STUDIEN & UMFRAGEN19. Oktober 2026

Bitkom: Mehr als die Hälfte wollen d-you Wallet ab nächstem Jahr nutzen

Die Menschen in Deutschland seien offen für eine digitale Brieftasche auf dem Smartphone. Die rechtliche Grundlage dazu werde das Digitale-Identitäten-Gesetz schaffen, das der Bundestag beschließen soll. Mit Beginn des kommenden Jahres werde die Wallet dann in Deutschland unter dem Namen d-you eingeführt, in der EU heiße sie länderübergreifend EUDI-Wallet. Und 53 % der Bürgerinnen und Bürger wollen die Wallet künftig nutzen. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 1.004 Personen ab 18 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Zwei Diagramme zeigen Wissen über die EUDI-Wallet und die Nutzungsbereitschaft: 53 Prozent wollen sie nutzen, laut Bitkom-Umfrage.
Bitkom
Konkret sagen 20 % dabei „auf jeden Fall“, 33 % „eher schon“. Umgekehrt wollen 21 % sie „eher nicht“ nutzen, ebenso viele auf keinen Fall.

Am 2. Januar 2027 soll d-you starten, die Nutzung sei kostenlos und freiwillig. Eingerichtet werde die Wallet mit dem Personalausweis oder dem elektronischen Aufenthaltstitel. Zum Start lasse sich damit vor allem die eigene Identität digital nachweisen, etwa um das Alter zu belegen, einen Vertrag abzuschließen oder ein Bankkonto zu eröffnen. Schrittweise sollen weitere Nachweise wie Führerschein oder Rentenausweis hinzukommen, später auch die elektronische Unterschrift. Dabei gehe es nicht nur um den Nutzen im Kontakt mit Ämtern und Behörden, auch mehr als 180 Unternehmen hätten bereits in einem von Bitkom und Bundesdigitalministerium initiierten Memorandum of Understanding zugesagt, die Technik in eigenen Angeboten nutzen zu wollen.

Der weißhaarige Mann im dunklen Anzug steht lächelnd vor hellem Hintergrund und hält die Hände vor dem Körper; Dr. Ralf Wintergerst, Bitkom-Präsident, ordnet die Umfrage zur EUDI-Wallet ein.
Giesecke+Devrient

d-you schafft einen ganz praktischen Nutzen für die Menschen. Die Priorität muss jetzt darauf liegen, schon zur Einführung der digitalen Brieftasche viele relevante Einsatzmöglichkeiten verfügbar zu machen. Wer sich die Wallet aufs Smartphone holt, will sie auch im Alltag einsetzen, etwa im Kontakt mit seiner Bank oder beim Abschluss eines Vertrags.“

Dr. Ralf Wintergerst, Bitkom-Präsident

Eine Herausforderung sei die noch geringe Bekanntheit des Projekts. Mit 46 % hat fast die Hälfte der Deutschen noch nie von der EUDI-Wallet gehört. Zu Jahresbeginn waren es 52 %. Nur 8 Prozent können aktuell gut erklären, was man darunter versteht, weitere 21 % wissen es in etwa. 21 % kennen den Begriff, wissen aber nicht genau, was er bedeutet. Laut Wintergerst müssten Bund, Länder und vor allem die Ämter und Behörden vor Ort rasch und deutlich kommunizieren, welche konkreten Vorteile die Wallet-Nutzung den Menschen bringt.

Bei einer wichtigen Voraussetzung für die Nutzung von d-you habe das Digitalministerium diese Woche nachgesteuert: Zur Aktivierung der Wallet seien die Online-Funktion des Personalausweises und die dazugehörige PIN notwendig. Wer die PIN nicht mehr kennt, müsse dazu nicht mehr aufs Amt gehen, sondern könne künftig einen kostenlosen Rücksetzungs- und Aktivierungsdienst nutzen, wie Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger am Mittwoch zur Eröffnung der Smart Country Convention in Berlin angekündigt habe.

Zur Methodik der Befragung

Grundlage der Angaben sei eine Umfrage, die Bitkom Research (Website) im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt habe. Dabei wurden 1.004 Personen in Deutschland ab 18 Jahren telefonisch befragt. Die Umfrage sei repräsentativ. Die Befragung sei vor der Vorstellung des neuen Namens gestartet, gefragt wurde daher nach der EUDI-Wallet.ft

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