PRODUKTE27. Januar 2020

Currencycloud: Dieses kaum bekannte Start-up sammelte 80 Millionen Dollar ein

Processing Banken Finanzdienstleister international währungsübergreifend
World Image / Bigstock

Das britische Start-up Currencycloud organisiert für diverse große Banken und Finanzdienstleister die Zahlungsabwicklung – währungs- und länderübergreifend. Jetzt konnte das B2B-FinTech, das für viele Branchenkenner eher „unter dem Radar“ unterwegs war, erneut 80 Millionen US-Dollar Investorengelder einsammeln – von Visa, BNP Paribas und der World Bank Group.

Es gibt eine Vielzahl von Start-ups, auf die wird man erst aufmerksam, wenn sie eine große Finanzierungsrunde geschafft haben. Start-ups, die hinter den Kulissen dafür sorgen, dass andere Unternehmen reibungslos ihren Geschäften nachgehen können. Ein solches Unternehmen ist Currencycloud. Das britische Unternehmen ist ein API-Anbieter für internationalen Zahlungsverkehr, das für diverse digitale Finanzdienstleister die passende Software bereitstellt, etwa für Revolut und Monzo sowie für Visa. Dabei integriert das Unternehmen seine Produkte in die Plattformen diverser Großbanken und Finanzdienstleister und wickelt so beispielsweise deren Zahlungen über Währungsgrenzen ab. Über 85 verschiedene API, die sämtliche B2B-Zahlungsworkflows abwickeln, verantwortet das Unternehmen nach eigenen Angaben.

Aktuell ist Currencycloud in den Schlagzeilen, weil es dem Unternehmen gelungen ist, 80 Millionen US-Dollar einzusammeln. Zu den Investoren der aktuellen Runde zählen die Visa-Gruppe, die BNP Paribas sowie die World Bank Group (mit Google als Investor) und Sapphire, die Venture-Capital-Tochter des Walldorfer Softwareriesen SAP. Die Finanzchefin von Visa, Colleen Ostrowski, wird nach der Vereinbarung dem Vorstand von Currencycloud beitreten.

Currencycloud

Wir nennen das Segment embedded finance. Wir sind wahrscheinlich das wichtigste Geschäft, von dem Sie noch nie etwas gehört haben. Aber das ist unsererseits so bewusst gewollt. Es gehört zu unserer Strategie, dass wir nicht mit unseren Kunden konkurrieren.“

Mike Laven, CEO von Currencycloud

Laven, der unter anderem sechs Jahre für die Vereinten Nationen gearbeitet hat, bevor er 2011 zu Currencycloud wechselte, hat Currencycloud unter seiner Führung zu einer führenden Kraft in der digitalen Finanzdienstleistungsrevolution entwickelt.

Visa ist für Currencycloud doppelt wichtig

Dabei spielt Visa eine wichtige Doppelrolle als Investor und Kunde von Currencycloud. Laut Laven haben sich die Unternehmen zusammengetan, um den Kunden gemeinsam effizienten Zugang zu günstigen Konditionen bieten zu können. Ein wichtiges Kundensegment von Currencycloud sind dabei Neobanken wie Revolut, Monzo und Starling, die eine besonders preissensible Zielgruppe ansprechen, aber via App und Debit Card größere Summen international bewegen. Besonderes Augenmerk hat das Unternehmen auf grenzüberschreitenden Zahlungen: Eines der Schlüsselprodukte des Unternehmens, Spark, ermöglicht es den Kunden, in 35 Währungen zu sammeln, zu speichern, umzurechnen und zu bezahlen.

Viel verspricht sich Mike Laven von den B2B-FinTech-Anwendungen, an denen etwa auch große Player wie Stripe, Adyen oder Checkout.com beteiligt sind. Ungleich lukrativer, wenn auch härter, wie der CEO zugibt, dürfte in den kommenden Jahren vor allem in der B2B-FinTech-Welt die Musik spielen. Dass man in der B2B-FinTech-Szene nicht so prominent werden kann wie die CEOs der bekannten Endkunden-Start-ups, dürfte Mike Laven verschmerzen können. tw

 
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