IT-PRAXISTIPP22. März 2019

Migration: Vom Legacy-System zur Cloud-basierten Infrastruktur – direkt am Switch Probleme umgehen

Carmine Evangelista, CTO Auriga - hat einen Tipp um bei der Migration die Legacy-Probleme zu umgehen
Carmine Evangelista, CTO AurigaAuriga

In den letzten Jahren mussten Banken neue Services und Produkte anbieten, um den gestiegenen Anforderungen und veränderten Kundenwünschen gerecht zu werden. Dafür kamen Finanzinstitute nicht drum herum, neue Technologien zu entwickeln und einzusetzen. Allerdings sind die kritischen Dienste wie beispielsweise Buchhaltung oder die Verwaltung von Geldautomaten immer noch mit den klassischen Legacy-Systemen verbunden. Zu beobachten ist jedoch, dass der Migrationsprozess bereits in Gange ist. Über die Anbindung direkt am Switch kann gewährleistet werden, dass existierende Legacy-Systeme beim Übergang zu einer Cloud-basierten Infrastruktur nicht betroffen werden, sodass die Migration nahtlos vonstatten geht.

von Carmine Evangelista, CTO bei Auriga

Um die klassischen Dienste wie das Geldautomaten-Management auf die neuen Plattformen zu verlagern, ist es zunächst erforderlich, dass der Ansatz und wahrscheinlich auch das Team, das diese Dienste in den letzten Jahrzehnten verwaltet hat, geändert werden. Welche Maßnahmen muss eine Bank nun auf dem Weg zu einer Cloud-basierten Infrastruktur treffen?

Verantwortliche sollten sicherstellen, dass sie die Vorteile und Risiken einer Cloud-basierten Infrastruktur klar identifiziert haben. Dies ist ein Aspekt, der oft nicht richtig durchdacht wird – denn der Wechsel zu Cloud-Technologien bedeutet nicht nur die Einsparung einiger Mainframe-Lizenzen.“

Die Vorteile werden oftmals unterschätzt und die Risiken überschätzt. Darüber hinaus müssen die für Innovationen verantwortlichen Stakeholder für alle Kanäle identifiziert werden, um gemeinsam die Anforderungen und Ziele, die den Aufbau der Cloud-Infrastruktur betreffen, abzustimmen.

Eine weitere, essenzielle Maßnahme ist die Einführung einer offenen, zukunftssicheren Lösung, die die Trends und Technologien des Cloud Deployment berücksichtigt. Obwohl die Einführung von IaaS (Infrastructure as a Service) Vorteile in Bezug auf Effizienz und Kosten bieten kann, gibt es noch andere Optionen und Technologien, die die Bank bei der Entwicklung von Innovation potenziell unterstützen, wie zum Beispiel:
1. PaaS (Platform as a Service), um die Komplexität des Infrastrukturmanagements und die Vorteile von Standardmodellen wie Docker und Kubernetes auszulagern;
2. FaaS (Function as a Service), ein serverloses Cloud-Computing-Angebot, das Skalierbarkeit und zusätzliche Kosteneinsparungen bietet.

Generell muss der Bank klar sein, dass der Wechsel in die Cloud nicht nur eine technologische Angelegenheit ist. Es muss auch ein kulturelles Umdenken in der Bank stattfinden. Und zwar in Bezug auf vermeintliche Hindernisse (Ist die Cloud sicher?) oder die Veränderungen im gesamten Banken-Ökosystem (Können Dienstleistungen gemeinsam mit FinTechs angeboten werden?).

Alte IT-Infrastrukturen integrieren

Ein entscheidender Punkt bei der Cloud-Migration ist die Integration von alter IT-Infrastruktur. Damit dieser Prozess reibungslos gelingt, ist einiges zu beachten:

APIs eignen sich am besten für die Integration heterogener Systeme. Wenn es möglich ist, eine API für den Zugriff auf einen bestimmten Dienst oder bestimmte Daten zu definieren, kann so die Migration vereinfacht werden.“

Eine flexible Integrationsschicht ermöglicht es, Probleme während der Migrationsphase zu managen. Sie kann auch bei mangelnder Analyse helfen, zum Beispiel um fehlende Felder hinzuzufügen oder eine zusätzliche Vorverarbeitung der Daten durchzuführen. Es sollte auch immer das Projektziel im Blick behalten werden. Zwischenschritte können nützlich sein, wenn eine Roadmap zur anvisierten Architektur entworfen wird. Sonst kann es zu Verwirrung kommen, das Hybridsystem kann ineffizient sein und in einigen Fällen einfach nicht funktionieren.

Schließlich sollte Fachkompetenz für diese anspruchsvolle Aufgabe herangezogen werden. Dieser Schritt erscheint offensichtlich, aber oft versuchen Finanzinstitute, interne Ressourcen für diese Aufgabe wiederzuverwenden, da sie vermeintlich über ein großes Wissen über das bestehende Ökosystem verfügen. Das ist allerdings nicht optimal, wenn es um die Veränderung der Infrastruktur geht.

