ANWENDUNG29. November 2018

Infineon und IDEX entwickeln biometrische Kartenlösungen

Erst kontaktlos die Karte lesen, dann per Fingerabdruck-Sensor die Zahlung autorisieren: so wird das Bezahlen einfacher und schneller. Quelle: Infineon
Erst kontaktlos die Karte lesen, dann per Fingerabdruck-Sensor die Zahlung autorisieren: so wird das Bezahlen einfacher und schneller. Infineon


Chiphersteller Infineon kooperiert mit dem Biometrie-Spezialisten IDEX bei der Entwicklung von Bezahlkarten, die eine Authentifizierung der Transaktion per Fingerabdruck gestatten. Mit ihrer gebündelten Expertise wollen die beiden Partner bestehende technische Herausforderungen für biometrische Anwendungen überwinden.

Biometrische Karten mit einfacher Authentifizierung per Fingerabdruck als zweitem Authentifizierungsfaktor sollen Kartenbetrug besser verhindern. Dies gilt für reine Bezahllösungen wie auch für Kartenanwendungen, die Bezahlen mit Sozialleistungen kombinieren. Darüber hinaus geht die Authentifizierung mit Fingerabdruck schneller als die Eingabe einer PIN. Das Ziel ist ein einfaches und schnelles Tap-and-Go.

Infineon Technologies und IDEX Biometrics haben sich zusammengetan, um eine solche Lösung zu entwickeln. Erster Schritt ist ein System-on-Card-Demonstrator, der auf dem neuen 16-Bit-Sicherheitscontroller von Infineon läuft. Dieser verfügt über zwei Schnittstellen und funktioniert sowohl kontaktlos als auch kontaktbasiert.

Technische Herausforderungen und Offenheit der Systeme

Ein kritischer Punkt für das kontaktlose Bezahlen mit biometrischen Faktoren ist der Stromverbrauch, denn bei diesem Verfahren müssen mehr Daten übertragen werden. Nach Angaben von Infineon sind seine Sicherheitscontroller hier im Vorteil. Sie haben ein optimiertes Leistungsprofil für kontaktlose Chipkarten, die keine eigene Batterie haben und mit der Energie aus dem magnetischen Feld des Lesegerätes auskommen müssen. Darüber hinaus liegen die Transaktionsraten deutlich unter 300 ms, so dass die Zahlungstransaktion mit einer biometrischen Karte insgesamt in weniger als einer Sekunde erfolgen kann.

IDEX und Infineon setzen auch auf Interoperabilität der Systeme. Dies sei entscheidend, um biometrische Lösungen in großem Maßstab zu ermöglichen, sind sich die beiden Partner einig. Die beiden Unternehmen untersuchen und dokumentieren den effizientesten Weg, um die Host-API von IDEX in biometrische Systeme mit Sicherheitscontrollern von Infineon zu integrieren. Das soll die Einführung biometrischer Karten mit kontaktlosen sowie kontaktbasierten Schnittstellen beschleunigen.

IDEX betont, man kooperiere stets mit führenden Unternehmen der Branche. Erklärtes Ziel ist es, ein offenes, funktionsfähiges Ökosystem für Smart Cards zu entwickeln, die für das Bezahlen, als Firmenausweis oder Zutrittslösung geeignet sind. Die Zusammenarbeit mit Infineon biete die Chance, ein reibungsloses Funktionieren von Biometrie auf Smart Cards zu integrieren, so Stan Swearingen, CEO von IDEX Biometrics.

Starkes Wachstum für biometrische Smartcards bis 2023

Biometrische Verfahren sind Konsumenten bereits aus der Mobiltelefonie bekannt. Sie setzen sich immer stärker durch bei Smart Card-Anwendungen, ob zum Bezahlen oder zum Ausweisen der Nutzer. Das Marktforschungsunternehmens ABI geht davon aus, dass der Markt für biometrische Bezahlkarten in den kommenden Jahren stark wächst: von 4,5 Millionen Stück in 2019 auf 120 Millionen Stück bis 2023.

Bjoern Scharfen; Quelle: Infineon
Infineon

„Wir sind überzeugt, dass wir durch die gebündelte Expertise von Infineon und IDEX verlässliche, hochperformante biometrische System definieren können. Biometrie ist der nächste Innovationsschritt bei kontaktlosen Zahlungskarten und bietet Banken und Verbrauchern zusätzliche Sicherheit und Komfort.“

Björn Scharfen, Leiter Payment & Wearables bei Infineon

Die biometrischen Daten werden wie auch die sensiblen Bankinformationen des Karteninhabers auf dem Sicherheitschip der Karte abgelegt. Diese landen also nicht etwa in der Cloud, sondern bleiben – im wahrsten Sinne des Wortes – stets in den Händen des Nutzers. hj

 
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