SB & FILIALE25. August 2021

Massiv: Mit 15 Zentimeter starkem Stahlbeton-Pavillons Geldautomaten-Sprengungen verhindern

Bei einem solchen Stahlbeton-Pavillon hätten Kriminelle per Festkörper-Sprengung nahezu keine Chance
R+V/Veloform

Für 2020 meldete das BKA eine starke Zunahme von Geldautomaten-Sprengungen (hier). Während sich die Gas-Sprengung gut verhindern lässt (z.B. Gas Protection Unit (GPU), CO2-Befüllung, vorzeitige Zündung durch Zündfunken) kommen aktuell oft Festsprengstoffe zum Einsatz. Das Gegenmittel: GAAs in freistehende Stahlbeton-Pavillons (Website) verlegen. An deren Entwicklung war die R+V Versicherung beteiligt.

Das Bundeskriminalamt spricht in seinem aktuellen Bundeslagebild von einem sprunghaften Anstieg der Sprengungen mit festen Explosivstoffen. Diese Beobachtung macht auch Frank Lohmeier, Risikoberater der R+V Versicherung: Bei rund 40 Prozent der Angriffe auf Bankautomaten verwenden die Kriminellen inzwischen Festsprengstoff. Bis vor zwei Jahren wurde bei den Sprengungen noch überwiegend Gas eingesetzt.

Bei Festsprengstoff zerstört die Wucht der Explosion nicht nur den Geldautomaten. In den Bankfilialen gehen die Glasfronten zu Bruch, Mauerteile fliegen durch die Luft, ganze Gebäudeteile werden massiv beschädigt.

R+V

In den Banken werden jetzt Mittel genutzt, die dieses Gas neutralisieren und die Explosion verhindern. Inzwischen haben die Kriminellen andere Wege gesucht, um an das Bargeld zu kommen – viele nutzen jetzt Festsprengstoff. Wir feilen ständig an Sicherheitskonzepten und entwickeln diese weiter – gemeinsam mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken, die wie wir zur genossenschaftlichen FinanzGruppe gehören.“

Frank Lohmeier, Risikoberater der R+V Versicherung

Der Schaden durch eine solche Sprengung beläuft sich schnell auf einige 100.000 Euro – das ist oft mehr, als die Kriminellen an Bargeld erbeuten. Auch Bewohner von angrenzenden Wohnungen werden durch die Verbrecher massiv gefährdet.

Das Material ist ähnlich wie bei einem Bunker – mit herkömmlichen Sprengmitteln erreicht man da gar nichts.“

Anselm Franz, Geschäftsführer von Veloform

Die R+V hat nach einer sicheren Lösung außerhalb der Bankfilialen gesucht und sind auf die freistehenden Pavillons gestoßen. Die ringförmigen Gebilde bestehen aus bis zu 15 Zentimeter starkem Stahlbeton und bringen zehn Tonnen auf die Waage. Im Inneren befindet sich der Geldautomat, Tastatur und Geldausgabe erreichen die Kunden über eine Art Fenster.

Bei einem solchen Stahlbeton-Pavillon hätten Kriminelle per Festkörper-Sprengung nahezu keine Chance
R+V/Veloform

Ihren Ursprung haben die Pavillons im Veranstaltungsbereich: Bei Festivals dienten sie als Kassenhäuschen, bei Messen als Ausstellungsräume.

Gemeinsam haben Veloform und die R+V das technische Sicherheitskonzept der Pavillons so weiterentwickelt, dass die Geldautomaten optimal geschützt seien. „Die Täter kommen nicht mehr an die Beute. Ein erster Sprengversuch ist gescheitert, in dem Beton war kein einziger Riss“, erzählt Franz. Die Pavillons werden auf freistehenden Plätzen mit ausreichend Sicherheitsabstand zu umliegenden Häusern aufgestellt. Für Lohmeier von der R+V ein wichtiger Aspekt: „Damit ist die Gefahr für Anwohner und Bankgebäude gebannt.“

Das Interesse der Banken sei groß. Laut Veloform-Geschäftsführer Franz (Website) werde man derzeit von Anfragen überrannt.aj

 
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