ANWENDUNG28. August 2026

Visa lässt KI-Agenten nach Sicherheitslücken suchen – und sie gleich beheben

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Visa baut sein Angebot für Cybersicherheit aus und erweitert dafür sein Open-Source-Framework Visa Vulnerability Agentic Harness (VVAH). Die neue Version soll Sicherheitslücken nicht mehr nur mithilfe verschiedener KI-Modelle identifizieren und bewerten, sondern Sicherheitsteams auch bei deren Behebung und der anschließenden Überprüfung unterstützen. Parallel erweitert Visa Consulting & Analytics (VCA) sein Beratungsangebot für Cybersecurity.

Nach Angaben von Visa kann VVAH die Zeit zwischen dem Auffinden eines möglichen Angriffspfads und dessen Beseitigung in einzelnen Fällen von Wochen auf Stunden reduzieren. Das Framework ist modellunabhängig ausgelegt: Unternehmen können freigegebene Modelle von Anthropic und OpenAI sowie weitere KI-Modelle über die Konfiguration einbinden, ohne dafür den Code des Frameworks verändern zu müssen. Neu ist insbesondere ein durchgängiger Prüf- und Nachbesserungsprozess. Besteht eine Maßnahme die anschließende Prüfung nicht, erhalten Sicherheitsteams strukturiertes Feedback und können sie unmittelbar überarbeiten, ohne den gesamten Prozess neu starten zu müssen. Optionale Echtzeitansichten sollen zudem den Fortschritt bei länger laufenden Scans und Behebungsprozessen sichtbar machen.

Künstliche Intelligenz verkürzt die Zeit zwischen der Entdeckung von Schwachstellen und ihrer Nutzung durch Angreifer. Deshalb brauchen Unternehmen schnellere und verlässlichere Wege, um zu reagieren.“

Rajat Taneja, President, Technology, Visa

KI-Modelle von Anthropic, OpenAI und weiteren Anbietern

Visa hatte VVAH im Rahmen seiner Beteiligung an Project Glasswing veröffentlicht, einer von Anthropic initiierten Cybersecurity-Initiative für den Einsatz fortgeschrittener KI. Die erste Version konzentrierte sich darauf, Schwachstellen zu identifizieren und zu bewerten. Mit der aktuellen Version erweitert Visa den Prozess um die Behebung von Sicherheitslücken und die anschließende Validierung der Maßnahmen. Unternehmen können dabei verschiedene KI-Modelle einsetzen. Unterstützt werden nach Angaben von Visa freigegebene Modelle von Anthropic und OpenAI sowie weitere Modelle, die über die Konfiguration von VVAH eingebunden werden können. Änderungen am Code des Frameworks sollen dafür nicht erforderlich sein.

Security Symbolbild
Bigstock

Seit der Veröffentlichung als Open Source im Juni 2026 wurde VVAH laut Visa weltweit zehntausendfach heruntergeladen. Das Unternehmen bringt das Framework zudem in die Nvidia Open Secure AI Alliance ein. Im Rahmen der Project-Lightwell-Initiative von IBM und Red Hat arbeitet Visa mit weiteren Organisationen daran, die Sicherheit von Open-Source-Software zu verbessern. Für Banken, Zahlungsdienstleister und andere Finanzunternehmen ist der Ansatz vor allem deshalb relevant, weil KI auch auf Angreiferseite die Geschwindigkeit erhöhen kann, mit der Schwachstellen gefunden und ausgenutzt werden. Automatisierte Verfahren für Erkennung, Priorisierung, Behebung und Validierung sollen die Reaktionszeiten auf der Verteidigerseite entsprechend verkürzen.

Visa baut Cybersecurity-Beratung aus

Parallel zum technischen Framework erweitert Visa Consulting & Analytics sein Beratungsangebot um drei Cybersecurity-Services. Dazu gehören Weiterbildungen für Führungskräfte, in denen Visa-Spezialisten Erfahrungen zu KI und Cybersicherheit vermitteln. Workshops, Schulungen und Zertifizierungskurse werden über die Visa University angeboten. Mit dem „VVAH-Informed Cybersecurity Maturity Assessment“ sollen Unternehmen das Framework auf ihre eigene Sicherheitsorganisation übertragen, Risiken bewerten und erforderliche Maßnahmen priorisieren können. Der dritte Service, „VVAH Cyber Risk Prioritisation and Roadmap“, richtet sich stärker auf die strategische Planung. Visa will Unternehmen damit bei der Bewertung von Cyberrisiken, der Reihenfolge konkreter Maßnahmen und der Entwicklung einer längerfristigen Roadmap für das Cyber-Risikomanagement unterstützen.

Tobias Czekalla, Deutschland-Chef, Visa
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Unsere Beratungsservices verbinden unsere Erkenntnisse aus Project Glasswing, unsere Open-Source-Ressourcen und unsere Erfahrung im europäischen Zahlungsverkehr. Damit unterstützen wir Organisationen dabei, sich auf die relevantesten Cyber-Risiken zu konzentrieren und ihre Reaktionsfähigkeit zu stärken.“

Tobias Czekalla, Deutschland-Chef, Visa

Technisch arbeitet VVAH in insgesamt elf Stufen: von der Erfassung der Angriffsfläche und Bedrohungsmodellierung über die Verifizierung gefundener Schwachstellen bis hin zu deren Behebung und anschließender Validierung. Die vorgeschlagenen Korrekturen gelten dabei ausdrücklich als KI-generierte Vorschläge und sollen vor einer Übernahme weiterhin von Menschen geprüft werden.

Das Visa Vulnerability Agentic Harness steht als Open-Source-Projekt auf GitHub zur Verfügung.tw

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