STUDIEN & UMFRAGEN30. April 2020

Studie: Trotz des Coronavirus steigt das Vertrauen in Kryptowährungen

Studie: Trotz Coronavirus steigt Vertrauen in Kryptowährungen
Andrey Suslov/bigstock.com

In Deutschland glauben 64 Prozent, dass es auch noch in zehn Jahren in irgendeiner Form Kryptowährungen geben wird – unabhängig vom Geschlecht und Alter. Das zeigt der diesjährige Crypto Confidence Index von bitFlyer. Für diesen jährlichen Index wurden auch in diesem März wieder insgesamt 10.000 Verbraucher in zehn europäischen Ländern nach ihrem langfristigen Vertrauen in Kryptowährungen gefragt.

Generell liegt Deutschland nach wie vor im Mittelfeld, wenn es um das Vertrauensniveau geht. Anzeichen für einen signifikanten Einfluss der Coronavirus-Krise auf die Einstellung zu digitalen Währungen gibt es in Deutschland nicht. Im europäischen Gesamtbild glauben insgesamt 66 Prozent der Befragten an den langfristigen Erfolg von digitalen Finanzanlagen, haben allerdings keine Ahnung, wie diese in Zukunft eingesetzt werden könnten.

Spannend: Vor und nach Covid-19

Da die Umfrage zur Erstellung des Crypto Confidence Index jährlich im März stattfindet, wurde die diesjährige Umfrage während des anhaltenden Höhepunkts des COVID-19 Pandemie-Ausbruchs durchgeführt – einer Zeit, in der der Wert sowohl traditioneller als auch neuartiger Vermögenswerte instabil war. Trotzdem ist das Vertrauen in Kryptowährungen in ganz Europa gegenüber den Ergebnissen von 2019 um drei Prozentpunkte gestiegen, und zwar in neun der zehn befragten Länder. In Deutschland stieg das Vertrauen um einen Prozentpunkt.

Italien zeigt den größten Optimismus in Bezug auf die Zukunft der Kryptowährung: Fast drei Viertel (72 Prozent) des am stärksten vom Coronavirus betroffenen Landes glauben, dass Kryptowährungen in zehn Jahren noch in irgendeiner Form existieren werden. Italien wird dicht gefolgt von den Niederlanden und Polen, von denen 70 Prozent der Bevölkerung von der Zukunft digitaler Finanzanlagen überzeugt sind.

Vertraut auf Kryptowährungen: Andy Bryant, COO von bitFlyer Europe
bitFlyer

Die Er­geb­nis­se un­se­res jähr­li­chen In­dex zei­gen, dass Kryp­towäh­run­gen sich lang­sam aber ste­tig als al­ter­na­ti­ve Geld­an­la­ge im all­ge­mei­nen Be­wusst­sein fest­set­zen. Trotz der schwie­ri­gen wirt­schaft­li­chen La­ge mo­men­tan se­hen wir ei­ne po­si­ti­ve Ent­wick­lung für di­gi­ta­le Wäh­run­gen. Es ist in­ter­es­sant zu se­hen, dass Län­der wie Ita­li­en, die von der CO­VID-19-Kri­se hart ge­trof­fen wur­den, mehr Ver­trau­en denn je in Kryp­towäh­run­gen be­kun­den. Das zeigt uns, dass Men­schen in wirt­schaft­li­cher Not nach Al­ter­na­ti­ven zu den tra­di­tio­nel­len Fi­nanz­sys­te­men su­chen. Um­so wich­ti­ger ist es, dass die Kryp­to­in­dus­trie jetzt kon­kret zeigt, wie Kryp­towäh­run­gen und die da­mit ver­bun­de­nen Kon­zep­te at­trak­ti­ve Al­ter­na­ti­ven sein kön­nen. Wäh­rend wir welt­weit ge­gen bei­spiel­lo­se Fi­nanz­kri­sen an­kämp­fen und nach neu­en Lö­sun­gen su­chen, wür­de ich so­gar noch wei­ter ge­hen und Kryp­towäh­run­gen als Er­satz für eta­blier­te Wirt­schafts­mo­del­le sehen.”

