STRATEGIE18. Oktober 2018

Einfachere Prozesse: Banken erfüllen nicht die Bedürfnisse des Mittelstandes

Mittelständische Unternehmen erwarten von ihrer Bank mehr Convenience und Usability.
Bigstock / Alfa Photo

Es ist ein schwieriges Verhältnis zwischen mittelständischen Unternehmen und den Banken. Eng ist die Beziehung traditionell und eine Bank kann für den Mittelstand auch ein wichtiger Partner sein. Doch eine neue Untersuchung des Beratungshauses Avoka zeigt, dass europäische Banken noch nicht die bestehenden Möglichkeiten genutzt haben, eine optimierte digitale Kontoeröffnung und Onboarding-Erfahrung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu schaffen. Dadurch laufen die Banken Gefahr, bestehende Kunden zu frustrieren und das Wettrennen um neue Kunden zu verlieren.

Im Auftrag von Avoka befragte Vanson Bourne, ein unabhängiger Marktforscher, Inhaber und Führungskräfte von KMU in ganz Europa zu ihren Banking-Erfahrungen. Das Ziel war es, die Einstellungen und Meinungen gegenüber ihren Finanzinstituten besser zu verstehen.

Die Ergebnisse, die hierbei herauskamen, lassen einige interessante Rückschlüsse zu: Nur 38 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) erklärten, dass ihre Banken alle benötigten Formulare auch elektronisch zur Verfügung stellen. Dabei halten 82% der Befragten diese Option für sehr oder extrem nützlich – und auch im Hinblick auf die Weiterverarbeitung im Rahmen einer GOBD-konformen Datenablage wäre dies erstrebenswert. Immerhin 89 Prozent gaben an, dass sie die gleichen Informationen mehrmals in derselben Anwendung eingeben müssen. Vor diesem Hintergrund halten 80 Prozent die Funktion des automatischen Ausfüllens als sehr oder extrem nützlich. Gerade ein Standardsatz an Daten würde hier oftmals helfen, dass redundante Eingaben vermieden werden. Außerdem gaben zwei von drei Befragten (67 Prozent) an, dass sie bereits einmal aus Frustration über die Komplexität der Abläufe Banking-Anwendungen vor Abschluss abgebrochen haben.

In den vergangenen Jahren erfolgte die Antragstellung für Business-Banking-Produkte nur in lokalen Filialen oder am Telefon. Heute werden jedoch zunehmend auch digitale Kanäle genutzt. Aus Sicht einer Bank ist es daher äußerst wichtig, in moderne, digitale Plattformen zu investieren, die es ihnen ermöglichen, ihren KMU-Kunden genau das zu bieten, was sie wollen und brauchen.“

Christian Brüseke, General Manager der DACH-Region bei Avoka

KMU bemängelt: Viele Banken für den Mittelstand nicht attraktiv

Die Studie zeigt, dass es für die überwiegende Mehrheit (86 Prozent) der Befragten bei der Auswahl einer Bank entscheidend ist, dass Finanzprodukte digital beantragt werden können. Tatsächlich geben ein Drittel (33 Prozent) der Befragten an, dass ihr Unternehmen nicht mit einer Bank zusammenarbeiten würde, die solche Services nicht anbietet.

Wenn Finanzinstitute die gewünschten Produkte online offerieren, können sie sich im Gegenzug auf das positive Empfehlungsmarketing von 83 Prozent der Befragten verlassen. „Die Studie zeigt, dass digitales Onboarding ein Schlüsselfaktor für die Loyalität der KMU-Kunden gegenüber ihrer Bank sind. Sie entscheiden darüber, ob sie ähnlichen Unternehmen ihren Bankpartner empfehlen oder ob sie in Zukunft den Wechsel zu einer anderen Bank in Betracht ziehen würden“, fügte Brüseke hinzu.

Das Beratungsunternehmen Avoka hat die Ergebnisse der Studie „How Banks Can Win New Small Business Customers” hier zum kostenlosen Download veröffentlicht. Das Whitepaper mit den englischsprachigen vollständigen Ergebnissen kann gegen Angabe der persönlichen Daten heruntergeladen werden. tw

 
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://itfm.link/79410 
 
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)
Loading...

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Individualisierung wird bei Versicherungsangeboten immer wichtiger

Von der Stange oder individuell? Fragt man die Kunden von...

Schließen