ANWENDUNG7. Januar 2020

Nach PSD2 und Open Banking – kommt jetzt eine Open Insurance API? Spannende BiPRO-Konkurrenz

Free Insurance Data Initiative FRIDA Logo
Free Insurance Data Initiative

Alte Leipziger-Hallesche, EY (Ernst and Young), Friendsurance und das InsurLab Germany starten mit der „Free Insurance Data Initiative“(FRIDA) einen interessanten Versuch eines einheitlichen Schnittstellen-Standards für Versicherungs­unternehmen. Das Ziel sei nicht nur effizienterer Datenaustausch, sondern auch den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen und so eine hohe Attraktivität zu ermöglichen. Die bisherigen Standards zum Datentransfer seien zu langsam, kostenintensiv und ineffizient. 

Seit September 2019 ist die zweite Stufe der PSD2 in Kraft. Die Direktive soll den Datentransfer von Bankdaten an Drittanbieter ermöglichen. Die Regulatoren versprechen sich eine Belebung des Wettbewerbs unter gleichzeitiger Beibehaltung der Datensouveränität von Kunden (allerdings geht im Bereich der OpenSource-Entwicklung der Schuss nach hinten los). In der Versicherungsbranche hingegen mangelt es noch immer an einheitlichen, digitalen Schnittstellen, die eine schnelle und papierlose Übertragung von Informationen zwischen Versicherungsunternehmen, Vermittlern und nicht zuletzt auch Kunden ermöglichen.

Guido Leber, Alte Leipziger-Hallesche
Guido Leber, Alte Leipziger-Hallesche

Wir glauben an positive Impulse, indem wir die Datensouveränität unserer Kunden stärken. Strategisch fokussieren wir die Themen API Economy und Open Insurance. Deshalb sind wir bei FRIDA von Anfang an mit dabei.“

Guido Leber, Alte Leipziger-Hallesche

Fertige API als Non-Profit-Angebot, die den Kunden ins Zentrum stellen will

Einen einheitlichen Schnittstellenstandard gibt es im Versicherungsbereich bislang nicht. BiPro und der GDV-Datensatz ‘VU-Vermittler’ sind zwei der wenigen vorhandenen standardisierten Ansätze. BiPro wird von den Marktteilnehmer allerdings nur optional für einige Datenübermittlungen eingesetzt, doch bei weitem nicht für alle. Neben BiPro und ‚VU-Vermittler‘ gibt es etliche Datenportale großer Versicherer, in die sich Makler wie wir täglich mit großem Zeitaufwand einloggen müssen.

Thomas Schmerling EY - beteiligt am Free Insurance Data Initiative FRIDA
LinkedIn

Der GDV-Datensatz ‘VU-Vermittler‘ und BiPRO als zwei der wenigen vorhandenen Standardformate zur Datenübermittlung sind erste Schritte in die richtige Richtung. Daran wollen wir anknüpfen und mit der Initiative standardisierte Schnittstellen entwickeln und diese der Branche zur Verfügung stellen. Denn ohne effizienten Datenfluss gibt es keine Zukunft für innovative Geschäftsmodelle.“

Thomas Schmerling, EY (Ernst and Young)

Bei der FRIDA-Initiative geht es darum, endlich eine einheitliche Schnittstellen-Lösung zu etablieren und diese der Versicherungsbranche zur kostenlosen Nutzung anzubieten für einen schnellen und einfacheren Datenaustausch und für mehr Wirtschaftlichkeit bei den Prozess- und Betriebskosten.

Friendsurance

BiPro und der GDV-Datensatz ‘VU-Vermittler’ seien auf jeden Fall Schritte in die richtige Richtung. Nur sehen diese Schnittstellendienste nicht die Kundenperspektive vor. Das Ziel der nun gestarteten neuen Initiative sei es, dem Kunden nicht nur eine schnelle Abwicklung von Versicherungs­an­gelegen­heiten zu ermöglichen, sondern gleichzeitig die Datensouveränität der Kunden zu stärken.

FRIDA wird Versicherungsunternehmen, Drittanbietern und Kunden, die auf Basis ihrer Daten Mehrwertdienste in Anspruch nehmen oder selbst kreieren wollen, eine fertige Schnittstellen-Lösung zur Nutzung bieten.

Plädiert für offene Schnittstellen bei Versicherern: Sebastian Langrehr ist Head of Bank Cooperations bei Friendsurance - beteiligt am Free Insurance Data Initiative FRIDA
Friendsurance

Das Ziel unserer Initiative ist es, durch stan­dar­di­sier­te Prozesse und Lösungen dem Kunden eine schnelle Ab­wick­lung von Ver­si­che­rungs­an­ge­le­gen­hei­ten unter Bei­be­hal­tung der Sou­ve­rä­ni­tät über seine Daten zu er­mög­li­chen – ver­gleich­bar mit der PS­D2 im Ban­king. Wir über­le­gen, in wel­cher Form offene Schnitt­stel­len or­ga­ni­siert werden sollten, so dass Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, Agen­ten und Mak­ler sowie Kunden glei­cher­ma­ßen davon profitieren. Dabei schauen wir insbesondere, wel­che Learnings wir für die Ver­si­che­rungs­in­dus­trie aus den Er­fah­run­gen im Be­reich Open Ban­king ziehen können und welche neuen Use Ca­ses durch die Platt­form-Öko­no­mie Kunden Nutzen bringen können.“

Sebastian Langrehr, Head of Digital Bancassurance Friendsurance 

Schnittstellenstandards schaffen, bevor die Regulatoren sie vorgeben

Die vier Unternehmen (InsurLab Germany, Alte Leipziger-Hallesche, EY, Friendsurance) haben die Free Insurance Data Initiative FRIDA ebenfalls gestartet, um einer Regulierung durch die BaFin zuvorzukommen, denn es brauche dringend einen branchenweiten Schnittstellen-Standard für einen schnellen und sicheren Datenaustausch bei gleichzeitiger Reduzierung von Prozess- und Betriebskosten.

Sebastian Pitzler (36) wird neuer Geschäftsführer der InsurLab Germany - beteiligt am Free Insurance Data Initiative FRIDA
www.mike-auerbach.com/InsurLab Germany

Wir sind überzeugt, dass es im Zeitalter der Digitalisierung und Plattformökonomie an der Zeit ist, gemeinsam die Schnittstellen der nächsten Generation vorzudenken und zu entwickeln. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit relevanten Partnern zukunftsweisende Schnittstellen für alle Marktteilnehmer zu entwickeln.“

Sebastian Pitzler, InsurLab Germany

Als Makler-Versicherer haben wir ein hohes Interesse, unseren Kunden und ihren Beratern einen Überblick über alle Versicherungen und Finanzen zu verschaffen. Im Kontext unserer Financial Home Plattform fin4u ist eine standardisierte B2C-Schnittstelle der nächste logische Schritt, um diesen Service zu komplettieren.“

Julius Kretz, Alte Leipziger-Hallescheaj

 
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