch das Entstehen eines eigenständigen Ökosystems für kreditwirtschaftliche Mehrwertservices vorstellbar, bei dem das laufende Konto zur Plattform für eine stetig wachsende Zahl von Mehrwertdiensten wird.

6. Zentrale Voraussetzung für den Erfolg einer solchen Strategie ist die jeweils erzielte Kundenreichweite für neue Services, die mindestens den deutschen Markt umfassen, idealerweise aber auch darüber hinausgehen sollte. Dies erfordert eine geeignete Orchestrierung der vielfältigen Interessen der in einem solchen Ökosystem zu involvierenden Parteien.

Bei der Erstellung der Studie haben zahlreiche Expertinnen und Experten aus Kreditwirtschaft, Handel und von Technologieanbietern mitgewirkt. Von Mai 2019 bis Dezember 2019 fanden im Rahmen des Projekts drei Workshops mit einem Kernteam aus der deutschen Kreditwirtschaft statt, um Szenarien zu entwickeln und strategische Implikationen und Stoßrichtungen zu analysieren. An der Befragung nahmen – neben Mitgliedern des Kernteams – nationale und internationale Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen der Netzwerkindustrie Zahlungssysteme teil (Acquirer, Automated Clearing Houses, Banken, Berater, Chipkartenhersteller, Handel, Mobile Network Operator, Prozessoren, Payment-Service-Provider, Regulierer, Terminalhersteller, Verbände und Verlage). Es wurden 143 deutschsprachige und 78 englischsprachige Experten angesprochen.

Die SRC-Studie „Bezahlen 2030“ kann hier heruntergeladen werden. aj

 
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