STUDIEN & UMFRAGEN8. April 2019

Finanztip testet Robo Advisor: digitale Geldanlage gibt es nicht umsonst

Robo Advisor
bigstock.com/a-Image

Mit wenigen Klicks zur persönlich passenden Geldanlage, so versprechen es die ersten Robo Advisor seit einigen Jahren. Inzwischen tummeln sich mehr als 30 digitale Anlagehelfer auf dem deutschen Markt. Der Verbraucher-Ratgeber Finanztip hat die wichtigsten Anbieter unter die Lupe genommen und getestet, was diese für Kleinanleger tatsächlich taugen. Laut Finanztip sind aktuell drei günstige Anbieter empfehlenswert. Grundsätzlich ist für die digitale Sparhilfe allerdings ein Aufpreis fällig – teilweise sogar recht happig mit mehr als ein Prozent der Anlagesumme.

Derzeit betreuen Robo Advisor bereits mehr als eine Milliarde Euro von Anlegern aus Deutschland. Die Kunden erhalten dabei Unterstützung in drei Punkten:
1. Robo Advisor ermitteln – meist mithilfe eines Fragebogens – wie viel Risiko ein Sparer vertragen kann
2. Daraus leiten sie ein Portfolio ab
3. Schließlich kümmern sie sich um die Umsetzung der Geldanlage – sie kaufen also die passenden Fonds ins Depot.

Dieser Service kostet Geld, mitunter gar nicht wenig. Zu der üblichen Verwaltungsgebühr der ausgewählten Fonds verlangen die Anbieter weitere Gebühren. Der Aufpreis variiert je nach Anbieter und kann zwischen einem halben Prozent der Anlagesumme bis zu mehr als einem Prozent jährlich ausmachen.

Selbst ist der Anleger

Günstiger geht die Geldanlage, wenn sich Sparer selbst kümmern.

Xing

Wir empfehlen, in breit aufgestellte Aktien-Indexfonds (ETFs) zu investieren. Um die Schwankungen am Aktienmarkt etwas aufzufangen, sollte ein anderer Teil in Fest- oder Tagesgeld angelegt werden. Diese selbstgemachte Geldanlage kostet oft nicht mehr als 0,3 Prozent des Anlagebetrags.“

Sara Zinnecker, Geldanlage-Expertin bei Finanztip

Wer sich das allerdings selbst nicht zutraut und/oder einen Teil der Verantwortung gerne abgeben möchte, für den können die neuen Robo-Advisor eine gute Lösung sein.

Finanztip setzt auf eine eher passive Anlagestrategie

Bei den digitalen Geldanlagehelfern (Robo Advisorn) gibt es zwei Arten. Einige greifen aktiv in die Geldanlage ein: Sie schichten das Vermögen je nach Marktgeschehen laufend um. Ziel ist es, den Verlust zu begrenzen. Andere Robo Advisor folgen einem passiven Ansatz. Ihr Ziel ist es, die anfangs festgelegte breite Vermögensaufteilung beizubehalten.

Wie gut aktive Robo Advisors sind, können wir aktuell nicht beurteilen. Die Strategien basieren auf vielen Annahmen und müssen sich erst noch beweisen, am besten über einen gesamten Börsenzyklus.“

Finanztip empfiehlt deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nur Anbieter mit einer passiven Strategie.

Drei Anbieter gelten als Empfehlung

Nicht jeder Robo Advisor ist eine echte Alternative zur klassischen Vermögensverwaltung oder Anlageberatung. Damit Robo Advisor auch für Kleinanleger interessant sind, sollte deren Mindestanlagesumme nicht mehr als 10.000 Euro betragen. Für eine sinnvolle Nutzung dürfen die Kosten nicht ausarten. Daher eignen sich nur solche Anbieter, deren Gesamtkosten nicht mehr als ein Prozent der Anlagesumme ausmachen, besser noch etwas weniger. Schließlich sollten sich die Investitionen im Portfolio auf Aktien- und Anleihe-ETFs konzentrieren, um den Empfehlungen von Finanztip für eine gute Geldanlage zu entsprechen. Im Ergebnis verbleiben drei Anbieter als Empfehlung von Finanztip: das sind die zwei klassischen passiven Robo Advisor Quirion und Growney sowie der Anlagehelfer Weltinvest für Selbstentscheider.

Ausführliche Informationen zur Untersuchung der Robo Advisor von Finanztip finden Sie hier.pp

 
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://itfm.link/87725 
 
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