STRATEGIE2. Mai 2019

Mobile Payment: Sicherer war Bezahlen noch nie

Plädoyer für mehr Vertauen beim Mobile Payment: Christian Aubry, Geschäftsführer von Edenred
Christian Aubry, Geschäftsführer von Edenred Deutschland und Geschäftsführender Vorstand des Prepaid Verband Deutschland (PVD)Edenred

Selbst im Bargeldland Deutschland zücken schon Menschen das Smartphone für das Bezahlen am POS – doch laut Studien wie dem Global Payment Report 2018 der Boston Consulting Group hinkt Deutschland beim Mobile Payment hinterher. Ein häufiger Grund: Sicherheitsbedenken – zu Unrecht, denn Mobile Payment ist eine der sichersten Zahlungsmethoden.

von Christian Aubry, Geschäftsführer von Edenred

In vielen asiatischen Ländern ist mobiles Zahlen längst Alltag, ebenso wie in manchen Teilen Europas. In Skandinavien enthalten weniger als 10 Prozent der Transaktionen Bargeld. Für Deutschland scheint das noch in weiter Ferne zu liegen. Dabei ist die Sicherheit der Schlüssel – und Mobile Payment ist sicher. Auf einen Blick: Die hohen Sicherheitsstandards beim Mobile Payment.

1. Sensible Daten werden nicht auf dem mobilen Gerät gespeichert: Ein Token ersetzt die eigentliche Nummer der physischen Kredit- oder Debitkarte in verschlüsselter Form und die Kartennummer wird weder gespeichert noch gesendet. So erhält der Händler keine Kundeninformationen.
2. Wie beim Verlust einer Kredit- oder EC-Karte gilt auch beim Mobile Payment: Man kann sein Gerät bei Diebstahl oder Verlust sperren lassen.
3. Schutz vor Betrug: Für jede Transaktion gibt es einen One-time Code – nach der Benutzung verliert dieses Kennwort seine Gültigkeit und ist für weitere Aktionen nicht mehr verwendbar.
4. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung bietet eine zusätzliche Sicherheitsebene an.
5. Mobile Payment nutzt mit Biometrie, Tokenisierung und Verschlüsselung die neusten technologischen Standards, um Schutz vor Hackerangriffen zu gewähren.
6. Vor jedem Bezahlvorgang mit dem Smartphone, Tablet und Co. ist eine Authentifizierung beispielsweise mittels Fingerabdruck/Gesichtserkennung oder PIN erforderlich – nur der Besitzer des Gerätes kann die Transaktion auslösen.

Letztlich ist eins klar: Während Bargeld oder Kartendaten leicht(-er) gestohlen oder missbraucht werden können, ist dies beim Mobile Payment deutlich schwieriger.“

Es gelten nicht nur die gleichen hohen Sicherheitsstandards wie bei anderen Bezahlmethoden, sondern zusätzlich sorgen Technologien wie zum Beispiel die Zwei-Faktor-Authentifizierung für einen Schutz sensibler Daten und Sicherheit beim Bezahlen. Wer seine Gerätesoftware des Smartphones auf dem neuesten Stand hält, ist beim Mobile Payment auf der sicheren Seite.

Autor Christian Aubry, Edenred
Christian Aubry ist Geschäftsführer von Edenred Deutschland. Er verantwortet die finanz- und steuerpolitische Kommunikation für das Unternehmen, die Produktentwicklung und strategische Ausrichtung des Unternehmens auf dem deutschen Markt. Darüber hinaus ist Christian Aubry Geschäftsführender Vorstand des Prepaid Verband Deutschland (PVD) e. V., einer Branchenvereinigung und Interessenvertretung der in Deutschland tätigen Prepaid-Industrie.

Deutschland – auf dem Weg zur digitalen Geldbörse?

Im vergangenen Jahr sind mit Google Pay und Apple Pay zwei „Big Player“ mit Mobile Payment in Deutschland gestartet. Doch wird das für den Durchbruch des digitalen Bezahlens sorgen? Laut einer im Auftrag von PayPal durchgeführten repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa haben bisher lediglich sieben Prozent der Befragten schon einmal mit dem Smartphone bezahlt – und das obwohl neun von zehn eins besitzen.

Damit die Akzeptanz für das mobile Bezahlen gesteigert wird, müssen auch die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden. Hierzu zählt die noch stärkere Verbreitung von kontaktlosen Terminals. Diese ist schon deutlich vorangeschritten und immer mehr Händler aktualisieren ihre Kassensysteme, so dass der Kunde seine Produkte per NFC (Apple Pay, Google Pay) oder QR-Code (Alipay, Wechat, Payback) zahlen kann.

Wenn immer mehr Banken mobiles Bezahlen anbieten, steigt die Bereitschaft, den Restaurantbesuch ebenso wie das neueste Buch im Onlineshop mit dem mobilen Endgerät zu bezahlen.“

Für den Kunden bedeuten diese mobilen Zahlungslösungen ein bequemes Einkauferlebnis, bei dem kontaktlos direkt am Point of Sale (POS) schnell, einfach und sicher bezahlt werden kann. Aus der Perspektive des Händlers kann so die Kundenbindung und die Konversion erhöht werden.

Ein weiterer Ansatzpunkt, damit das mobile Bezahlen von vielen Menschen genutzt wird, ist die Verknüpfung dieser Bezahlmethode mit Mehrwertdiensten.“

Konkret heißt das: Der Kunde profitiert davon, wenn er digital bezahlt, da er beispielsweise bei dem Bezahlvorgang mit dem Smartphone einen Rabattcoupon einlösen kann. Zu weiteren Vorteilen des mobilen Bezahlens zählen die einfache Integration von Treueprogrammen sowie weniger „Bürokratieaufwand“, da das Ausfüllen von Bestellformularen entfällt. Doch hierfür muss das Bewusstsein sowohl der Käufer als auch der Händler geschärft werden. Sind diese Rahmenbedingungen erfüllt und hält Deutschland Schritt mit den technologischen Entwicklungen beim Mobile Payment, wird in Zukunft weniger die Zahlungsmethode an sich, sondern der Bezahlvorgang selbst im Vordergrund stehen. Dieser ist beim Mobile Payment sicher und unkompliziert.Christian Aubry

 
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