Von alt zu Cloud-basiert

Der Übergang von alter zu Cloud-basierter IT-Infrastruktur ist nicht einfach, kann aber mit den richtigen Werkzeugen funktionieren. Zum Austausch einer alten IT-Infrastruktur – ohne dass Services oder Funktionen unterbrochen werden – muss eine gewisse Zeit der Dualität bewältigt werden. So ist es beispielsweise möglich, einzelne Geldautomaten auf die neue Infrastruktur zu verschieben, ohne die alte Infrastruktur darüber zu informieren. Wenn alle Geldautomaten in die neue Infrastruktur migriert wurden und die Abgleichs-Tools zeigen, dass alles richtig verwaltet wird, kann die alte Infrastruktur abgeschaltet werden.

Bevor es soweit ist, muss zunächst jedes Ökosystem analysiert und die richtigen Maßnahmen während der Migrationsphase ergriffen werden. In einigen Fällen, wie etwa bei der Datenspeicherung, ist es sinnvoller, die gesamte bestehende Infrastruktur zu ersetzen, anstatt eine hybride Lösung zu schaffen, die beim integrierten System Ausfälle verursachen kann – das variiert von Fall zu Fall und ist abhängig von der jeweiligen Technoogiekompetenz.

Autor Carmine Evangelista, CTO Auriga
Carmine Evangelista hat seinen Hochschulabschluss in Informatik im Jahr 1994 an der Universität von Bari erworben. Er ist seit der Gründung von Auriga im Unternehmen, seit 2014 ist er Chief Technology Officer (CTO). In dieser Position verantwortet er die technische Entwicklung und unterstützt den CEO bei der Entwicklung der Geschäftsstrategie. Evangelista ist Mitglied verschiedener Branchenorganisationen wie der Nexo Standards.

Obwohl das Legacy-System eine sehr stabile Umgebung für das Datenmanagement bietet, wird dies oft durch sehr teure Module und Disaster-/Recovery-Verfahren erreicht. Dieselben Daten könnten auch auf einem komplett anderem System gespeichert werden, das einen sicheren Speicher (zum Beispiel die Verteilung der Daten auf mehr als einem einzelnen Knoten), eine garantierte Business Continuity (wie etwa redundante Konfiguration, die auf die erforderliche Ausfallsicherheit abgestimmt ist) und bessere Leistungen bietet.

Die Anbindung am Switch sorgt für einen nahtlosen Übergang

Ein weicher Übergang von alter Struktur zur Cloud gelingt am besten über einen Switch. Dabei kann der Switch über eines der vom System unterstützten Host-to-Host-Protokolle (wie ISO8583, aber auch über innovative Protokolle wie die auf Basis der ISO20022) integriert werden. Einer der kritischsten Aspekte des Transaktionsroutings ist die Fähigkeit, die Last auf die gesamte Infrastruktur zu verteilen und die Konsistenz der verknüpften Vorgänge (zum Beispiel eine Transaktionsstornierung) zu gewährleisten.

Durch die Anbindung am Switch können Banken eine Vielzahl von Herausforderungen bewältigen: Kostspielige Legacy-Infrastruktur, die Innovationen einschränkt oder Service-Silos, die kein einheitliches Benutzererlebnis möglich machen, gehören der Vergangenheit an. Genauso wie SB-Hardware, die die alten Protokolle nicht richtig verwalten kann und neue Funktionen wie beispielsweise Biometrie nicht unterstützt. Darüber hinaus können Zwischensysteme abgeschafft werden und so der Gesamtbetrieb beschleunigt, das Tracking vereinfacht sowie Fehlerquellen und Kosten reduziert werden.

Flexibilität, Kostenersparnis, Aktualität: Vorteile Cloud-basierter IT-Infrastruktur

Die Cloud-basierte Lösung wird immer attraktiver, da sie den Banken zahlreiche Vorteile bringt:

Flexibilität: Cloud Computing ist flexibel im Design und ermöglicht Unternehmen den Zugriff auf Speicher und Software, die sich in Echtzeit an ihre Bedürfnisse anpassen lässt. Dies bedeutet, dass die Benutzer die Dienste nach ihren Bedürfnissen skalieren sowie Anwendungen und Zugriffsregeln anpassen können und so flexibel genug sind, um auf saisonbedingte Schwankungen und On-Demand-Bedarf zu reagieren.

Kosteneinsparungen: Die größten Vorteile von Cloud Computing sind erhebliche Einsparungen bei den IT-Kosten, da man nur für die Ressourcen bezahlen muss, die man nutzt. Wenn viele Anfragen eingehen, können automatisch zusätzliche Knoten zum Ressourcenpool hinzugefügt werden und die gesamte Arbeit ausbalancieren. Wenn die Last reduziert wird, können die zusätzlichen Ressourcen freigegeben werden – die damit verbundenen Kosten fallen weg.

Disaster Recovery und Business Continuity: Mit der Cloud kann man das erforderliche Maß an Redundanz und Ausfallsicherheit der Infrastruktur wählen und sofort von den Vorteilen der Verfügbarkeit der Softwarelösung profitieren.

Garantiert aktuell: Dies hängt von der Art des verwendeten Cloud-Modells ab, aber in jedem Fall stellt das Cloud Computing sicher, dass die Umgebung (Hardware, Software, Netzwerk) vom Cloud Provider regelmäßig gepflegt und aktualisiert wird.aj

 
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