FINTECH BANK12. Apr. 2017

Fidors Auszeichnungen: „Voraussetzungen schaffen, dass wir Neues leisten“ – Interview mit CEO Matthias Kröner

Matthias, Kröner, Vorstand der Fidor Bank (CEO Chairman of the Executive Board).Mike Zenari/Fidor

Fidor galt 2013/2014 als das Vorzeige-FinTech und als erste echte FinTech-Bank, die den etablierten Banken die Digitalisierung per API vorführte. Kaum eine Konferenz, auf der Fidor nicht erwähnt wurde. Schließlich räumte das Münchner Unternehmen unter der Leitung von Matthias Kröner – still und leise – eine Auszeichnung nach der anderen ab. Auch heute macht Fidor (nun selbst etabliert, aber weiter modern und digital) nicht viel Aufhebens darum.

Herr Kröner, hat die Fidor Bank eigentlich eine eigene Abteilung, die sich nur um das Anmelden zu Banking- und Innovationspreisen kümmert?

Nein, ganz so weit geht es nicht. Unsere Mitarbeiter aus dem Marketing haben natürlich immer mal mit der Koordination von Awards und Veranstaltungen zu tun, aber der Aufwand hält sich in Grenzen. Was schlicht und einfach daran liegt, dass die Veranstalter im Regelfall auf uns zukommen und nicht wir auf die Veranstalter.

Wie viele Auszeichnungen haben Sie im vorigen Jahr erhalten – und welche war Ihnen persönlich davon die Wichtigste?

Es überrascht Sie hoffentlich nicht, dass ich die Auszeichnungen nicht zähle. Nicht, weil wir jede Woche einen neuen Preis bekommen, sondern weil mein Fokus ein anderer ist.

Mit Awards wird man für etwas ausgezeichnet, das man bereits geleistet hat; meine Aufgabe besteht jedoch täglich darin, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass wir Neues leisten.“

Aber um Ihre Frage nicht ganz unbeantwortet zu lassen: Wenn ich mich nicht täusche, haben wir 2016 rund eine Handvoll Auszeichnungen erhalten und waren ebenso häufig als Finalist bei anderen Awards vertreten. Gefreut habe ich mich vor allem darüber, dass wir mit dem  ersten ausschließlich mobilen Bankkonto Deutschlands – dem O2 Banking – Nutzer und Fachjurys gleichermaßen auf Anhieb überzeugt haben.

Hier ist natürlich in erster Linie Telefónica Deutschland in charge, aber da wir die technischen Voraussetzungen geschaffen haben, fühlen wir uns bei positivem Feedback natürlich auch angesprochen.“

Außerdem hat uns im vergangenen Jahr die Aufnahme in die TR-50 sehr geehrt, also die Liste der vom Fachmagazin Technology Review ausgerufenen 50 innovativsten Unternehmen der Welt.

Mike Zenari/Fidor

Welche Aussagekraft haben Ihrer Meinung nach Auszeichnungen im Allgemeinen – vor allem hinsichtlich der Tatsache, dass es ja mittlerweile dutzende Awards in den Bereichen Finanzdienstleistung, FinTech und Innovation gibt?

Das muss man sicher differenziert betrachten. Die Masse an Auszeichnungen und Veranstaltungen ist natürlich enorm. Und darunter finden sich auch einige, die die Vergabe von Awards eher als Geschäftsmodell betreiben. Hier werden Logos und Trophäen verkauft und vor allem teure Sitzplätze bei den dazugehörigen Galaabenden. Doch ein kurzer Blick auf den Initiator oder Ausrichter einer solchen Veranstaltung genügt in der Regel, um festzustellen, ob sich eine Teilnahme wirklich lohnt. Wenn das Weltwirtschaftsforum, das Handelsblatt oder die Initiative Mittelstand lädt, kann man sich dessen natürlich sicher sein.

Welche Bedeutung haben die Preise für Fidor bzw. für Banken im Allgemeinen?

Generell sind Auszeichnungen natürlich immer eine willkommene Bestätigung von offizieller Seite, die den Kunden und Geschäftspartnern und last but not least auch unserem neuen Hauptaktionär, der BPCE Group, einen Hinweis auf die Seriosität des Unternehmens gibt. In unserem speziellen Fall sind die vielen Awards für neue Produkte und Aktionen vor allem auch Ausdruck unserer Innovationskraft, denn …

… die große Mehrheit unserer Auszeichnungen haben wir im Bereich „Innovation“ erhalten.“

Zudem können Sie als Bank mit dem Gewinn von Awards oder der Präsenz auf den entsprechenden Events auf sich aufmerksam machen – national und auch international.

Nicht zuletzt sind Erfolge immer auch gut fürs Team, denn auch die Mitarbeiter werden in ihrer Arbeit und ihrem Arbeitgeber bestätigt.“

Schielen Sie zum Vergleich auch hin und wieder auf die Erfolge Ihrer Mitbewerber?

Natürlich bekomme ich am Rande immer mal etwas dergleichen mit, aber ich suche solche Informationen nicht. Die eigenen Erfolge sind für mich bereits nicht wesentlich; die Erfolge anderer umso weniger.

Gibt es einen Preis, den Sie sich noch wünschen würden, der in Ihrer Sammlung noch fehlt?

Wie gesagt, wir sind nicht primär auf der Jagd nach neuen Trophäen für den Kaminsims und wir wiegen die einzelnen Auszeichnungen auch nicht gegeneinander auf. Demnach kann ich jetzt auch nicht sagen: Diesen einen Preis brauchen wir noch!

Wobei ich mir schon sehr wünschen würde, dass unsere Jungs die alljährliche Fußball-Turnierreihe „B2Soccer“ für Münchner Firmen mal für sich entscheiden würden.“

In den vergangenen beiden Jahren waren wir schließlich schon zweimal nah recht nah dran am großen Wurf.

Haben Sie schon das nächste „preisverdächtige“ Produkt in der Schublade, welches in diesem oder im nächsten Jahr Ihre Sammlung noch erweitern könnte?

Wir gestalten Produkte und Angebote nicht, um Awards zu gewinnen. Wir gestalten Produkte, um unsere Kunden zu begeistern.

Und da hoffe ich schon, dass wir in 2017 und 18 den einen oder anderen „Begeisterungssturm“ auslösen. Sollte dies dann zu einem Award führen, verweise ich auf die Antwort zur zweiten Frage“ *schmunzelt*

Herr Kröner, vielen Dank und weiterhin gute Jagd!aj

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