SECURITY11. Juni 2026

KI-Agenten: Die größte Schwachstelle der Banken 2026

In einem modernen Bankbüro interagiert ein Mensch mit einem KI-Agenten, der in einem Anzug gekleidet ist. Zwischen ihnen befindet sich ein holographisches Display mit einem Schaltkreis-Muster. Die Szene verdeutlicht den Einsatz von KI-Agenten im Bankwesen.
KI, DALL-E

Eine Umfrage von BioCatch, einem Unternehmen gegen Betrug und Finanzkriminalität, unter 1.440 Fach- und Führungskräften der Bankenbranche in 25 Ländern zeigt: 84 Prozent der Befragten sehen KI-Agenten im kommenden Jahr als größte ausnutzbare Schwachstelle. Befragt wurden Verantwortliche für Fraud-Management, Geldwäscheprävention (Anti-Money Laundering, AML) sowie Risk und Compliance.

Ein weiteres Ergebnis: 88 Prozent sagen, dass KI die Betrugsmaschen bereits heute deutlich raffinierter gestaltet. 60 Prozent erwarten, dass KI-gestützte Bankprozesse die Wirksamkeit klassischer Betrugsabwehr weiter verringern.

72 Prozent gehen davon aus, dass es in einer Zukunft mit KI-Agenten sehr schwierig sein wird, legitime KI-unterstützte Aktionen von böswilligen oder manipulierten KI-Aktivitäten zu unterscheiden.

Umfrage von BioCatch zu KI in der Bankenbranche
BioCatch

In der Studie von 2025 hätten 71 Prozent der Befragten eine Steigerung von Betrugsversuchen in ihrer Bank angegeben. 2026 liegt dieser Wert laut Studie bei 81 Prozent. Noch deutlicher sei die Entwicklung bei den Verlusten: Der Anteil derjenigen, die von steigenden Betrugsverlusten im Jahresvergleich berichten, wachse von 59 auf 76 Prozent.

Rund die Hälfte der Befragten berichtet, ihr Bankinstitut würde jährlich mehr als zehn Millionen US-Dollar durch Betrug verlieren. 20 Prozent sprechen von mehr als 25 Millionen US-Dollar, fünf Prozent von mehr als 50 Millionen US-Dollar.

Informationsaustausch in Echzeit als wirksame Maßnahme gegen Scamming

Von den befragten Führungskräften hätten 79 Prozent eine hohe Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert. Eine deutliche Mehrheit von 86 Prozent sei überzeugt: Echtzeit-Informationsaustausch über das Empfängerkonto bei Interbank-Transaktionen würde die Fähigkeit ihrer Bank verbessern, Scamming-Aktivitäten zu stoppen. 85 Prozent sagen, Interbank-Intelligence-Sharing helfe, Betrug und Finanzkriminalität insgesamt besser zu verhindern.

Gadi Mazor, CEO von BioCatch
BioCatch

KI beginnt, die Interaktion von Kunden mit E-Commerce-Angeboten und Finanzinstituten grundlegend zu verändern. Sie wird auch verändern, wie Kriminelle Betrug und andere Finanzdelikte begehen.“

Gadi Mazor, CEO von BioCatch

Während digitale Interaktionen immer schneller, stärker automatisiert und zunehmend agentengetrieben seien, sei es notwendig, über statische Identitätsprüfungen hinauszugehen. Hin zu einem tieferen, unmittelbaren Verständnis von Verhalten, Absicht und Vertrauen, ergänzt Mazor.

Zentrale Ergebnisse der Umfrage im Überblick

BioCatch führt vier zentrale Ergebnisse der Umfrage auf:

1. Agentic-AI-Angriffe sind bereits Realität
80 Prozent der Befragten geben an, ihr Institut habe bereits Angriffe mit Agentic AI erlebt.

2. Kundenvertrauen hat Priorität
Fast alle Befragten (96 Prozent) sagen, ihr Bankinstitut messe bereits gezielt die Abwanderung von Kunden, die auf Betrugs- oder Scam-Erfahrungen zurückgehe. 39 Prozent nennen dies als einen zentralen Treiber für Investitionsentscheidungen.

3. Zu viel „Friction“ schadet dem Kundenerhalt
68 Prozent glauben, der Ansatz ihrer Bank bei Prävention und Erstattung im Bereich Betrug und Finanzkriminalität habe insgesamt zu einem Nettoverlust von Kunden geführt; 56 Prozent führt diese Abwanderung auf nicht erstattete Verluste zurück; 44 Prozent sehen die Ursache in zu vielen unnötigen Hürden und Unterbrechungen in der Nutzung („Friction“).

4. Betrug wird schneller
76 Prozent sagen, sie seien sehr besorgt über die zunehmende Geschwindigkeit betrügerischer Aktivitäten in ihrer Region.

Umfrage von BioCatch zu KI-Agenten in Banken
BioCatch

Die komplette Umfrage kann hier gegen Angabe der Kontaktdaten heruntergeladen werden.dw

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