STUDIEN & UMFRAGEN22. März 2019

Kreditkarten bleiben auch weiterhin Trumpf bei den Kunden

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Immer wieder mal wird über das Ende der Kreditkarte sinniert. Neue, digitale Zahlungsmethoden würden ihr den Garaus machen, so heißt es. Doch diese Einschätzung trügt: Aus Kundenperspektive bleibt die Kreditkarte auch in der digitalen Welt ein Top-Zahlungsmittel und wird auf längere Sicht nicht aus dem Portemonnaies verschwinden. Das zeigt ein interner Marktvergleich verschiedener Zahlungswege von Sopra Steria Consulting.

Für die Untersuchung wurden die Bezahlmethoden Kreditkarte, Krypto-Währungen, Instant-Payment-Überweisung und von sogenannten Payment Initiation Service Providern (PISP) ausgelöste Zahlungen gegenübergestellt. Anhand von rund 30 Kriterien analysierte Sopra Steria, wie praktikabel jede Zahlungsmethode aus Käufer- und Händlersicht sowie aus der Perspektive des Anbieters ist. Bestandteil des Vergleichs war unter anderem, wie gut sich die Methode für Einkäufe im Internet, im Handel vor Ort, für Zahlungen zwischen einzelnen Personen, für Käufe aus Smartphone-Apps heraus sowie für Käufe per E-Mail oder Telefon eignet.

Zu den Fragen aus Sicht der Verbraucher gehörten die Aspekte Verfügbarkeit einer Zahlungsmethode als Argument für die Kaufentscheidung sowie Eignung einer Zahlungsmethode für verschiedene Kaufkanäle wie E-Commerce, Handel vor Ort, zwischen einzelnen Personen, per App sowie per Post oder Telefon. Kann die Bezahlmethode als physisches oder digitales Zahlungsinstrument eingesetzt werden? Lässt diese Methode den Einsatz bestimmter Technologien zu, beispielsweise kontaktloses Bezahlen via NFC oder QR-Code sowie Card-present-Zahlungen, EMV-Chips und Magnetstreifenzahlungen? Schließlich geht es noch um Fragen, ob das Konto des Kunden direkt oder indirekt belastet wird, ob individuelle Zeitpunkte dafür möglich sind und welche Zusatzleistungen eventuell mit der Zahlungsmethode verknüpft sind.

Im Ergebnis zeigen Kreditkarten für Verbraucher insgesamt viele Vorteile. Die Kreditkarte trumpft gegenüber anderen Bezahlverfahren vor allem durch ihre Allroundfähigkeiten auf. Käufer können sie sowohl als physisches als auch digitales Zahlungsmittel einsetzen – und das nahezu überall: in Online-Shops, im stationären Handel, in Apps sowie beim Bezahlen per E-Mail oder Telefon. Die Digitalisierung hat dabei vor der Plastikkarte nicht halt gemacht: Der Formfaktor Karte wurde mittlerweile um virtuelle Karten und eine digitale Ablage der Kartendaten in Smartphone-Geldbörsen, sogenannten Wallets, erweitert. Dem Prinzip der Kreditkarte tut das keinen Abbruch. Konkurrierende neue Bezahlverfahren fokussieren sich hingegen häufig ausschließlich auf digitale Kanäle und werden längst nicht überall akzeptiert – weder im Internet noch vor Ort im Handel.

Neue Bezahlmethoden können punkten, ihnen fehlt aber Vertrauen

Neue Bezahlmethoden punkten dagegen vielfach, wenn Personen direkt untereinander Geld austauschen wollen. Sogenannte P2P-Zahlungen sind grundsätzlich auch mit American Express, Mastercard und Visa möglich. Das Verfahren ist allerdings bei Kreditkarten umständlicher, weil der Käufer zum Beispiel lange Kartennummern, das Ablaufdatum und die Prüfziffer wissen und abtippen muss. Ein genereller Nachteil der Kreditkarte für Kunden ist die derzeit noch komplizierte Kartenbeantragung und das lange Warten auf Karte und PIN. Allerdings bietet die Entwicklung hin zu virtuellen oder digitalisierten Karten den Kunden neue Möglichkeiten, bereits kurz nach dem Antrag mit der Kreditkarte zu bezahlen.

Mit der Kreditkarte besitzt der Kunde ein Zahlungsmittel, das ihm viel Sicherheit und Service bietet. Das liegt vorrangig daran, dass es Kreditkarten schon sehr lange gibt: Etablierte Marken der großen Anbieter und funktionierende Prozesse bei Zahlungsabwicklung, Prävention vor Missbrauch und Betrug sowie eine erprobte Bearbeitung von Reklamationen im Bedarfsfall sorgen für einen Vertrauensbonus. Den müssen sich neue Zahlungsmethoden wie Krypto-Währungen, Instant-Payment-SEPA-Überweisung und Zahlungsauslösedienste erst noch erarbeiten.

Kreditkarten bestechen zudem durch eine über Jahre immer weiter an die Bedürfnisse der Kunden angepasste Vielfalt von Zusatzleistungen. Zum Service gehören unter anderem Push-Nachrichten zu ausgelösten Zahlungen, Bonusprogramme, Cashback sowie Möglichkeiten zur individuellen Kreditgestaltung, beispielsweise aufladbare Karten und ein Revolving Credit mit einem echten Kreditrahmen.

Google und Apple setzen ein starkes Zeichen

Neue Bezahlmethoden werden es schwer haben, sich in nächster Zeit gegenüber der Kreditkarte durchzusetzen. Das zeigt die Tatsache, dass auch die großen Tech-Konzerne Google und Apple für ihre Payment-Apps die etablierten Karteninfrastrukturen nutzen, um ihren Kunden kontaktloses Bezahlen zu ermöglichen.

Meicel Bock, Sopra Steria ConsultingXing

Das ist angesichts der grundsätzlichen technologischen Potenz der großen Player und ihrer Neigung zu alternativen Lösungsansätzen durchaus beachtenswert – und ein klares Signal, dass die Karte lebt. Krypto-Währungen, Instant Payment und Zahlungsauslösedienste werden dennoch, ähnlich wie Paypal und andere nichtkartenbasierte Bezahlverfahren, an Verbreitung zulegen, beispielsweise für automatische Bezahlvorgänge zwischen Geräten und Maschinen im Internet der Dinge.“

Meicel Bock, Leiter Karten und digitale Bezahlverfahren bei Sopra Steria Consulting

Angesichts der inzwischen auch in Deutschland eingeführten mobilen Zahlungssystem Google Pay und Apple Pay ist das klare Bekenntnis zur Kreditkarte als Bestandteil der neuen Zahlungsmethoden ein deutliches Signal für die Zukunft der Kreditkarten.

Die Untersuchung beruht auf internen Analysen von Sopra Steria Consulting und ist nicht als Download verfügbar.pp

 
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