STRATEGIE7. Juni 2021

EUid: EU-Beschluss zu Identity Wallet – Startschuss für eine grenzenlose digitale Zukunft?

Die digitale Wallet kommt - sagt Armin Bauer, CTO IDnow
Armin Bauer, CTO IDnow IDnow

Die EU-Kommission hat letzte Woche einen Entwurf für das so genannte Digital Identity Wallet EUid veröffentlicht. Demnach muss binnen 12 Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes jeder EU-Staat seinen Bürgern eine digitale Brieftasche zur Verfügung stellen. Ist das nun der Start in die digitale Identity-Zukunft?

von Armin Bauer, CTO IDnow 

Der Entwurf für das „Digital Identity Wallet“ besagt folgendes: Jeder Bürger erhält Zugang zu einem sogenannten digitalen Wallet. Es muss sich einmalig identifiziert werden und die Daten werden für die weitere Verwendung gespeichert.

Im digitalen Wallet sollen sich neben der elektronischen Signatur künftig auch Dokumente wie Geburts- und Heiratsurkunden oder Führerschein speichern lassen. Damit gehen zahlreiche Use-Cases einher – von digitalen Behördengängen wie Adressänderungen oder Steuererklärungen bis hin zur Nutzung von Gesundheitsservices. Eine Möglichkeit, die unser tägliches Leben revolutionieren würde.

Jedes Land hat laut dem Entwurf drei Möglichkeiten zur Umsetzung: Entweder bringt es selbst eine Lösung für seine Bürger und Unternehmen auf den Markt. Oder es beauftragt ein privates Unternehmen damit, das Wallet zu entwickeln und öffentlich verfügbar zu machen. Die dritte Option besteht in einem staatlich anerkannten Zertifizierungsprogramm, das es privaten Unternehmen ermöglicht, Anwendungen für die Identifizierung zu zertifizieren.

IDnow Wallet
IDnow (Website) arbeitet derzeit selbst an einer eigenen Technologie für digitale Wallets. Mit dem „IDnow Wallet“ sollen die Daten der Nutzer sicher und datenschutzkonform auf dem Smartphone des Nutzers gespeichert werden. Mittels Fingerabdruck oder Gesichtserkennung (Touch- oder Face-ID) werden die Daten zur Identifizierung freigegeben. Der Nutzer erhält hierbei zu jeder Zeit die Kontrolle über die eigenen Daten. Durch das Zero-Knowledge-Prinzip ist es als Anbieter nicht möglich, Einsicht in die Daten der User zu erhalten.
Die genauen technischen Standards werden derzeit noch auf EU-Ebene diskutiert. Erst nach der Veröffentlichung dieser Standards können die Staaten mit der Umsetzung der jeweiligen Lösung beginnen. Dabei werden sie vor allem auf zwei Aspekte achten müssen: hohe Sicherheitsstandards sowie eine möglichst angenehme Nutzererfahrung. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Lösung bei möglichst vielen Bürgern Akzeptanz findet.

Aus unserer Sicht ist die Einführung des digitalen Wallets ein notwendiger und richtiger Schritt, um das Alltagsleben der Bürger zu vereinfachen und digitale Identifizierungsgrenzen innerhalb der EU zu überwinden. Mit der Bestimmung kann eine übergreifende Infrastruktur geschaffen werden.Armin Bauer, CTO IDnow

 
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