Andy Bryant, COO von bitFlyer Europe

Unterrichtet zu Kryptowährungen: Philipp Sandner, Professor der Frankfurt School of Finance & Management und Leiter des Frankfurt School Blockchain Center
Frankfurt School

Wenn es um Kryptowährungen geht, ist in Deutschland vor allem der Bitcoin bekannt. Nach der Nummer eins der Kryptowährungen fällt der Bekanntheitsgrad jedoch erheblich. Zudem müssen wir zwischen dem Interesse und tatsächlichem Wissen unterscheiden. Das Interesse an Kryptowährungen ist in Deutschland gegeben, doch auch ich beobachte, dass viele nicht wissen, was Bitcoin oder Ethereum im Detail sind. Hier müssen wir gemeinsam ansetzen und erklären, was Kryptowährungen sind und warum es absolut Sinn macht, sich näher mit den Thema zu beschäftigen.“

Philipp Sandner, Professor der Frankfurt School & Leiter FS Blockchain Center

Die Studie hat auch untersucht, worin Verbraucher den zukünftigen Zweck von Kryptowährungen sehen. Obwohl das Vertrauen in die weitere Existenz vorhanden ist, hat die Mehrheit keine Idee, wie Kryptowährungen in zehn Jahren genutzt werden können: Ein Viertel sagen, dass Kryptowährungen weiterhin existieren werden, ohne zu wissen wofür (zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr). Neun Prozent der Europäer glauben, dass Bitcoin in zehn Jahren vollständig in die Gesellschaft als Zahlungsmittel integriert sein wird (acht Prozent im Jahr 2019) und weitere neun Prozent gehen davon aus, dass Bitcoin zukünftig als Sicherheit oder Investition verwendet wird (sieben Prozent im letzten Jahr).

Italien ist das Land, in dem der größte Teil der Bevölkerung (zwölf Prozent) glaubt, dass Kryptowährungen eines Tages als Hauptwährung verwendet werden. Das ist ein Anstieg von zwei Prozentpunkten gegenüber der zehn Prozent der italienischen Bevölkerung, die dies im letzten Jahr glaubten. Italien hat einen klaren Vorsprung von zwei Prozentpunkten gegenüber allen anderen Ländern, die an diesen Zweck für digitale Währungen glauben. Doch auch zehn Prozent der polnischen Befragten glauben, dass dies der Fall sein könnte. Umgekehrt glauben nur fünf Prozent der britischen Befragten an das Potenzial von Kryptowährungen als Mainstream-Währungen. In Deutschland glauben sieben Prozent der Befragten an Kryptowährungen als Hauptwährung.

Ergebnisse

Tabelle 1: Prozentualer Anteil der Verbraucher, die aufgrund der Umfrage vom März 2020 glauben, dass es in zehn Jahren noch Kryptowährungen geben wird:

1Italien72%
2=Polen70%
2=Niederlande70%
3Spanien68%
4Norwegen67%
5Dänemark66%
6=Deutschland64%
6=Belgien64%
7Frankreich60%
8England56%
Europa66%

Tabelle 2: Prozentualer Anteil der Verbraucher, die aufgrund der Umfrage vom März 2019 glauben, dass es auch in zehn Jahren noch Kryptowährungen geben wird:

1Norwegen73%
2Italien68%
3=Niederlande67%
3=Polen67%
4Spanien66%
5=Dänemark63%
5=Deutschland63%
6Belgien59%
7England57%
8Frankreich55%
Europa63%

Methodik

Der jährliche bitFlyer Europe Crypto Confidence Index (Website) wird mit Hilfe von Google Surveys durchgeführt. Folgende Fragen und Antwortmöglichkeiten wurden an einen Pool von 1.000 Personen in jedem der zehn Länder gestellt: Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen, Polen, Spanien und Großbritannien.

Die gestellte Frage: Glauben Sie, dass Bitcoin auch in zehn Jahren noch existieren wird?

  • Ja, im Mainstream-Gebrauch als Währung
  • Ja, aber als Investition oder Sicherheit
  • Ja, aber es wird nur Nischenanwendungen haben
  • Ja, aber keine Ahnung, wie
  • Nein, aber es wird andere Formen der Kryptotechnik geben
  • Nein, etwas Neues wird seinen Platz einnehmen
  • Nein, Kryptowährungen werden nicht mehr existieren

Für jedes Land wurden die gleichen Frage- und Antwortmöglichkeiten verwendet, die alle in die jeweilige Landessprache übersetzt wurden – nur für Belgien wurden Frage und Antworten einheitlich auf französisch gestellt. Die Antwortmöglichkeiten wurden in zufälliger Reihenfolge angezeigt. Die vollständige Datenbank der Umfrageergebnisse ist auf Anfrage erhältlich.

Die Umfrageergebnisse können per E-Mail bei ann-katrin.lochmann@tytopr.com angefordert werden.aj

 
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